Sonntag, 28. September 2014

Sonntag, 28. September, immer noch in Kununurra, WA



Sonntag, 28. September

Das frühe Aufstehen passend zum Sonnenaufgang wird zur Routine, wir sind jetzt wirklich "hier". Wenig später brechen die ersten bereits auf, da sind wir noch dabei, unser Frühstück zu richten. Ungefähr um halb acht brechen auch wir auf, aber wir bleiben hier in Kununurra. Unser Ziel ist ein Nationalpark direkt neben der Stadt, dort gbt es ein paar Walks, die wir uns für heute vorgenommen haben.
Im Mirima National Park
Es lohnt sich, die Umgebung mit den rotschwarzen Sandsteinfelsen der Kimberleys und sehr viel Grün trotz der anhaltenden Trockenheit ist schön. Und um diese Zeit ist die Temperatur auch für körperliche Betätigung sehr angenehm. Als wir alles abgegangen sind, ist es schon merklich wärmer.
Eine große Bougainvillea in Kununurra
Den Rest des Tages verbringen wir auf dem Campingplatz, immer mal wieder mit einem kurzen Swim im Pool gewürzt. Viel zu schnell vergeht der Tag, schon ist wieder Zeit ans Abendessen zu denken und mit dem Kochen zu beginnen. Momentan haben wir noch frische Sachen in großer Auswahl, in den nächsten Tagen wird sich das ändern. Morgen geht es ab nach Wyndham und dann weiter nach Westen auf die Gibb River Road mit ihren vielen Seitenwegen und -Zielen. Da werden wir vermutlich auch nicht online sein können. Und ab morgen werden wir für einige Tage nicht aus dem Vierradantriebsmodus herauskommen, auch wenn das einen erhöhten Kraftstoffverbrauch zur Folge hat. Aber wir wollen es ja so. Mal sehen, wie es wird, die einen sagen so, die anderen so.

Samstag, 27. September

Beim Tanken gestern ist mir ein Malleur passiert, etwas, von dem ich dachte, dass es nur den anderen passiert: Ich habe die falsche Zapfpistole genommen und das erst gemerkt, als schon 2,02 l Regular in den Dieseltank gelaufen waren. Vor lauter Schreck habe ich den Tank dann randvoll gemacht, und somit nochmal 78,5 l Diesel dazu getankt. Früher lernte ich mal, dass eine Beimischung von Benzin den Dieselmotoren nicht schadet, so lange gewisse Grenzen nicht überschritten werden. Doch dann habe ich im Internet nachgelesen mit der Folge, dass ich ziemlich schlecht geschlafen habe. Aber das war nicht der Grund, warum wir schon um halb sechs aufgestanden sind. Der Grund war vielmehr die Zeitumstellung und dass die Sonne schon vor sechs aufgeht.
Das Hotel Kununurra hat ein durstiges Kamel 
Kurz vor halb neun fahren wir los, um die örtliche TCC-Vertragsgarage aufzusuchen. Komisch, in der deutschen Fassung ist eine andere Adresse aufgeführt als im englischen Teil unseres Begleitheftes. Die "englische" Werkstatt gibt es aber nicht, in der anderen ist niemand da. Also versuche ich, ob ich telefonisch jemanden erreichen kann, nur die Mailbox geht dran, ich erkläre die Situation und bitte um Rückruf. Dann versuche ich erfolgreich, Chris in Sydney zu erreichen. Er meint, dass das kein Problem sein sollte, es könne nur sein, dass der Motor gelegentlich nicht ganz rund läuft. „Aber dann weischd du ja, woran es liegt.“ Für mich heißt das, dass der Landcruiser nicht die modernste Technik benutzt, und dass das gut so ist.

Am Orb bei der Zebra Rock Gallerie
Wir besuchen die Zebra Rock Gallery. Zebra Rock ist eine 600.000.000 Jahre alte Gesteinsform, die gestreift ist eben wie ein Zebra. Wie sich diese Steine gebildet haben weiß man nicht, man weiß nur, dass die dunkle Farbe Eisenoxid (also Rost) enthält. Diese Steine wurden bisher nur hier in den East Kimberleys gefunden. Die frühere Mine ist unter dem Lake Argyle versunken, doch gibt es eine Stelle, wo die Steine im Tagebau abgebaut werden können, aber nur während der dry season. In Handarbeit werden aus diesen Steinen dann Schmuckstücke, Gebrauchsartikel und Kunstgegenstände geschnitten, gefräst und geschliffen. Wasser ist hier in Kununurra und Umgebung durch die Nähe des Lake Argyle, des größten künstlichen Gewässers der südlichen Hemisphäre, kein Problem. Außerdem fließt hinter dem Haus der Ord River vorbei auf seinem Weg zur Timor Sea. Dort kann man Fische füttern, entsprechend kommen sie sofort, wenn sich ein Mensch nähert. Aber sogar die Hündin des Hauses kann sie herbeilocken: Sie zeigt uns den Weg zum Wasser und steigt hinein. Schon ist vor ihr ein ziemliches Gewusel, das sich allerdings ebenso schnell wieder legt, als die Fische merken, dass es nichts zu fressen gibt.
Am swimming beach des Orb legen wir eine Pause ein, gehen auch baden. Wie immer ist es auch hier nicht wirklich schwer, mit Aussies ins Gespräch zu kommen.
Den Hinweisen aus der Visitor Information folgend fahren wir noch ein wenig durch die Gegend und genießen zum Beispiel den herrlichen (fast) Rundblick von Kelly's Knob aus.
Letztlich kehren wir wieder zurück zu Ivanhoe Village und buchen uns noch mal für zwei Nächte ein.

Komisch, heute ist offensichtlich der Tag der Gespräche. Auch im Pool kommen wir ins Gespräch, zuerst mit einem Paar aus Victoria, dann mit einem aus Schriesheim. Die Victorians sind seit 15 Monaten unterwegs, sie sind bekennende Grey Nomads. Derzeit sind sie auf dem sehr langsamen Weg nach Süden, wir sehen die Möglichkeit, dass wir uns in Broome treffen. Das Paar aus Schriesheim kommt von der Gibb River Road, ihnen war es dort zu heiß, so dass sie auf den Highway gewechselt sind um schneller hier zu sein. Sie sind in Perth gestartet und auf dem Weg nach Darwin und weiter nach Sydney, von wo sie dann nach Neuseeland übersetzen wollen.
In der Viertelstunde der Fruitbats - ein Zeitraum nach Sonnenuntergang, kurz vor der richtigen Dunkelheit, in dem Tausende der großen Flugsäuger am Himmel über uns nach Westen ziehen, ihren Futterplätzen entgegen. Gegen Morgen kommen sie dann wieder zurück, um ihre Tagesruheplätze aufzusuchen - liegt im Westen eine schmale Mondsichel über dem Horizont, zwei Stunden später ist sie/er schon  untergegangen. Liegt im wahrsten Sinne, denn es sieht aus, als würde sie schaukeln, beide Spitzen zeigen nach oben.
Auch beim Spülen in der Campkitchen kommen wir ins Gespräch mit einer Familie aus Sydney, sienutzen die derzeitigen Schulferien und fahren von Broome nach Darwin. Sie erzählen und geben Tipps von der Gibb River Road, wir erzählen und geben Tipps über unseren Weg hierher. Heute Nachmittag ist eine andere Familie hier eingetroffen, ein junges Ehepaar mit drei kleinen Kindern; Die kleinste ist vielleicht eineinhalb, der nächste drei und die große fünf. Auch mit dem Vater der drei kann ich einige Zeit reden. Sie sind aus Melbourne, er hat sich ein Jahr freigenommen, um Australien zu bereisen. Sie sind die Ostküste hochgefahren, waren in Cape Yorck und sind jetzt auf dem Weg nach Broome. Die Kinder kommen offensichtlich sehr gut mit dieser Situation zurecht.
Bereits um acht sind wir so ziemlich die einzigen, die noch nicht schlafen.

Freitag, 26. September, Nachtrag

Doch ich brauche ziemlich lange, bis alle Daten und Bilder in meinem Blog sind und an der richtigen Stelle stehen. Immerhin habe ich jetzt gelernt, wie ich die Bilder auf schnellere Weise an den geeigneten Stellen einfügen kann.




Unser treuer Begleiter auf Australiens Straßen

1 Kommentar:

  1. Schoen, dass es heute noch was zu lesen gab. In dem Verhaeltnis Benzin zu Diesel sollte wirklich kein Problem auftreten. Auf dem Weg hoch nach Wyndham auf dem halben Weg auf der linken Seite kommt "The Grotto". Kann ich empfehlen, dass ihr mal runtersteigt. Ich war ganz allein an dem Teich und fand es recht beeindruckend. In Wyndham dann "The Bid Croc" habt ihr ja schon das Bild gesehen. Die caretakerin am Campground hat mir einen der leckersten Salate meines Lebens gemacht. Interessant war auch der Afghan Cemetary. Auch die Verladestation der Roadtrains am Cambridge Gulf. Na auf jeden Fall viel Spass da oben.

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