Donnerstag, 18. September 2014

Donnerstag, 18. September 2014

Drei Monate, das klingt viel für eine Reise, aber vor Ort sieht das ganz anders aus.
Wir sind, Anreise mit inbegriffen, bereits den fünften Tag unterwegs und erst jetzt komme ich dazu, was zu schreiben. Heute übernachten wir am westlichen Rand des Nitmiluk National Park, im Lelyin National Park, besser bekannt unter dem Namen Edith Falls.  Knapp 40 Kilometer nördlich von Katherine, also sozusagen bei einer größeren Ansiedlung, ist dennoch an Posten überhaupt nicht zu denken, seit Darwin haben wir kein Netz mehr.
Was bisher geschah:
Wenige Minuten nach neun am Morgen des 13. September fahren wir los, Michael am Steuer, wir wie im Taxi auf der Rückbank. Michael fährt sehr defensiv, aus meiner Sicht fast zu langsam. Egal. Vor Halle B steigen wir aus (C wäre besser gewesen, aber da war gerade ein Platz frei),  Einchecken - diesmal gibt es keinerlei Probleme mit den Visa, zusammen haben wir 34,5 kg Gepäck - Sicherheitsüberprüfung und dann Warten auf den Abflug in der Lounge an B44. B46 ist unser Gate. Ganz pünktlich geht es los. Nach dem Mittagessen und zwei Filmen im Bordprogramm ist es im Flugzeug dunkel und still, auch ich lege mich zum Schlafen hin, auch wenn es schwer fällt.
In Singapore am Sonntagmorgen ist trotz der frühen Zeit viel los. Wir fahren mit dem Bähnchen zum Terminal 2, so haben wir dort viel Zeit uns umzusehen. Unser Weiterflug mit Silkair ist noch nicht mal an den Anzeigetafeln zu sehen.
Warten auf den Weiterflug
Überdimensionale Blumenvase in Changi Airport
Ein relativ kleines Flugzeug, zumindest im Vergleich mit dem A380-800 ist der Airbus A320-200 fast zierlich zu nennen. Entsprechend niedrig ist die Zahl der Passagiere. Der Flug über die Timorsee dauert nur etwas mehr als vier Stunden. Um Filme ansehen zu können, kann man sich hier mit seinem Mobile, PC oder Pad ins Bordnetz einwählen und den Film auf dem eigenen Endgerät ansehen. Interessantes Modell.
Etwa eine Stunde vor der Landung fliegen wir an einer langen Kette kleiner Koralleninseln entlang. Auf manchen gibt es Ansiedlungen, einige scheinen unbewohnt zu sein. Was ist das? Die Stewardesse wird's nicht wissen, also frage ich vorsichtshalber nicht nach. Und schon sind wir da.
Immigration, Gepäck empfangen, Passkontrolle, alles wie immer. Die üblichen Fragen: Habe Sie Fleisch oder Früchte dabei? Haben Sie Stiefel mit erde in ihrem Gepäck? Wo werden Sie wohnen in Australien (der Name des Hotels für die erste Nacht reiht schon)? Das Taxi kostet 10% mehr als angezeigt: Sonntagszuschlag. Im Hotel klappt alles. Wir machen noch einen Spaziergang, stellen fest, dass die Sonne um 18.45 OZ (7,5 Stunden vor MESZ) untergeht und dass es etwa 20 Minuten später stockdunkel ist. Das war's dann schon für heute, wir legen uns hin.
Am Montag wachen wir, bedingt durch die schlechte Nacht - beide haben wir Problem mit der Zeitumstellung, das wird auch noch ein paar Tage so bleiben - tehen wir erst nach acht auf. Das macht aber nichts, denn im Büro von TCC bekommen wir erst um halb 10 Antwort. Das Auto steht abholbereit. TCC teilt sich das Büro mit Boomerang, dem anderen mir bekannten Langzeit- und individualvermieter. Was ist anders? Im Kleingedruckten steht jtzt, dass Old Telegraph Track, Canning Stock und Fraser Island nicht erlaubt sind. Das war letztes Jahr noch nicht Bestandteil der Mietbedingungen und steht auch so nicht im Vertrag. Bruno wird wohl auch älter…
"Unser" Landcruiser, genannt Bushi
Wir fahren nach Darwin und besorgen uns bei Coles unseren Grundbedarf, versorgen uns in der Pharmacy mit den notwendigen Medikamenten und kaufen bei Telstra eine Prepeaid-SIM-Karte für mein iPhone. Das funktioniert anfangs nicht richtig, also gehe ich nch einm ersten Strandbesuch noch mal in den Shop, jetzt ist es gut.
Knapp südlich von Darwin, in Virginia, mieten wir uns auf einem Campingplatz ein und räumen unsere Sachen sinnvoll ins Auto. Es ist sogar noch Platz. Die Materialien für das Moskitonetz für die Hecktür haben wir auch schon, aber dafür reicht es heute nicht mehr.
Das erste Frühstück im Freien
Am Dienstag sind wir wieder sehr spät dran, das fällt aber außer uns niemandem auf. Wir fahren über die Nordstrecke in den Litchfield National Park. Beim letzten Besuch im April 2013 stand hier alles unter Wasser, jetzt sind alle Strecken befahrbar und wir und die anderen Besucher dürfen in den Pools überall baden. Plonge Pools sind die natürlichen Becken am Fuße eines Wasserfalls, dort ist, wenn es wie jetzt kurz vor der Regenzeit keine Salzwasserkrokodile gibt, normalerweise das Schwimmen und Baden erlaubt.
Wangi Falls im Litchfield National Park
Wir treffen das Ehepaar wieder, das auf dem Flug von Singapore nach Darwin vor uns saß. Sie sind aus Niederlande und machen nach dem bei einem Aboriginal-Unternehmen gebuchten Abstecher hier in die Natur eine Kulturreise. Morgen geht es nach Cairns, einige Tage später dann für zwei Wochen nach Sydney, mit Konzerten und Museumsbesuchen. Am Wangi Falls, wo wir uns für die Nacht "eingenistet" haben, kommen wir nach einem angenehmen Schwimmen, das Wasser hat etwa 25 Grad Celsius, ins Gespräch mit einer Schweizerin, sie war drei Monate in Australien unterwegs, meist mit vorgebuchten Touren, bleibt jetzt noch zwei Tage in Darwin, fliegt von dort für eine Woche nach Perth und muss danach zurück nach Mitteleuropa. Ich hab ja immer noch Angst beim Schwimmen im freien Wasser, aber ich kann mich doch inzwischen überwinden und genieße es dann auch.
Die Wolken, die gestern Nachmittag ähnlich wie am Vortag aufgezogen sind, haben sich vollständig aufgelöst, ein strahlend blauer Himmel erstreckt sich über uns. Als ich gerade dabei bin, mir beim Frühstück eine Scheibe Käse abzuschneiden, kommt ein Falke von oben, will sich wohl den Käse schnappen, schafft es aber nicht und wirft "nur" unsere Teekanne vom Tisch. Darüber erschreckt er sich mindestens ebenso wie wir und so bleibt er erstmal verschwunden. Später baumt er über uns auf und beäugt uns sehr genau. Aber einen weiteren Versuch, einfach an Futter zu kommen startet er dann doch nicht, stattdessen fliegt er nach einer Weile in immer größeren Kreisen davon.
Auch wir brechen auf, Richtung Süden. Einem Besuch bei Tonger Falls folgt die Fhrt zum Tanyera Fall, aber den dort vorgesehenen Walk von (einfach) zwei Stunden tun wir uns dann doch nicht an. Stattdessen geht es weiter nach Süden. Reynalds River, den wir durchqueren müssen/dürfen, führt hier oben im Norden noch ziemlich viel Wasser. Mehrmals wir die vordere Stoßstange überspült. Diese Stoßstange ist außergewöhnlich: Nicht wie sonst üblich schwarz gestrichen, sondern polierter Edelstahl. Bei Sonne schräg von hinten kann das dazu führen, dass ich am Fahrersitz geblendet werde. Geblendet ist leicht übertrieben, weil durch die Rundung das Sonnenlicht gestreut wird. Die 50 km bis zum südlichen Ausgang aus dem Park auf der Reynolds River Road sind anspruchsvoll. Ich verstehe allerdings nicht, warum immer wieder Bumps aufgeschoben sind. Manch einen sehe ich zu spät, dann wird der Wagen gut durchgeschüttelt. Nichts geht kaputt, das zeigt, dass wir gut gepackt haben.
Über die Dobat Road fahren wir zum Stuart Hwy und auf diesem weiter nach Süden. Pause in Hayles Creek (da ist dort, wo es die Jack Daniels Zapfsäule gibt) und wenig später in Pine Creek, wo wir auch gleich Tomaten fürs Abendessen einkaufen.
Nachdem wir uns auf dem Platz hier eingerichtet haben, gehen wir zum Schwimmen und genießen auch hier das wunderbare Wetter. Der Wasserstand ist um etwa einen Meter niedriger als bei unserem letzten Besuch hier und auch die Brücke für den Rundweg ist wieder aufgebaut. Bei uns würde ein solches Geländer nie und nimmer genehmigt werden: Da kann jeder, der nicht aufpasst, ganz leicht durchfallen in das nicht sehr tiefe Wasser eineinhalb Meter unter der Brücke. Als ich aus dem Pool komme, scheint der Wind kühl zu sein, doch wenig später ist er wieder richtig warm - wenn meine Haut getrocknet ist.
Eine Wallabie-Mama mit Joey im Beutel mag nicht fotografiert werden: Zuerst ist sie neugierig, aber als ich in Position bin und die Kamera bereit habe, ist sie weggehoppelt. Schade, vielleicht klappt es später oder morgen früh. Heute kocht Brigitte.
Abends sitzen wir vor dem Auto und genießen den wunderbaren Sternenhimmel. Das Kreuz des Südens macht sich rar: Es steht unter dem Horizont. Erst morgen früh kommt es hoch, aber da wird es schon hel

1 Kommentar:

  1. Oops wo ist mein Kommentar geblieben? Hatte schon geschrieben wie ich im Geiste mit Euxh Reise. Alles ist so bekannt. Viel Spaß und Alles Gute weiterhin.

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