Drei Monate, das
klingt viel für eine Reise, aber vor Ort sieht das ganz anders aus.
Wir sind, Anreise
mit inbegriffen, bereits den fünften Tag unterwegs und erst jetzt komme ich
dazu, was zu schreiben. Heute übernachten wir am westlichen Rand des Nitmiluk
National Park, im Lelyin National Park, besser bekannt unter dem Namen Edith
Falls. Knapp 40 Kilometer nördlich von
Katherine, also sozusagen bei einer größeren Ansiedlung, ist dennoch an Posten
überhaupt nicht zu denken, seit Darwin haben wir kein Netz mehr.
Was bisher geschah:
Wenige Minuten nach
neun am Morgen des 13. September fahren wir los, Michael am Steuer, wir wie im
Taxi auf der Rückbank. Michael fährt sehr defensiv, aus meiner Sicht fast zu
langsam. Egal. Vor Halle B steigen wir aus (C wäre besser gewesen, aber da war
gerade ein Platz frei), Einchecken -
diesmal gibt es keinerlei Probleme mit den Visa, zusammen haben wir 34,5 kg
Gepäck - Sicherheitsüberprüfung und dann Warten auf den Abflug in der Lounge an
B44. B46 ist unser Gate. Ganz pünktlich geht es los. Nach dem Mittagessen und
zwei Filmen im Bordprogramm ist es im Flugzeug dunkel und still, auch ich lege
mich zum Schlafen hin, auch wenn es schwer fällt.
In Singapore am
Sonntagmorgen ist trotz der frühen Zeit viel los. Wir fahren mit dem Bähnchen
zum Terminal 2, so haben wir dort viel Zeit uns umzusehen. Unser Weiterflug mit
Silkair ist noch nicht mal an den Anzeigetafeln zu sehen.
| Warten auf den Weiterflug |
| Überdimensionale Blumenvase in Changi Airport |
Etwa eine Stunde vor
der Landung fliegen wir an einer langen Kette kleiner Koralleninseln entlang.
Auf manchen gibt es Ansiedlungen, einige scheinen unbewohnt zu sein. Was ist
das? Die Stewardesse wird's nicht wissen, also frage ich vorsichtshalber nicht
nach. Und schon sind wir da.
Immigration, Gepäck
empfangen, Passkontrolle, alles wie immer. Die üblichen Fragen: Habe Sie
Fleisch oder Früchte dabei? Haben Sie Stiefel mit erde in ihrem Gepäck? Wo
werden Sie wohnen in Australien (der Name des Hotels für die erste Nacht reiht
schon)? Das Taxi kostet 10% mehr als angezeigt: Sonntagszuschlag. Im Hotel
klappt alles. Wir machen noch einen Spaziergang, stellen fest, dass die Sonne
um 18.45 OZ (7,5 Stunden vor MESZ) untergeht und dass es etwa 20 Minuten später
stockdunkel ist. Das war's dann schon für heute, wir legen uns hin.
Am Montag wachen
wir, bedingt durch die schlechte Nacht - beide haben wir Problem mit der
Zeitumstellung, das wird auch noch ein paar Tage so bleiben - tehen wir erst
nach acht auf. Das macht aber nichts, denn im Büro von TCC bekommen wir erst um
halb 10 Antwort. Das Auto steht abholbereit. TCC teilt sich das Büro mit
Boomerang, dem anderen mir bekannten Langzeit- und individualvermieter. Was ist
anders? Im Kleingedruckten steht jtzt, dass Old Telegraph Track, Canning Stock
und Fraser Island nicht erlaubt sind. Das war letztes Jahr noch nicht
Bestandteil der Mietbedingungen und steht auch so nicht im Vertrag. Bruno wird
wohl auch älter…
| "Unser" Landcruiser, genannt Bushi |
Knapp südlich von
Darwin, in Virginia, mieten wir uns auf einem Campingplatz ein und räumen
unsere Sachen sinnvoll ins Auto. Es ist sogar noch Platz. Die Materialien für
das Moskitonetz für die Hecktür haben wir auch schon, aber dafür reicht es
heute nicht mehr.
| Das erste Frühstück im Freien |
| Wangi Falls im Litchfield National Park |
Die Wolken, die
gestern Nachmittag ähnlich wie am Vortag aufgezogen sind, haben sich
vollständig aufgelöst, ein strahlend blauer Himmel erstreckt sich über uns. Als
ich gerade dabei bin, mir beim Frühstück eine Scheibe Käse abzuschneiden, kommt
ein Falke von oben, will sich wohl den Käse schnappen, schafft es aber nicht
und wirft "nur" unsere Teekanne vom Tisch. Darüber erschreckt er sich
mindestens ebenso wie wir und so bleibt er erstmal verschwunden. Später baumt
er über uns auf und beäugt uns sehr genau. Aber einen weiteren Versuch, einfach
an Futter zu kommen startet er dann doch nicht, stattdessen fliegt er nach
einer Weile in immer größeren Kreisen davon.
Auch wir brechen
auf, Richtung Süden. Einem Besuch bei Tonger Falls folgt die Fhrt zum Tanyera
Fall, aber den dort vorgesehenen Walk von (einfach) zwei Stunden tun wir uns
dann doch nicht an. Stattdessen geht es weiter nach Süden. Reynalds River, den
wir durchqueren müssen/dürfen, führt hier oben im Norden noch ziemlich viel
Wasser. Mehrmals wir die vordere Stoßstange überspült. Diese Stoßstange ist
außergewöhnlich: Nicht wie sonst üblich schwarz gestrichen, sondern polierter
Edelstahl. Bei Sonne schräg von hinten kann das dazu führen, dass ich am
Fahrersitz geblendet werde. Geblendet ist leicht übertrieben, weil durch die
Rundung das Sonnenlicht gestreut wird. Die 50 km bis zum südlichen Ausgang aus
dem Park auf der Reynolds River Road sind anspruchsvoll. Ich verstehe
allerdings nicht, warum immer wieder Bumps aufgeschoben sind. Manch einen sehe
ich zu spät, dann wird der Wagen gut durchgeschüttelt. Nichts geht kaputt, das
zeigt, dass wir gut gepackt haben.
Über die Dobat Road
fahren wir zum Stuart Hwy und auf diesem weiter nach Süden. Pause in Hayles
Creek (da ist dort, wo es die Jack Daniels Zapfsäule gibt) und wenig später in
Pine Creek, wo wir auch gleich Tomaten fürs Abendessen einkaufen.
Nachdem wir uns auf
dem Platz hier eingerichtet haben, gehen wir zum Schwimmen und genießen auch
hier das wunderbare Wetter. Der Wasserstand ist um etwa einen Meter niedriger
als bei unserem letzten Besuch hier und auch die Brücke für den Rundweg ist wieder
aufgebaut. Bei uns würde ein solches Geländer nie und nimmer genehmigt werden:
Da kann jeder, der nicht aufpasst, ganz leicht durchfallen in das nicht sehr
tiefe Wasser eineinhalb Meter unter der Brücke. Als ich aus dem Pool komme,
scheint der Wind kühl zu sein, doch wenig später ist er wieder richtig warm -
wenn meine Haut getrocknet ist.
Eine Wallabie-Mama
mit Joey im Beutel mag nicht fotografiert werden: Zuerst ist sie neugierig,
aber als ich in Position bin und die Kamera bereit habe, ist sie weggehoppelt.
Schade, vielleicht klappt es später oder morgen früh. Heute kocht Brigitte.
Abends sitzen wir
vor dem Auto und genießen den wunderbaren Sternenhimmel. Das Kreuz des Südens
macht sich rar: Es steht unter dem Horizont. Erst morgen früh kommt es hoch,
aber da wird es schon hel
Oops wo ist mein Kommentar geblieben? Hatte schon geschrieben wie ich im Geiste mit Euxh Reise. Alles ist so bekannt. Viel Spaß und Alles Gute weiterhin.
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