Sonntag, 28. September
Das frühe Aufstehen passend zum
Sonnenaufgang wird zur Routine, wir sind jetzt wirklich "hier". Wenig
später brechen die ersten bereits auf, da sind wir noch dabei, unser Frühstück
zu richten. Ungefähr um halb acht brechen auch wir auf, aber wir bleiben hier
in Kununurra. Unser Ziel ist ein Nationalpark direkt neben der Stadt, dort gbt
es ein paar Walks, die wir uns für heute vorgenommen haben.
| Im Mirima National Park |
Es lohnt sich, die Umgebung mit den
rotschwarzen Sandsteinfelsen der Kimberleys und sehr viel Grün trotz der
anhaltenden Trockenheit ist schön. Und um diese Zeit ist die Temperatur auch
für körperliche Betätigung sehr angenehm. Als wir alles abgegangen sind, ist es
schon merklich wärmer.
| Eine große Bougainvillea in Kununurra |
Den Rest des Tages verbringen wir auf dem
Campingplatz, immer mal wieder mit einem kurzen Swim im Pool gewürzt. Viel zu
schnell vergeht der Tag, schon ist wieder Zeit ans Abendessen zu denken und mit
dem Kochen zu beginnen. Momentan haben wir noch frische Sachen in großer
Auswahl, in den nächsten Tagen wird sich das ändern. Morgen geht es ab nach
Wyndham und dann weiter nach Westen auf die Gibb River Road mit ihren vielen
Seitenwegen und -Zielen. Da werden wir vermutlich auch nicht online sein
können. Und ab morgen werden wir für einige Tage nicht aus dem
Vierradantriebsmodus herauskommen, auch wenn das einen erhöhten
Kraftstoffverbrauch zur Folge hat. Aber wir wollen es ja so. Mal sehen, wie es
wird, die einen sagen so, die anderen so.
Samstag, 27. September
Beim Tanken gestern ist mir ein Malleur
passiert, etwas, von dem ich dachte, dass es nur den anderen passiert: Ich habe
die falsche Zapfpistole genommen und das erst gemerkt, als schon 2,02 l Regular
in den Dieseltank gelaufen waren. Vor lauter Schreck habe ich den Tank dann
randvoll gemacht, und somit nochmal 78,5 l Diesel dazu getankt. Früher lernte
ich mal, dass eine Beimischung von Benzin den Dieselmotoren nicht schadet, so
lange gewisse Grenzen nicht überschritten werden. Doch dann habe ich im
Internet nachgelesen mit der Folge, dass ich ziemlich schlecht geschlafen habe.
Aber das war nicht der Grund, warum wir schon um halb sechs aufgestanden sind.
Der Grund war vielmehr die Zeitumstellung und dass die Sonne schon vor sechs
aufgeht.
| Das Hotel Kununurra hat ein durstiges Kamel |
Kurz vor halb neun fahren wir los, um die
örtliche TCC-Vertragsgarage aufzusuchen. Komisch, in der deutschen Fassung ist
eine andere Adresse aufgeführt als im englischen Teil unseres Begleitheftes.
Die "englische" Werkstatt gibt es aber nicht, in der anderen ist
niemand da. Also versuche ich, ob ich telefonisch jemanden erreichen kann, nur
die Mailbox geht dran, ich erkläre die Situation und bitte um Rückruf. Dann
versuche ich erfolgreich, Chris in Sydney zu erreichen. Er meint, dass das kein
Problem sein sollte, es könne nur sein, dass der Motor gelegentlich nicht ganz
rund läuft. „Aber dann weischd du ja, woran es liegt.“ Für mich heißt das, dass
der Landcruiser nicht die modernste Technik benutzt, und dass das gut so ist.
| Am Orb bei der Zebra Rock Gallerie |
Wir besuchen die Zebra Rock Gallery. Zebra
Rock ist eine 600.000.000 Jahre alte Gesteinsform, die gestreift ist eben wie
ein Zebra. Wie sich diese Steine gebildet haben weiß man nicht, man weiß nur,
dass die dunkle Farbe Eisenoxid (also Rost) enthält. Diese Steine wurden bisher
nur hier in den East Kimberleys gefunden. Die frühere Mine ist unter dem Lake
Argyle versunken, doch gibt es eine Stelle, wo die Steine im Tagebau abgebaut
werden können, aber nur während der dry season. In Handarbeit werden aus diesen
Steinen dann Schmuckstücke, Gebrauchsartikel und Kunstgegenstände geschnitten,
gefräst und geschliffen. Wasser ist hier in Kununurra und Umgebung durch die
Nähe des Lake Argyle, des größten künstlichen Gewässers der südlichen
Hemisphäre, kein Problem. Außerdem fließt hinter dem Haus der Ord River vorbei
auf seinem Weg zur Timor Sea. Dort kann man Fische füttern, entsprechend kommen
sie sofort, wenn sich ein Mensch nähert. Aber sogar die Hündin des Hauses kann
sie herbeilocken: Sie zeigt uns den Weg zum Wasser und steigt hinein. Schon ist
vor ihr ein ziemliches Gewusel, das sich allerdings ebenso schnell wieder legt,
als die Fische merken, dass es nichts zu fressen gibt.
Am swimming beach des Orb legen wir eine
Pause ein, gehen auch baden. Wie immer ist es auch hier nicht wirklich schwer,
mit Aussies ins Gespräch zu kommen.
Den Hinweisen aus der Visitor Information
folgend fahren wir noch ein wenig durch die Gegend und genießen zum Beispiel
den herrlichen (fast) Rundblick von Kelly's Knob aus.
Letztlich kehren wir wieder zurück zu
Ivanhoe Village und buchen uns noch mal für zwei Nächte ein.
Komisch, heute ist offensichtlich der Tag
der Gespräche. Auch im Pool kommen wir ins Gespräch, zuerst mit einem Paar aus
Victoria, dann mit einem aus Schriesheim. Die Victorians sind seit 15 Monaten
unterwegs, sie sind bekennende Grey Nomads. Derzeit sind sie auf dem sehr
langsamen Weg nach Süden, wir sehen die Möglichkeit, dass wir uns in Broome
treffen. Das Paar aus Schriesheim kommt von der Gibb River Road, ihnen war es
dort zu heiß, so dass sie auf den Highway gewechselt sind um schneller hier zu
sein. Sie sind in Perth gestartet und auf dem Weg nach Darwin und weiter nach
Sydney, von wo sie dann nach Neuseeland übersetzen wollen.
In der Viertelstunde der Fruitbats - ein
Zeitraum nach Sonnenuntergang, kurz vor der richtigen Dunkelheit, in dem
Tausende der großen Flugsäuger am Himmel über uns nach Westen ziehen, ihren
Futterplätzen entgegen. Gegen Morgen kommen sie dann wieder zurück, um ihre
Tagesruheplätze aufzusuchen - liegt im Westen eine schmale Mondsichel über dem
Horizont, zwei Stunden später ist sie/er schon
untergegangen. Liegt im wahrsten Sinne, denn es sieht aus, als würde sie
schaukeln, beide Spitzen zeigen nach oben.
Auch beim Spülen in der Campkitchen kommen
wir ins Gespräch mit einer Familie aus Sydney, sienutzen die derzeitigen
Schulferien und fahren von Broome nach Darwin. Sie erzählen und geben Tipps von
der Gibb River Road, wir erzählen und geben Tipps über unseren Weg hierher.
Heute Nachmittag ist eine andere Familie hier eingetroffen, ein junges Ehepaar
mit drei kleinen Kindern; Die kleinste ist vielleicht eineinhalb, der nächste
drei und die große fünf. Auch mit dem Vater der drei kann ich einige Zeit
reden. Sie sind aus Melbourne, er hat sich ein Jahr freigenommen, um Australien
zu bereisen. Sie sind die Ostküste hochgefahren, waren in Cape Yorck und sind
jetzt auf dem Weg nach Broome. Die Kinder kommen offensichtlich sehr gut mit
dieser Situation zurecht.
Bereits um acht sind wir so ziemlich die
einzigen, die noch nicht schlafen.
Freitag, 26. September, Nachtrag
Doch ich brauche ziemlich lange, bis alle
Daten und Bilder in meinem Blog sind und an der richtigen Stelle stehen.
Immerhin habe ich jetzt gelernt, wie ich die Bilder auf schnellere Weise an den
geeigneten Stellen einfügen kann.
| Unser treuer Begleiter auf Australiens Straßen |
Schoen, dass es heute noch was zu lesen gab. In dem Verhaeltnis Benzin zu Diesel sollte wirklich kein Problem auftreten. Auf dem Weg hoch nach Wyndham auf dem halben Weg auf der linken Seite kommt "The Grotto". Kann ich empfehlen, dass ihr mal runtersteigt. Ich war ganz allein an dem Teich und fand es recht beeindruckend. In Wyndham dann "The Bid Croc" habt ihr ja schon das Bild gesehen. Die caretakerin am Campground hat mir einen der leckersten Salate meines Lebens gemacht. Interessant war auch der Afghan Cemetary. Auch die Verladestation der Roadtrains am Cambridge Gulf. Na auf jeden Fall viel Spass da oben.
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