Samstag, 22. November 2014

Samstag, 22. November, immer noch bzw. schon wieder in Coral Bay



Samstag, 22. November

Nach insgesamt acht Tagen fängt es an, zur Routine zu werden. Und so wird es langsam Zeit, die Zelte abzubrechen und weiterzuziehen. Doch heute sind wir noch hier. Spazierengehen, Schnorcheln (drei Durchgänge, dh. ins Wasser, die Küste entlang treiben lassen, zurück zu "unserem" windgeschützten Platz - außer uns ist fast nie jemand da - und aufwärmen), Bäckereibesuch, Einkaufen, Duschen. Und damit ist fast schon wieder Zeit zum Dinner.
On th Beach
Die Schnorchelsachen, Brillen, Schnorchel und Flossen (die wir aber nicht benutzt haben hier in Coral Bay, das macht es einfacher), sind gereinigt und getrocknet und warten darauf, morgen früh eingeladen zu werden. Der Beutel gehört zu den Sachen, die abends immer ausgeladen werden (müssen) und die Nacht im Freien verbringen, wie auch der Tisch und die Stühle. 

Freitag, 21. November

In der Nacht soll es gestürmt haben. Das berichten zumindest verschiedene unserer Nachbarn, sie hatten Probleme mit ihrem Sonnenschutz. Wir haben es nicht gemerkt und bei Sonnenaufgang ist der Wind nur ganz schwach. Keine Sorge, er wird schon wiederkommen.
Der Strandspaziergang führt uns heute Richtung Süden, doch schon nach wenigen Kilometern ist Schluss, die Felsen werden zu unwegsam. Durch die Dünen wollen (und sollen) wir nicht gehen, also kehren wir um.
Nach dem Schnorcheln - das Wasser erscheint noch kälter, dafür ist der Wind etwas wärmer, das gleicht sich also aus - ist ein Besuch in der örtlichen Bäckerei bereits zur Gewohnheit geworden. Wenn wir noch länger hier sind, nehme ich bestimmt zu. Immerhin ist das ja fast eine dritte Mahlzeit, ein später Lunch.
Another Sunset in Coral Bay

Donnerstag, 20. November

Breaki Guest
Vormittags gehen wir - unbeabsichtigt - zum Shark Spotting. Wir gehen einfach Billy's Bay nach Norden bis Maud's Landing. Auf halber Strecke beginnt ein "Shark Sanctuary", ein Schutzgebiet für Reefhaie. Zuerst aber schrecken wir einen riesigen Schwarm Seevögel auf, Möven, Plover, Kormorane. Sie fliegen auf, fliegen ein Stück von uns weg und landen wieder, das wiederholt sich, bis sie auf die Idee kommen, über das Meer um uns herum nach Süden zu fliegen. Unterwegs sehen wir auch zwei Schildkröten, eine Leatherback und eine Hawkbill. Auf dem Rückweg sehen wir sie dann, die Haie. Erst nur ein einzelnes, größeres Exemplar, dann ein zweites, ein drittes. Weiter im Süden ist eine tiefere Stelle umgeben vom Strand auf zwei Seiten und einer Sandbank auf der dritten, das nutzen die Haie aus und sperren die vierte Seite ab, sehr zum Unwillen der großen, weißen Fische, die sich in diesem Küstengewässer zwischen Strand und Korallen herumtreiben. Aggressiv sieht das allerdings alles nicht aus, eher spielerisch. Die Haie stören sich auch nicht daran, dass ich im knietiefen Wasser sehe, um ihnen möglichst nahe zu sein, ohne sie zu ärgern. Letzteres scheint gelungen zu sein.
Später gehen wir wieder Schnorcheln. Auch Brigitte macht es inzwischen Spaß und sie genießt die Unterwasserwelt ebenso wie ich.
Gestern beim Kochen ist die Gasflasche leer geworden, die zweite auf dieser Reise, am 66. "Camping-Tag". Gut, das eine oder andere Mal habe ich eine Camp Kitchen benutzt, aber doch eher selten und so hat auch die zweite Flasche 30 volle Campingtage durchgehalten. Und das trotz des teils starken Windes, der das Kochen etwas langwieriger macht, weil immer wieder die Flamme vom Topf weggeblasen wird. Ich lasse sie über Mittag auffüllen, auch wenn ich fast sicher bin, dass wir sie nicht mehr benutzen werden.
Seit Exmouth (am 6. 11.) habe ich kein Handtuch mehr benutzt, ich lasse mich nach dem Baden oder Duschen immer von Wind und Sonne trocknen. Dann kann es auch nicht schmutzig werden.
Am späten Nachmittag wird es wieder reichlich kühl, nach Sonnenuntergang ist fast niemand mehr außerhalb der Caravans oder Wohnmobile zu sehen.

Mittwoch, 19. November

Auf dem Weg nach Süden sehen wir einen Wagen am Rand stehen. Der Motorraum ist offen, der Fahrer schaut rein. Kann ich da was helfen? Nach langem Zögern halten wir an und fragen. Zum Glück ist alles in Ordnung, der Fahrer konnte den Fehler selbst beheben und eben sein Auto wieder starten. Er hat das gleiche Ziel wie wir, Coral Bay. Kurz nachdem er uns eingeholt hat, bleibt er wieder am Rand stehen. Ich kehre um, denn im Notfall können wir ihn jetzt einfach abschleppen oder mindestens mitnehmen. Aber er muss nur Sprit nachfüllen. In Coral Bay steht er vor dem Caravan Park, dort ist ein Supermarkt. Er fragt, ob ich mit ihm zum Fischen will, ich lehne dankend ab. Seltsam, er fragt überhaupt nicht nach.

Und wieder werden wir vier Nächte hier in Coral Bay bleiben. Der Wetterbericht verspricht schwächeren Wind und höhere Temperaturen. Mal sehen, wie es dann wirklich sein wird. Wir nehmen diesmal einen Platz in der ersten Reihe, direkt gegenüber von der Bucht. Zwischen uns und dem Strand ist nur noch die wenig befahrene Straße und ein Fußweg.
Back in Coral Bay
Gegen 11 ist alles eingerichtet und wir gehen zum Strand. Nach zwei Schnorcheltouren reicht es mir für heute. Ich habe ein bisschen Angst davor, wieder einen Sonnenbrand zu bekommen. Auch bei leichteren Wind wie heute ist die Stärke der Sonne nicht mehr direkt festzustellen. Der Wind ist definitiv schwächer als letzte Woche, aber nicht wärmer.

Dienstag, 18. November

Um sieben Uhr sind wir unterwegs. Schon nach wenigen Kilometern halten wir noch mal an, hier ist ein Lookout auf den Burringurrha in der Morgensonne.
Etwa 150 Kilometer nördlich von unserem Herweg fahren wir zurück nach Westen. Die horizontale Verschiebung ändert nichts am Umland: Schrubb so weit das Auge reicht. Es ist erstaunlich, dass sich hier überhaupt irgendwelche Tiere ernähren können, von o großen Grasfressern wie Kühen ganz zu schweigen. Vielleicht sind sie deshalb auch nicht zu sehen. Aber es gibt sie, das sehen wir an den Hinterlassenschaften. Einmal sehen wir gar eine kleine Herde: Drei Kühe, ein Bulle und drei Kälber. Das eine Kalb ist noch sehr klein und sehr agil, es läuft uns nach. Einmal schrecken wir einen Emuhahn mit sechs Jungen auf. Leider ist es so wie immer: Wenn sie mal am Laufen sind, hält sie erstmal nichts mehr auf.
Australian Wildlife
Bei Lyndon Station biegen wir ab nach Norden und plötzlich gibt es wieder Spinifex, so grün, als sei es nicht trocken gewesen die ganze Zeit über.
30 Kilometer später passieren wir den Tropic wieder, den Wendekreis des Steinbocks, diesmal in Nordrichtung. Wir sind wieder in den Tropen. An den Außentemperaturen wird man es vermutlich nicht feststellen, dazu müssten wir viel weiter hinauf in den Norden.
Gestern muss es an manchen Stellen unseres Weges  ziemlich geregnet haben: Immer wieder stehen große Pfützen am Weg, es staubt nicht oder nur sehr wenig, manchmal ist der Belag recht weich. Das macht nicht viel, wenn sich die weiche Stelle über die Breite des Autos erstreckt. Ist sie nur an einer Seite, heißt es aufpassen, denn dann tendiert der Wagen aus der Spur zu geraten. Aber aufpassen muss man ohnehin, denn immer wieder Mal sitzt ein großer Goanna auf der Straße. Meist sieht man sie erst ziemlich spät. Bei einem kleineren Exemplar wäre es beinahe schief gegangen.
Am Yannarie River Welcome Rest Stopp, wo wir schon die Nacht vom 5. auf den 6. November verbracht haben, richten wir uns für heute ein. Diese Nacht bleiben wir alleine auf dem riesigen Gelände.

Montag, 17. November

Beim Aufstehen ist der Himmel fast wolkenfrei, die Sonne kommt wenig später und bestrahlt die uns zugewandte Seite des Berges. Meine Zeichnung am Heck des Hochdachs ist verschwunden - so ist das mit diesen volatilen Versuchen. Der Bushi ist wieder einigermaßen sauber. Dabei waren es nur etwa 5 mm Niederschlag, immerhin ein Vierzigstel des Jahresdurchschnitts hier.
Breakfast after the Rain
Der Gully Trail zum Mt Augustus ist dennoch gut begehbar und fast trocken. Nur einzelne Pfützen erinnern an die etwas feuchte Nacht. Nach drei Stunden erreichen wir den Gipfel, der einen wunderbaren Rundblick über die ganze Gegend bietet. Das Paar aus Hervey Bay sitzt oben auf der Bank und telefoniert! Hier oben gibt es tatsächlich Mobile Empfang - unten auf dem Campsite ist davon nichts zu ahnen. Ich hab' mein Mobile gar nicht erst mit raufgenommen.
Der Weg nach unten über den Summit Trail ist schwieriger als der Weg hoch, das ist aber meistens so, weil abwärts die Schwerkraft den Schritt beschleunigt, aufwärts aber abbremst. Nur sollte derSummit Trail eigentlich der einfachere Weg sein, er ist als Kategorie 4 eingestuft, der Gully Trail hat Kategorie 5.
Wir bleiben noch eine Nacht hier im Campsite und fahren deshalb nach der Wanderung die Loop Road um den Rock herum. An einer stelle gibt es Aboriginal Rock Art anzusehen, das trauen wir uns gerade noch zu.
Im Laufe des Nachmittags kommt der Wind, der heute Mittag nur oben am Summit zu spüren war, auch hier unten an und brist auf, am Himmel ziehen Wolken auf. Ich deke, das ist eine Folge des gestrigen Regenfalls. Das Wasser ist in der Mittagshitze verdunstet und kondensiert einige Hundert Meter über der Erde in Form von Wolken.
Der Abendhimmel ist im Südwesten am Horizont durch Wolken verdeckt, dort ist ein Gewitter. Der Donner ist allerdings nicht zu hören, ich sehe nur die Blitze in relativ schneller Folge. Hier bleibt es trocken und warm, das Sternenmeer ist begeisternd. Orion steht um Viertel nach neun in ganzer Pracht am östlichen Nachthimmel.

Sonntag, 16. November

Die Fliegen sind schon da, als ich aus dem Auto komme. Zum Frühstück kämpft sich die Sonne durch die Wolken - gestern Abend hat es angesetzt zu regnen, aber es kam nicht dazu - doch das hält nicht lange an. Wir fahren zurück nach Gascoyne Junction, um uns von dort aus nach Osten und später nach Norden zu orientieren. Die Landschaft setzt sich so fort wie sie gestern war, nur ist die Straße jetzt rot statt grau. Nach Dalgety Downs ist von dem roten Boden nur noch wenig zu sehen: Irgendjemand hat sich die Mühe gemacht, den Boden soweit das Auge blicken kann, also von den Bergen links von uns bis zum Horizont auf der südlichen Seite, mit weißem, grobem Schotter zu bedecken. Nur die gelegentlichen Tracks, die nach rechts oder links abzweigen, und unser Weg zeigen das gewohnte Rot.
Nachdem wir bei Landor nach Norden abgebogen sind, sieht alles wieder so aus wie gestern. Nicht dass es jetzt weniger steinig wäre, die Steine sind nur ebenfalls rotbraun. Nein, es sieht nicht ganz wie gestern aus: Es ist kein Wildlife unterwegs, offensichtlich haben die Tiere heute alle frei, weil Sonntag ist. Keine Kuh, kein Känguru, nicht mal eine Ziege oder ein Schaf, und nur ganz selten ein Vogel, das ist schon ungewohnt.
Und dann sehen wir den Mt. Augustus. Bei den Aboriginal, der hiesige Stamm sind die Wajarri People,  heißt er Burringurrah. Es handelt sich um einen Monolithen, also einen Felsen, ähnlich wie der Uluru. Da er aber zum einen vollständig mit Büschen bedeckt ist und zum anderen nicht ganz so solitär in der Gegend herumliegt, ist er in meinen Augen nicht so eindrucksvoll, dafür sieht man ihn bereits aus großer Entfernung.
Eastside of Mt Augustus
Er erhebt sich 715 m aus einer Sandsteinebene mit trockenem Bushlandbewuchs (Wattle, Cassia und Eremophila), der Gipfel ist 1105 m über dem Meer. Der Felsen ist rund 12 km lang und 5 km breit, die herumführende Straße ist 49 km lang - alles etwa doppelt so groß wie beim Uluru. Der Burringurrha ist also rechnerisch acht Mal so groß wie der Uluru. Wie dieser ist der Burringurrha ein Conglomerat aus Sandstein und Quarz, die heutige Struktur soll sich vor etwa 900 Millionen Jahren herausgebildet haben. Allerdings ist der Burrigurrha wesentlich stärker erodiert als der Uluru, weswegen er auch bewachsen ist. Die ehemalige Deckschicht wurde von der Natur weggewaschen und bildet jetzt das hügelige Umland.
Nach dem Spülen beginnt es zu regnen.

Samstag, 15. November

Rotes Land, kein Gras, grüne büsche, von knietief bis mannshoch, einzelne krüppelige Bäume - Buschland. Das ist es, was uns auf der Fahrt ins Landesinnere erwartet. Das graue Band der Asphaltstraße windet sich hindurch, vorbei an gelegentlichen Claypans und einzelnen Hügeln. Wir sind im Einzugsgebiet des Gascoyne Rivers, des größten Flusses in Western Australia. Allerdings hat er nicht dauerhaft Wasser, jetzt ist er fast ausgetrocknet. Wenige Kühe, einige Emus, Kängurus und viele Ziegen sind unterwegs und laufen bzw. springen weg, wenn wir uns nähern. Ziegen sind eine Pest hier. Sie sind direkte Fresskonkurenten der Känguru, haben aber die deutlich höhere Reproduktionsrate, etwa 5:1. Niemand will sie haben, es gibt nur ganz selten irgendwo Ziegenkäse, und so leben sie wild und erfolgreich. Bei der "Roadpizza" - Kadavern, die der Begegnung mit Autos zum Opfer gefallen sind - stellen Ziegen einen verschwindend kleinen Anteil. Vermutlich sind sie zu schlau.
Vom alten Gascoyne Junction, einem kleinen Ort am Zusammenfluss von Gascoyne River und Lyons River, ist nichts mehr übrig außer einer Gedenktafel. Der Ort, wie er sich jetzt präsentiert, wurde am 24 Juni 2014 offiziell eingeweiht. Was machen die Leute, die hier leben?
Wir übernachten in der Kennedy Range. Die Kennedy Range ist ein Hochplateau, etwa 75 km lang und 25 km breit, das übriggeblieben ist von der ursprünglichen Oberfläche dieser Gegend. Vor rund 250 Millionen Jahren war das Gascoynebecken Teil eines flachen Meeres. Durch tektonische Aktivität wurde der Meeresboden angehoben und wurde zur Oberfläche. Nur diese eine Mesa und einzelne kleinere Hügel im Umland konnten der Erosion bisher widerstehen. Die Kennedy Range erhebt sich etwa 100 Meter über das ansonsten flache Umland. Am östlichen Rand der Range gibt es einige spektakuläre "Cliffs"
Cliffs of the Kennedy Range
(das sind die steilen Enden der Mesa) und bemerkenswerte Gorges. Wir erwandern uns die Honeycomb Gorge mit bemerkenswerten Auswaschungen im weichen Sandstein und die Temple Gorge, beide haben zur Zeit kein Wasser. Gleiches gilt für die Drapers Gorge mit ihren fünf kleinen Wasserfällen mit Plonge Pools, auch da ist alles trocken. Es muss allerdings beängstigend sein, hier zu sein, wenn die Regenzeit einsetzt und von allen Seiten das Wasser ankommt, um die Gorges zu füllen und sich ins Becken des Lyons Rivers zu ergießen. Hier in Temple Gorge richten wir uns für die Nacht ein.

Freitag, 14. November

Kurz nach 9 Uhr überqueren wir den Wendekreis des Steinbocks nach Süden, verlassen also vorerst die Tropen - aber gefühlt ist das ja schon länger her. Wenig später wird das Land deutlich trockener, die Spinifex weichen und machen Mitchelgrasbüscheln Platz. Diese Büschel sind aber bereits ganz grau. Am Horizont ist der Himmel rot gefärbt: Vom Wind aufgewirbelter Staub aus der Ebene sättigt die Luft. Gelegentlich bilden sich auch wieder Windhosen, aber sie sind nur von sehr kurzer Dauer, der Starkwind reißt sie sofort auseinander.
Roadtrains waiting for their Drivers
In Carnarvon füllen wir unsere Vorräte auf, das ist die erste Gelegenheit seit TomPrice. Denn Coral Bay ist so abgelegen und klein, dass der Supermarkt nicht gut sortiert, dafür aber selbst für hiesige Verhältnisse sehr teuer ist. In Carnarvon gibt es einen Woolworths und entsprechend auch eine relativ günstige Tankstelle, bei der wir durch den Einkauf bei Woolworths und ein Spezialangebot 5 Cent pro Liter einsparen. Aber nur bei 150 der getankten 152,7 Liter ;-). Die kurzen Strecken und häufigen Stopps im Cape Range National Park und der niedrige Reifendruck auf der Strecke nach Coral Bay machen sich beim Verbrauch bemerkbar: 11,47 l/100 km. Bei der Tankstelle kommen wir mit zwei Jungs aus UK ins Gespräch, die wir während der Tage im Cape Range NP jeden Abend gesehen, aber nie gesprochen hatten. Sie sind als "Work & Travel" Teilnehmer hier und werden ab Anfang Dezember 88 Tage lang in der Nähe von Carnarvon als Fruitpicker in einer Spargelplantage arbeiten. Hoffentlich haben sie da weniger Probleme mit den Fliegen, über die sie sich beschweren (zu Recht).
Im Nordwesten der Stadt ist die One Mile Jetty - eine Pier, die sich über eine Meile ins Meer hinaus erstreckt, damit auch hochseefähige Schiffe hier in Carnarvon anlanden können - naja, konnten, heutzutage ist das im Hinblick auf Roadtrains kein Thema mehr. Die Jetty ist noch im Originalzustand erhalten, allerdings nur bis kurz vor dem Kopf begehbar, weiter geht es nicht mehr, die Balken sind zu morsch. Zusehen sind noch die Geleise der Bahn, mit der die Waren (in erster Linie Wolle) zum Verladen auf die Jetty gebracht wurden, außerdem liegt auch noch das Wasserrohr zur Versorgung der Schiffe mit Frischwasser auf der Pier. Auf dem Kopf liegen drei Gleise nebeneinander. Die Schafe, die verladen wurden, mussten alleine nach vorne Laufen, dazu gab es ein Laufgatter. Das ist nicht mehr da, deswegen ist auf der einen Seite der Jetty nur das große Nichts. Immerhin, bei uns wäre die ganze Anlage vermutlich schon seit Jahren gesperrt oder sogar wegen Einsturzgefahr bereits abgerissen. Die notwendigste Wartung erfolgt durch einen Club, also einen Verein, dennoch kostet der Zutritt nichts. Die Jetty wird in erster Linie von Anglern benutzt, denn die seit 117 Jahren im Wasser stehenden Pfosten haben eine Art künstliches Reef gebildet, in dem sich jede Menge Meeresgetier angesiedelt hat und das deshalb auch große Fische und Schildkröten anlockt. Die meisten der großen Schildkröten (mit Ausnahme der Hawkbill) sind als Erwachsene Herbivoren, ernähren sich von Seegras, Algen und gelegentlich einer Qualle.

Donnerstag, 13. November

Nach jedem Schnorchelgang muss ich mich etwa 30 Minuten im Windschatten in die Sonne legen, um wieder aufzuwärmen. Aber es ist gut so, wie es ist. Das Schnorcheln macht zunehmend mehr Spaß, das ist schon eine tolle Welt dort unten.
Ansonsten reden wir mit den "fellow campers", jeder hat andere Vorschläge, was wir noch sehen müssen, solange wir hier in Australien sind. Einer fragt, ob wir schon in Cape Yorck waren, das sei ein sehr lohnendes Ziel. Er hat auch Frenchman Track schon befahren. Heute ist großer Wechseltag, so scheint es jedenfalls, morgens fahren viele ab, bis zum Abend ist der Platz im vorderen Bereich fast wieder voll.
Sunset in Coral Beach
Heute habe ich gesehen, dass der Platz für die großen Ferien 15/16 bereits vollständig ausgebucht ist - jetzt, mehr als ein Jahr im Voraus! Ich gehe davon aus, dass für die kommende Ferienzeit, sie beginnt zum Glück erst am 22. Dezember (also eigentlich bereits am 19. 12., aber die eine Nacht werden wir irgendwie überbrücken), auch nichts mehr frei ist. Nun ist Coral Bay ein begehrtes Reiseziel, aber doch recht abseits. Gerade mal eben reisen nicht mal Australier hier her, deswegen ist ja jetzt auch Nebensaison.

Mittwoch, 12. November

Wegen des dem Wetterbericht folgenden anhaltenden Windes um die 50 km/h aus SSW ist der Aufenthalt im Freien unangenehm, besonders wenn wir aus dem Wasser kommen. Nach zwei Schnorcheltouren muss ich zurück in den Windschatten (und in die Sonne), um mich wieder aufzuwärmen. Der zweite Durchgang ist fast schon einer zu viel.
Quad Tour along the Beach
Nachmittags machen wir kurz entschlossen eine Quadbiketour. Am Anfang ist es ein komisches Gefühl, auf der Straße sogar ziemlich Arbeit, weil das Gerät nur schwer zu steuern ist. Später wird es immer besser, vor allem auf Sand zwischen den Dünen. Sogar Brigitte hat Spaß dabei, auch wenn sie nur als Sozia dabei ist.


Dienstag, 11. November 2014

Dienstag, 11. November, Coral Bay (WA) Martinstag in der Sonne



Dienstag, 11. November

Ein ruhiger Tag
View from our Bushi
steht an.

Rumlaufen, Lesen, Schnorcheln, immer wieder Unterhaltungen mit anderen Campern hier auf dem Platz. Manche brechen auf, andere bleiben noch, wieder andere kommen an. Wir tauschen uns aus, Erfahrungen auf dem Weg, Tipps, was man ansehen sollte, was eher weggelassen werden kann, all das. Natürlich ist das viel Small Talk, aber es gehört dazu.
Ich hatte nicht gedacht, dass es mir bei 29° C im Schatten, die es momentan angeblich hat, kühl sein könnte. Aber der Wind macht es möglich, die kühle Brise, sonst willkommen, geht mit ihren anhaltenden 25 bis 30 km/h langsam aber sicher auf die Nerven. Weiter landeinwärts ist das vermutlich ganz anders.
Letzte Woche sind die Plover aus dem Norden hier angekommen, einer dieser Vögel läuft um unseren Stellplatz herum auf der Suche nach einem geeigneten Nistplatz. Die Plover sind Bodenbrüter und kommen nur zum Nisten und zur Aufzucht der Jungen hierher nach Australien. Zum Ende des Sommers geht es zurück in den Norden. Wie das eben so ist bei Zugvögeln.

Montag, 10. November

Coral Bay ruft - und wir folgen.
Beim Aufstehen sind noch immer die dichten Wolken am Himmel, die gestern Abend aufgezogen sind. Es baut sich was auf.
Statt Frühstück packen wir unsere Sachen ins Auto und lassen 50% der Luft aus den Reifen. Ob es wirklich 50% der Luft sind, wenn wir den Druck halbieren? Die beiden Schweizer waren schneller, sie kommen uns auf "unserer" Seite der Furt entgegen. Pflichtgemäß gehen wir die Furt ab, schauen auch, ob es einen besseren Weg gibt als den von eben vorgegebenen, verabschieden uns von den Schweizern und fahren los. Das heißt ich fahre, Brigitte ist schon vorgegangen und filmt. Die Durchfahrt ist überhaupt kein Problem, der Bushi zuckt noch nicht mal, das Wasser geht an der tiefsten Stelle bis zur Mitte der Nabe und ist fast salzfrei.
Die Strecke nach Süden, die uns bis Coral Bay ca. 200 k einspart, ist interessant. Nicht wirklich schwierig, aber doch so, dass sie die ganze Aufmerksamkeit erfordert. Es ist alles drin. Wasser über Sand (bei der Furt), lockerer Sand, Geröll, Felsen, Corrugation der ganz besonders üblen Art, Auswaschungen, Sandlöcher. Und dann ist plötzlich kein Track mehr zu sehen, nur noch Sand einer Düne. Wir steigen aus und gehen ein Stück um zu sehen, wie am besten zu fahren ist. Der Ausgang ist dann wieder eindeutig zu sehen. Auch diese Hürde ist für den Bushi keine.
9 km vor Coral Bay ist es vorbei mit der "unsealed road", es geht auf Asphalt weiter. Also hole ich den Kompressor unter der Bank hervor und beginne, die Reifen wieder aufzupumpen. Doch beim zweiten brennt die Schmelzsicherung in der Zuleitung zum Kompressor durch, Ersatz haben wir nicht. So fahren wir mit ungleichmäßigem Reifendruck die letzten Kilometer, um in Coral Bay dann an der Tankstelle (es gibt nur diese eine) die Reifen wieder in einen ordnungsgemäßen Zustand zu versetzen. Werners Erfahrung folgend mieten wir uns auf dem „Peoples Park“ Caravan Park direkt am Strand (aber nur in der zweiten Reihe) für vier Tage ("stay 4 pay 3 nights") ein. Ein wunderbarer Blick auf die Bucht und das türkisfarbene Wasser liegt vor uns, auch noch nachdem die erste Reihe vergeben ist. Richtig warm ist es erst, als die Wolken sich weitgehend auflösen und die Kraft der Sonne zum Tragen kommt.
Nachmittags gehen wir über die Straße zum Strand, zum Sonnenbaden im Windschatten eines Felsens und zum Schnorcheln. Auch hier sieht es richtig gut aus unter Wasser, allerdings sind die Korallen und damit auch die anderen Meeresbewohner wesentlich tiefer als oben am Cape Range. Dafür besteht nicht die Gefahr, sich an den scharfkantigen Korallen zu verletzen - oder sie abzubrechen, wenn man dagegen stößt.
Der Wind wird für die kommende Woche so bleiben, erst am Sonntag lässt er nach, sagt der Wetterbericht. Dann werden auch die Nächte wieder wärmer (wärmer als die derzeitigen 17° C).  Aber da sind wir schon anderswo, voraussichtlich.
Sunset in Coral Bay

Sonntag, 9. November

In nur noch sechs Wochen sind wir bereits wieder zu Hause - wenn alles so klappt, wie es geplant und gebucht ist. Jetzt geht die Zeit doch deutlich schneller vorbei.
Beim Schnorcheln und dem anschließenden Aufwärmen gestern habe ich mir einen Sonnenbrand am Rücken, an der Kopfhaut und an den Oberschenkeln zugezogen. Das habe ich heute Nacht gemerkt, weil der Rücken gekratzt hat. Da muss ich heute vorsichtig sein.
Geweckt werde ich von seltsamen Geräuschen auf unserem Dach, es klingt wie leichter Regen. Aber ein Blick aus dem Fenster zeigt blauen Himmel. Jetzt höre ich ein bekanntes Geräusch, die Unterhaltung von Zebrafinken. Sie sitzen auf unserem Dach und nehmen den Tau auf, etwa 20 Vögelchen. Sie verhalten sich so, wie das bei ihnen die Regel ist, keinen Moment der Ruhe, immer unterwegs. Das waren die Geräusche, die ich von innen hören konnte, das Picken mit dem Schnabel an das Dach beim Trinken, das Herumtrippeln und das Landen. Als ich aussteige, fliegen sie zum nächsten Auto, dem der Neuseeländer (Greg und Hannah). Nach dem Frühstück - richtig schön ohne diesen kalten Wind - unterhalten wir uns noch mal länger mit ihnen. Ach ja, sie sind etwas älter als wir und ebenfalls "retired".
Langsam weiter nach Süden. Zuerst ein längerer Strandspaziergang an Pilgramunna mit Krebs-Schauen (die Day Use Area wird von einer Känguru-Dame mit Jungtier benutzt, sie gehen auch nicht weg, als ich mich nähere), dann Baden in der Sandy Bay. Das Wasser wird etwa 25 Grad haben, das ist nicht übermäßig viel und liegt an der Untergrenze dessen, was die Korallen vertragen (22 bis 34 Grad Wassertemperatur, weswegen die globale Erwärmung die Korallen etwas stresst). Hier an Sandy Bay gibt es keine Korallen, also auch kein Snorkeling, gut für meinen Rücken.
Dann ist das südliche Ende des Parks erreicht, in Yardie Creek bleiben wir heute Nacht. Ein sehr schöner Weg den Yardie entlang hinein in seine Gorge schließt unsere heutigen Aktivitäten ab. Am Ende des Wegs beobachten wir einige Zeit ein Nest mit drei jungen White Bellied Sea Eagles. Naja, ganz sicher bin ich wegen der Art der Vögel nicht. Zuerst dachte ich, es seinen Ospreys, aber dazu sind Brust und Bauchgefieder der Alttiere zu weiß. Brahmany Kites aber haben ein helleres Deckgefieder und hellere Flügel. Bleibt als einziger Raubvogel, dessen Farben passen, der Seeadler. Das kommt auch mit der Größe hin. Die Jungen sitzen auf dem Rand des Nestes und bewegen nur gelegentlich den Kopf, während die Alttiere unterwegs sind.
Yardie Creek Crossing
Nach dem Sonnenuntergang sehen wir uns - sozusagen als Abendspaziergang - die Furt im Yardie River an, die wir morgen früh fahren wollen. Es sollte kein Problem sein - und die nachfolgende Strecke auch nicht, da kommt nämlich gerade ein Auto (Britz Landcruiser mit Hubdach) an. Wir unterhalten uns kurz über den Fluss hinweg, was wegen des anhaltenden Windes und der Entfernung nicht ganz einfach ist. Die beiden warten mit der Querung des Flusses bis zur Morgenebbe, dann ist es auch hell.


Samstag, 8. November

Die Sonne hat schon viel Kraft, aber kurz nach dem Aufgang dauert es eben doch, bis es etwas angewärmt ist. Der Wind ist nämlich noch immer da und hat auch nicht abgenommen über Nacht. Offensichtlich gibt es im Westen ein Tief, durch das antarktische Kaltluft hereingeschaufelt wird. Pech für uns. Heute Nacht war die mit Abstand kälteste Nacht dieser Reise.
Cape Range ist ein Höhenzug auf dem Nordwestkap des australischen Kontinents. Er erhebt sich etwa 250 m über das unmittelbar angrenzende Meer, erstreckt sich im Westen der Halbinsel von Exmouth etwa 180 km nach Süden und verläuft sich dann. Er besteht aus Limestone, Kalkstein, und ist, wie die meisten Höhenzüge dieser Art, relativ stark verkarstet. Bedingt durch den Kalkstein gibt es hier auch Gorges, eine davon wollen wir heute besuchen, Munda Munda. Das Besondere am Cape Range National Park ist aber die Nähe des Höhenzugs zum Ningaloo Reef. Das Reef ist 260 km lang, beginnt auch auf der Höhe von Exmouth und folgt dem Küstenverlauf nach Süden. Es ist nie weiter als 1 km vom Ufer entfernt, meist sogar sehr viel näher. Durch das Reef ist ein geschützter Bereich entstanden, in dem sich Korralen angesiedelt haben und in ihrem Gefolge die bereits erwähnten vielen verschiedenen Meeresbewohner.
Bei Turquoise Bay treffen wir nach einem spanischen Ehepaar, er fotografiert Ameisen, ein englisches Paar in unserem Alter, sie sind auf einer drei monatigen Weltreise. Er schnorchelt gerade und da ist sie ganz froh, einen Ansprechpartner zu haben. Sie sind "retired" und reisen sehr viel, haben sich frühzeitig für die Rente entschieden, weil sie nicht riskieren wollen, ihre Reisepläne so lange aufzuschieben, bis das Reisen aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr geht. Ähnliche Gedanken wie bei uns.
Nach dem Ausflug zum Munga Munga Gorge - einen Pool irgendeiner Art gibt es hier nicht, das Wasser versickert wohl zumeist - gehen wir wieder ans Meer. Wir tingeln hier einfach die Küste entlang nach Süden und halten bei jedem Punkt, der einen Zugang bietet. Diesmal ist es South Munga Beach. Den hat uns John zum Schnorcheln empfohlen, während Neville auf der Gibb River Road nach der Reparatur unseres zweiten Reifenschadens die Rechnung geschrieben hat. John war als Guide hier in Exmouth, er sollte sich also auskennen. Ich wage es und hole die Schnorchelausrüstung heraus, Brigitte ist es (noch) zu kalt. Die
Pebbles on South Munga Beach
Wassertemperatur dürfte bei 23°  liegen, da kann ich nicht so lange im Wasser bleiben. Die Strömung treibt mich an der Kante des Korallenbewuchses entlang in einem Tempo, dass ich gut alles ansehen kann. Hunderte von Fischen, von wenigen Zentimetern Länge bis zu fast 1 m langen Exemplaren in allen Farben, blaue, rote und grüne Korallenstöcke, große Seeanemonen mit "Fischbesatz", einmal glaube ich auch eine Schildkröte ausgemacht zu haben. Eine „spanische Tänzerin“, eine farbenfrohe Nacktschnecke, die sich durch verbiegen und Verdrehen des Körpers fortbewegt, kreuzt meinen Weg und lässt sich von mir nicht stören – wie die anderen Meeresbewohner auch nicht. Die ganz großen Fische sind weiter draußen, dort traue ich mich wegen der starken Strömung aber nicht hin. Ich bin ja schließlich ein Neuling auf diesem Gebiet.
Nach dem dritten Schnorchelgang muss ich mich wieder aufwärmen, dann folgt ein vierter, das reicht dann für heute.
Wir suchen uns einen Stellplatz und finden einen wenig weiter im Süden auf Kurrajong Camp Ground. Auch hier im Cape Range NP sind einige Camp Grounds geschlossen, bei  zweien ist der Grund allerdings die Zerstörungen durch eine zyklonbedingte Überschwemmung im April 14, durch die alle Einrichtungen auf diesen beiden Camp Grounds einschließlich der Zufahrten weggespült wurden. Hier auf dem Kurrajong ist die Hälfte der Stellplätze abgesperrt, weil sie nicht gebraucht werden.
Zum Sonnenuntergang treffen wir uns mit Nachbarn. Sie sind aus Neuseeland, seit einiger Zeit in Australien unterwegs und überlegen, wo sie sich für ihren Lebensabend niederlassen: In Neuseeland oder Australien. In jedem der beiden Länder lebt ein Sohn. Es wird ein überraschend tiefgehendes Gespräch, das wir nur beenden, weil uns allen kalt wird. Ich bin der einzige, der noch im T-Shirt unterwegs ist, aber das hat jetzt auch ein Ende, ich krame den Pullover unter der Bank hervor. Skibbo.
Gegen neun schläft der Wind ein, sofort ist es gefühlt wärmer.

Freitag, 7. November

Heute stehen wir richtig spät auf, erst deutlich nach Sonnenaufgang. Entsprechend spät machen wir uns auf den kurzen Weg in den Cape Range National Park. Hier werden wir die nächsten Tage verweilen. Schon kurz nach der Einfahrt erwartet uns die erste Überraschung: Einige Sturt Desert Pie am Straßenrand. Die dunkle Stelle in den Blüten ist hier nicht ganz schwarz, sondern eher purpurfarben oder sogar fast weiß, aber exquisit und schön sind sie dennoch. Ich war ja schon der Meinung, dass es die Pies gar nicht in der freien Wildbahn gibt, sondern nur angepflanzt - aber auch so haben wir sie ja nicht gesehen. Nur einmal, im Eisenbahnmuseum in Broken Hill 2010 hatten wir das Glück.
Sturt Dessert Pies
Gleich zu Beginn der Fahrt an der Küste entlang nach Süden informieren wir uns in einer Station über die großen Meeresschildkröten, die auch hier in diesen Monaten ihre Eier ablegen. Das meiste wissen wir schon, weil es in der einen oder anderen Form schon am 80 Mile Beach und in Roebourne zu lesen war. Spuren von Gelegen finden wir allerdings nicht, ich denke, dass es hier zu viele Felsen und deshalb zu wenig geeignete Stellen gibt.
In der Visitor Information des Nationalparks ist eine wunderbare Ausstellung über das Ningaloo Reef und seine Bewohner. Dieses Reef liegt hier vor der Küste und ist weniger als einen Kilometer vom Ufer entfernt. Zwischen der Küste und dem Reef hat sich ein gewaltiges Unterwasserparadies entwickelt auf Korallenbasis. Hier gibt es neben den großen Whale Sharks, die eigentlich Wale, also Säugetiere, sind (aber viel mehr weiß Mensch nicht von ihnen, außer dass sie bis zu 20m lang werden, im Alter von 18 bis 20 bei 12m Länge erwachsen werden und viel umherziehen, ach ja, und dass sich hier an der Küste nur Jugendliche herumtreiben), auch "echte" Haie (die meisten sind ungefährlich und verschwinden, wenn sie einen Menschen sehen), große und kleine Rochen, drei Arten von Meeresschildkröten, die auch bis zu 1,40 lang werden können und somit eine beachtliche Größe erreichen, und unzählige verschiedene Fischarten, Krustentiere und "niedere" Lebewesen. Viel zu entdecken also, aber das nehmen wir uns für morgen vor, denn heute ist es uns zu kühl. Der Wind bläst unverändert mit etwa 30 km/h aus Südwesten und die Luft hat nur 33° C. Außerdem müssen wir unsere Taucherbrillen erst gebrauchsfertig machen. 
Am Tuski Beach Camp Ground schlagen wir unser Lager auf. Es gibt neun Stellplätze, mal sehen, wie viele davon heute Nacht besetzt sein werden. Die meisten der vielen Autos, die uns heute begegnet sind, gehören offensichtlich Tagesgästen.
Es werden letztlich sechs Autos, die sich hier aufstellen. Die meisten haben die Nase im Wind, den Bug nach Westen gedreht, denn anders ist es kaum möglich zu kochen.
Heute ist Vollmond, nicht wie in Brigittes Büchlein angegeben, bereits gestern. Zwanzig Minuten nachdem die Sonne im Meer versunken ist kommt  der runde Mond über die Cape Range. Aber das bekommt hier am Platz kaum jemand mit, denn mit Sonnenuntergang sind alle, auch wir, im Auto verschwunden, es ist erbärmlich kalt. Schon um die letzten Minuten der Sonne zu erleben, hatten die meisten einen Pullover an! Wir nutzen die Gelegenheit und spielen Skibbo.

Donnerstag, 6. November

Heute allerdings ist erstmal Housekeeping angesagt, Wäsche waschen, Hose flicken, Auto aufräumen, Haare waschen und, nicht zu vergessen, weil am zeitaufwendigsten, Blog schreiben und veröffentlichen. Wir waren, von den kurzen Aufenthalten in Tom Price und Pannawonica abgesehen, seit zehn Tagen ohne Mobilfunkabdeckung und somit ohne Internet. Da wartet einiges an Mails auf mich, hoffentlich nichts Wichtiges, nichts, was schon erledigt sein müsste.
Mit der Ankunft im Caravan Park, genauer auf unserem Stellplatz, habe ich 7.777 km am Steuer des Bushi zugebracht, davon 3.834 km, also weniger als die Hälfte, auf unbefestigten Straßen. Brigitte hat etwas weniger, 678 bzw. 137 km, sie fährt aber auch nicht so gerne wie ich.
Nur eine der Mails in meiner Inbox neben Werbung, Umfragen und Facebook-Meldungen, erfordert eine Aktion meinerseits: Mein Beitrag für den Gemeindebrief wird nicht ganz so wie geschrieben akzeptiert, ich ändere ihn geringfügig in der Form, aber nicht inhaltlich, ab. Thorsten akzeptiert die späte Änderung; Redaktionsschluss war gestern.
Zum Glück können wir hier in der sehr großzügigen Camp Kitchen auf dem Elektroherd und dem Elektrobarbeque kochen, wegen des Windes wäre es sonst schwierig geworden.
The Ningaloo Reef