Sonntag, 19. Oktober 2014

Sonntag, 19. Oktober, zurück in Broome



Samstag, 18. Oktober

Bis wir mit dem Frühstück fertig sind, sind bereits drei Autos hier vorbeigefahren, es wird Zeit zu gehen. Etwa 5 km südlich von unserem Camp ist ebenfalls eine gute Stelle zum Übernachten, allerdings ist der Strand lange nicht so schön, überwiegend felsig. Die Hütte bei  James Price Point ist nicht mehr verlassen, zwei Männer sitzen im Schatten und grüßen, als wir neugierig heranfahren. Ohne das Gespräch zu suchen, kehren wir um und fahren weiter. Der Amerikaner, den wir in Broome getroffen haben und dessen Frau inzwischen in Adelaide weilt, steht noch an Quondong Point, er scheint aber nicht im Wohnwagen zu sein, zumindest kommt er nicht raus, als wir vorbeikommen um "Good Day" zu sagen. Also fahren wir weiter. Am Barred Creek Camp Ground ist alles verlassen, obwohl der Camp Ground gut aussieht. Allerdings gibt es hier Mangroven, und wo Mangroven sind, sind - zumindest zu Zeiten höherer Tiden - auch Sandfliegen mit ihren hässlichen Bissen. Also halten wir uns besser fern.
Barred Creek, Dampier Peninsula

Dann sind wir am Broome Hwy, fahren aber gleich geradeaus weiter zum Broome Bird Observatory, wo wir eine Nacht bleiben wollen. Es klingt nach Stress: Um 18.30 Uhr treffen sich alle im Shadehouse - das ist die Camp Kitchen - um über die Beobachtungen des Tages zu berichten. Da fällt mir wieder auf, dass ich ja eigentlich ein schlechter Vogelbeobachter bin, denn im Allgemeinen sehe ich sie ja nicht, sondern höre sie nur. Am Strand ist das anders, aber da sitzen die Vögel ja nicht hinter Blättern ;-).
Nachmittags sitzen wir über eine Stunde im Birdhide, dort kann man die Vögel direkt beobachten, wie sie sich am Wasser laben. Das meiste sind Tauben. Sogar ein Kite, ein Raubvogel, kommt vorbei, aber er schaut nur. Wenn die Bowerbirds kommen, es sind ihrer drei, gehen alle anderen Vögel auf Distanz, die großen Vögel scheinen recht aggressiv zu sein. Sie sind andererseits die einzigen, die sich vom Geräusch meiner Kamera gestört fühlen und jedes Mal zusammenzucken, wenn ich ein Bild mache. Die Rainbow Bee Eater sind sehr schnell, aber gelegentlich bleiben sie doch auf einem Ast sitzen. Auch ein  Red Backed  Kingfisher schaut vorbei, das ist ein kleiner Verwandter des Kookaburra.
An die abendliche Zusammenkunft im Shadehouse schließt sich ein längeres Gespräch an, der eine Gesprächspartner ist aus den Niederlanden, der andere vor 42 Jahren aus Dänemark eingewandert. Für einen Vogelbeobachter hat er ein enormes Mitteilungsbedürfnis. Gerüchteweise regnet es in Katherine bereits, ich kann es mir nicht wirklich vorstellen.
Und morgen geht's zurück nach Broome...

Freitag, 17. Oktober

Nach dem Frühstück kommen zwei Autos angefahren, je zwei Mann steigen aus, verringern den Reifendruck, ziehen sich langärmelige Hemden statt der T-Shirts an, steigen wieder ein, fahren runter zum Strand und daran entlang nach Norden. Schnell sind sie den Blicken entschwunden. Vermutlich gehen sie fischen. Sollte es wider Erwarten trotz der neuen Batterie Probleme mit dem Anlassen geben, ist Hilfe also nicht weit, denn die beiden kommen sicherlich gegen Abend wieder hier vorbei.
Unser Tag beginnt so, wie der gestrige geendet hat: Mit einem Strandspaziergang. Aber diesmal gehen wir nach links. Die Bucht auf dieser Seite hat etwas dunkleren Sand und dahinter, an der Landseite, rote Limestone-Klippen der gleichen Art, auf der wir stehen. Nur ist auf Höhe unseres Fahrzeugs in Nordrichtung das Ende der Klippen erreicht. Das gibt bei dem derzeit ablaufenden Wasser ganz tolle Zeichnungen im Sand: Roter Untergrund, darauf angeschwemmter bzw. von den Wellen mitgebrachter hellerer Sand mit schwarzen Ablagerungen. Die Natur malt Bilder auf den Sand von einer unglaublichen Schönheit und gleichzeitig einer großen Volatilität und Verletzlichkeit. Wir bleiben bis morgen früh hier. Das Aufbauen der Markise geht schon deutlich besser und schneller. Allerdings setzt der Westwind gerade erst ein.
Endless Beach
Am Nachmittag machen wir wieder einen Strandspaziergang, wieder starten wir Richtung Norden. Diesmal gehen wir bis zum nächsten Kap, nur um zu sehen, dass auf der anderen Seite wieder eine herrliche Sandbucht sich anschließt. Nach drei Stunden sind wir zurück. Da Brigitte am Strand deutlich schneller geht als im Gelände, waren das rund 15 km retour.
Insgesamt kommen heute, während wir beim Bushi sind, zehn Autos vorbei, die letzen zwei bereits eine Stunde nach Sonnenuntergang, da ist es schon stockdunkel. Auch sie fahren runter zum Strand und daran entlang nach Norden.
Gestern ein Auto, das in Sicht kam, heute 10 - wie soll das weitergehen? Naja, es ist Wochenende.

Donnerstag, 16. Oktober

Gemütlich fahren wir die Westseite der Dampier Peninsula hoch, halten hier und halten da und entschließen uns dann, an Cape Bertholet unser Camp aufzuschlagen. Etwa 10 m über dem Strand, auf einer roten Klippe mit dem Bug nach Westen steht unser Landcruiser, wir haben einen ollen Blick über die See und den Strand. Gegen die Sonne soll die Markise helfen, aber es gelingt mir nicht, sie ganz richtig aufzubauen und so muss ich immer wieder nachbessern. Der Wind ist ziemlich heftig und zerrt an der Plane. Beim ersten Versuch, sie in der Rinne festzumachen, bezahle ich mit einer abgerissenen Haut auf dem Zeigefinger, es blutet ziemlich stark. Die Markise scheint ganz neu zu sein und noch nie im Einsatz. Dann ist es besonders schwierig, sie bei Wind zu installieren, vor allem, da wir ein bisschen zu klein sind.
Langsam läuft die See auf, Hochwasser ist in Broome um 15.06 Uhr, mit nur noch 6,77 m, das wird hier nicht wesentlich anders sein, schließlich sind wir ja nur wenige Kilometer weiter nordöstlich.
Wir bauen die Markise ab und wieder auf, jetzt wird es schon besser.
Bush Camp $ Cape Bertholet, Dampier Peninsula
Doch dann kommt sie wieder weg und wird auch weggeräumt, weil wir zum Strand gehen. Ein zweistündiger Spaziergang an "unserem" rechten Strand entlang, dem mit den hellen Dünen an der Landseite zeigt uns die ganze Schönheit dieses Teils der Dampier Peninsula von Seeseite aus. Es gibt nahezu keine Muscheln am Strand, wahrscheinlich werden sie alle an den vorgelagerten Felsen zerschlagen. Genau rechtzeitig zum Kochen sind wir zurück und während des Abendessens geht die Sonne unter, schön, aber nicht spektakulär.
Nach dem Abendessen kippt Brigitte mit unserer Einstiegsmilchkiste um und schürft sich das Schienbein auf. Mist, das bedeutet wieder zwei Tage ohne Wasserkontakt für sie. Und das jetzt, wo die Stiche gerade richtig abgeheilt waren.

Mittwoch, 15. Oktober

Kurz vor acht stehen wir vor den Toren des Crocparks, aber der macht erst um 14.00 Uhr auf. Auch im Vogelpark möchten sie vor 11.00 Uhr keine Besucher empfangen. So fahren wir zum Broome Bird Observatory. Dort werden wir herzlich begrüßt, bekommen einen Wegeplan und eine Einweisung und dürfen dann auf eigene Faust losziehen. Von der Campkitchen aus - denn entgegen der Aussage der freundlichen Mitarbeiterin im Visitor Centre gibt es hier doch einen Caravan Park - haben wir einen wunderbaren Blick auf die Vogeltränken, die reichlich gut besucht sind. Auch ein Euro, ein kleines Känguru, stillt hier seinen Durst. Den 7 Kilometer langen Weg lassen wir angesichts der Wärme und der fortgeschrittenen Stunde lieber aus und gehen stattdessen die beiden kurzen Walks, jeweils etwa 1,5 km lang. Aber auch hier sind die Vögel bereits in irgendwelchen schattigen Unterkünften, von ihnen ist wenig zu hören und noch weniger zu sehen.
Im Birdhide sind wir nicht alleine, ein älterer Mann, gekleidet wie ein Großwildjäger aus dem vorletzten Jahrhundert, sitzt da und schaut den Vögeln zu, die sich hier im Schatten tummeln. Er ist eigens hier her gereist, um Vögel zu beobachten, das ist sein Hobby. Auch andere Leute wohnen derzeit auf dem Campingplatz.
Als wir gerade wieder am Broome Hwy ankommen, biegen schräg gegenüber Tina und William, die beiden Holländer von Silent Grove, von der Cape Leveque Road kommend auf den Hwy ein. Sie sind gestern morgen hochgefahren und jetzt wieder zurück in Broome, kein gutes Zeichen, denn eigentlich wollten sie sich mehr Zeit lassen. Und wirklich, ihr Kühlschrank macht Probleme, das ist wohl auch der Grund gewesen, warum ihre Hausbatterie so schnell den Geist aufgegeben hat.
Outbackway - not so smooth as it looks
Am Nachmittag gehen wir kurz an den Strand und genießen das warme Wasser mit seinen 29 Grad bei relativ starker Brandung. Es gibt keine Stinger- oder Haiwarnung, so können wir beruhigt ins Wasser gehen. Wir schwimmen nicht richtig, sondern genießen es, die Wellen auszutanzen und uns von ihnen an Land spülen zu lassen. Ja, Broome's the place to be.
Das Salz duschen wir schon am Strand wieder ab, gehen dann aber doch noch in den Pool auf dem Platz. Die Lufttemperatur liegt bei 35 Grad, das ist nicht wirklich sehr viel, aber die Luftfeuchtigkeit ist höher als an den letzten Tagen.
Für abends ist ein Gewitter angesagt, es bleibt aber bei einem ganz kurzen Schauer.
Als das Abendessen fast fertig ist, muss ich zum ersten Mal die Gasflasche wechseln, sie hat immerhin 30 volle Tage Kochen (also Frühstück und Dinner) durchgehalten, unglaublich.

Dienstag, 14. Oktober

Heute lassen wir das Auto stehen und fahren mit dem Bus. Aber zuerst muss ich noch nachbuchen für die nächsten zwei Übernachtungen. Und da das Büro erst um acht aufmacht, können wir erst um 08:52 Uhr mit dem Bus an der Haltestelle gegenüber des Parkeinganges losfahren. Den größten Teil unseres Stadtbesuchs verbringen wir in Chinatown. Von Chinesen ist hier allerdings nichts mehr zu sehen, nur noch Weiße betreiben die Geschäfte. Der Name stammt aus der Gründungszeit, als hier in Broome die Chinesen einen großen Anteil an der Bevölkerung hatten, weil Chinesen zwar nicht bei der Ernte der "Mother of Pearl"-Muscheln angestellt waren, aber für alle anderen niedrigen Arbeiten herangezogen wurden. Bis sie sich dann hochgearbeitet hatten und bei den großen Geschäften mitmischten.
Nach einem Abstecher zurück zum Caravanpark mit Abkühlung im Pool fahren wir ebenfalls mit dem Bus zu Matso's Broome Brewery zum Abendessen. Der letzte Bus zurück fährt um 18.27 Uhr, da ist es zwar schon dunkel, aber noch recht früh, wenn es ums Abendessen geht,  außerdem fährt nur ein Bus pro Stunde, und so sind wir bereits um 16.10 Uhr im Restaurant. Dinner gibt es aber erst ab halb 6. Und so essen wir halt von der Nachmittagskarte, das sind die Vorspeisen der Dinnerkarte und für uns völlig ausreichend.
Dinner at Matso's Broome Brewery
Wie der Name schon sagt, ist Matso's eine Brauerei, der Inhaber und Koch ist Deutscher, also gibt es neben einer langen Reihe hochklassiger (und hochpreisiger) Weine frisch gebrautes Bier. Die Biere sind natürlich auch nicht ganz billig, aber wirklich gut. Es gibt sie zum Probieren in einem Holzbrett mit fünf Gläsern zu je 0,1 l, in den üblichen 0,4 l Gläsern oder im 2-l-Mug, für Gruppen. Ich nehme erst einen "Smokey Bishop", ein dunkles Bier, dann ein Ingwerbier und zum Schluss ein stark gehopftes Lager, das "Hit the Toad".
Zum Nachtisch können wir auf die Dinnerkarte zurückgreifen und wählen ein Tiramisu, die Biskuits sind statt mit Marsalla mit "Smokey Bishop" getränkt.
Es gibt keine Probleme, den letzten Bus zu bekommen, wir sind auch nicht die Einzigen, die mit diesem Bus von hier zurückfahren, aber weil wir die Letzten sind, die im Bus sind, bringt uns die Fahrerin bis direkt vor den Caravanpark. 

Montag, 13. Oktober

Zu meiner großen Überraschung springt der Motor beim ersten Versuch an. Mag sein, dass das an unserer gestrigen Abendausfahrt lag, kann aber auch sein, dass der Motor und auch das Öl heute wärmer sind, die Haube steht seit einiger Zeit in der Sonne. Ich telefoniere mit Sydney, Chris meint, ich solle bei Repco, das ist ihre hiesige Vertragswerkstatt, die Batterie wechseln lassen.
Nachdem die Wäsche an der Leine hängt fahren wir los. Dort treffen wir die beiden Holländer , Tina und William, sie haben ihr Batterieproblem bereits gelöst und bekommen jetzt auch noch einen neuen "Stoßdämpfer" an die eine Klappe des Laderaums. Außerdem kommen dann auch noch unsere Nachbarn vom Campingplatz, er ist US-Amerikaner aus dem Staat Washington, sie ist Australierin. Sie halten sich immer ein halbes Jahr in Australien auf und dann wieder in den USA. Washington, nicht Washington DC, hat eines mit Australien gemeinsam, die geringe Bevölkerungsdichte. Aber sonst dürfte alles anders sein, besonders die Temperatur.
In dieser Werkstatt gibt es jede Menge Zubehör für Outbackfahrten, alles, was man sich vorstellen kann im Outback zu brauchen. Angefangen bei kleinen Einmann-Zelten und großen Gefriergeräten, die man an die Autobatterie hängen kann über alles, was man zum Ziehen eines Anhängers braucht bis zu Maxtracks und Winches ist alles da, ein Paradies für 4x4-Fahrer. Nur einfache Reifendruckmessgeräte sind aus.
Wie im Flug vergeht die Zeit und schon sind die Autos fertig, wir können weiter. Aus unserer jetzigen Sicht sind wir wieder für alles gerüstet. Bei dem lokalen Outdoor-Ausstatter bekomme ich doch noch einen Lederhut, außerdem schaffe ich es, mir ein Reifendruckmessgerät anzuschaffen. Mit dem kann man auch einfach und schnell Luft aus den Reifen lassen, wenn es nötig ist.
Frangipani
Gantheaume Point ist benannt nach einem französischen Admiral, der die nautische Leitung einer Erforschungsreise innehatte, die diesen Punkt 1802 entdeckte, aber nicht an Land ging und ihn für eine Insel hielt. Die eigentlichen Vermesser kamen fast 20 Jahre später, stellten den Irrtum fest und behielten den Namen bei, abgesehen davon, dass sie "Ile" durch "Point" ersetzten und die Reihenfolge der Wörter änderten. Dort an Gantheaume Point verbringen wir einige Zeit mit dem Betrachten des steigenden Meeres. Der Tidenhub beträgt hier an der Nordwestküste der Kimberley fast 10 Meter, in Derby waren es vorgestern 10,98 m, einem Tiefstand von nur 31 Zentimetern folgte rund sechs Stunden später ein Hochstand von 11,29 m. Die nächste Ebbe war dann bei 0,58 m, also schon mehr. Obwohl wir den Höchststand nicht abwarten (ich habe mich in der Zeit vertan und gemeint, er sei eine Sunde früher), bekommen wir einen guten Eindruck davon, wie es hier bei viel Wasser, einem frischen Wind und herrlichem Sonnenschein ist. Beim letzten Besuch hatten wir die Mantas im Wasser, dafür Wolken und weniger und ruhigeres Wasser. So wunderbar türkisfarben war es da aber auch. Übrigens nimmt die Flu mit jedem Tag ab und die Ebbe zu, so dass der Unterschied nächste Woche nur noch 1,50 m beträgt.  Dann wächst er wieder und so geht es auf und ab.
Wieder ersetzt der Swimmingpool auf dem Resort das Bad im Meer, dort müssten wir hinlaufen und wer weiß, ob es nicht doch Stingers oder ähnliches Ungetier gibt heute. Die Wellen sahen auch nicht so ganz "ohne" aus, unten an Point Gantheaume. Unten, weil weiter im Süden, also auf der Karte weiter unten (fünf Kilometer :-) ).

Sonntag, 12. Oktober

Heute gibt es zum Frühstück erstmals in diesem Urlaub Toast: Brigitte benutzt die tolle Camp Kitchen und röstet unser Frühstücksbrot an.
Diesmal ist die Batterie noch unfreundlicher: Das Überbrücken der Hausbatterie führt nur dazu, dass die auch nichts mehr hergibt. Also hängt der Nachbar, von dem ich das Kabel geliehen habe, seinen Swift an. Auch damit funktioniert das Starten erst nach etwa 10 Minuten Ladezeit. Aber dann ist alles gut.
In Broome stellen wir uns in der Visitor Information in der Schlange an, buchen eine Cameltour für heute Abend und fahren zum Check In auf dem Palm Grove Caravan Ressort, ausnahmsweise gleich zu Beginn für zwei Nächte. Ich mache mich an das Veröffentlichen meines Blogs, das Schwierigste dabei ist das Einbinden der Fotos. Aber auch das geht jetzt schon besser.
Individualized Bushi - volatile
Nach einem kurzen Bad im Swimming Pool brechen wir auf (mit dem Auto, um die Batterie am Laufen zu halten) an den Strand von Cable Beach, um dort die gebuchte Cameltour zu machen. Unser Veranstalter ist (noch) nicht da, auch niemand, der ihn vertritt. Also heißt es warten. Von Norden kommt ein Cameltrain, aber die haben rote Satteldecken, das ist ein anderer Veranstalter, Red Sun Camels. Doch dann kommen sie, zehn Dromedare mit gelben Satteldecken und drei Begleitern. Es dauert eine Weile, bis alle Dromedare dazu gebracht sind, sich in den Sand zu setzen. Der letzte in der Reihe ist erst unlängst aus der Freiheit in der Simpson Desert gekommen und ist noch ziemlich aufgeregt wegen des Wassers und der vielen Leute, er ist erst seit zwei Wochen im Training. Dann bekommen wir unsere Einweisung und schon geht es los. Von hinten nach vorne werden die Dromedare bestiegen, also das vorletzte zuerst, dann das vorvorletzte usw. Wir sind zusammen auf dem dritten Dromedar. Das Aufstehen des Tieres geht so flüssig, dass ich es kaum mitbekomme, wahrscheinlich bin ich zu aufgeregt.
Während des 4 Kilometer langen Weges gewöhnen wir uns an die Gangart, an das Schaukeln und die gelegentlichen Stöße, am Ende kann ich sogar freihändig reiten und meine Kamera mit beiden Händen bedienen. Aber das Ruhighalten des Objektivs ist wirklich schwierig. Es ist eine Sundownertour, die wir gebucht haben, und richtig, noch bevor wir wieder zurück sind, ist die Sonne verschwunden; nicht nur wegen der - heute viel dünneren - Wolkenbank am westlichen Horizont.
Zum ersten Mal auf dieser Reise sind wir nach Sonnenuntergang noch mit dem Auto unterwegs, zum ersten Mal fahren wir mit Licht. Denn schon bis wir an unserem Bushi angekommen sind, ist es dunkel. Auf der Promenade ist ziemlich viel los, der Parkplatz wieder gut gefüllt.
Und zum ersten Mal muss ich zum Kochen künstliches Licht in Anspruch nehmen. Im Baum über uns sind mindestens zwei Fruitbats und kommunizieren miteinander.

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