Samstag, 11. Oktober
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| Magpielark in Derby |
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Der Tag fängt gut an, aber dann springt der
Motor nicht an, die Batterie macht schlapp. Schon seit zwei Tagen klingt es
etwas lahm beim Starten, heute ist es passiert. Aber warum? Die Hausbatterie
ist noch gut. Und so kommen wir dann auch weg: Ein Nachbar hat ein
Starthilfekabel, damit werden die beiden Batterien "kurzgeschlossen"
und schon läuft der Motor. Und so kommen wir gut nach Derby und jetzt reicht
die Ladung auch wieder für das übliche Starten. Öfter mal was Neues.
An der Jetty sieht es völlig anders aus als
letztes Jahr, aber nicht, weil etwas umgebaut worden wäre, sondern weil jetzt
gerade 11,29 m Hochwasser sind. Also Flut. Letztes Jhr war bei unserem Besuch
der Höchststand, den wir nicht erlebt hatten, nur bei 9,50 m. Sogar das Vorland
ist jetzt teilweise überspült.
Es wird immer kühler, das kann an dem auffrischenden
Wind liegen. Die Wellen kommen auch recht heftig an, das Wasser ist ganz braun
- aber die Ursache dafür ist die Beschaffenheit des Untergrundes.
Zurück am Platz kochen, dann Mails checken
und seit 14 Tagen erstmals wieder nach Neuigkeiten schauen - es gibt nichts
wirklich Wichtiges und das ist gut so.
Der Sonnenuntergang ist eher unspektakulär,
weil die Sonne einfach in Wolken verschwindet, die aber so dicht sind, dass es
nicht mal Abendrot gibt. Und wie gesagt, es wird immer kühler, so dass Brigitte
schon kurz nach acht im Wagen verschwindet und ich ein Hemd anziehen muss. Es
ist ganz ungewohnt, so viel künstliches Licht um mich herum zu haben. Aber die
Ameisen beißen genauso wie im Outback, wenn sie in die Schuhe geklettert sind.
Freitag, 10. Oktober
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| Windjana Gorge von außen |
690 km von Kununurra nach Derby - und wir
werden 14 Tage dafür gebraucht haben. Aber wir werden etwas mehr gefahren sein,
rund 2.200 km. Das kommt durch die ganzen Abstecher. 14 Tage Kimberley, aber es
hätte auch noch mal so lange sein können, ohne dass wir etwas doppelt besucht
hätten. So bleiben mehrere große Abstecher - wie z. B. Charnley River Station
mit dem Track zum Bachsten Camp, Mornington mit dem King Leopold Conservation
Park, Mount Hart mit Wegen in den Norden für den nächsten Besuch. 14 Tage
Kimberley, das heißt aber auch 14 Tage ohne Handy und somit ohne Internet, ohne
Nachrichten. Wir wissen nicht, was außerhalb unserer kleinen Sicht in der Welt
passiert ist.
Die Kimberley, das ist ein Hochplateau (aus
australischer Sicht) im Norden des Kontinents, ein Gebiet in einer Größe von
etwa 400.000 qkm und von Weißen nahezu unbewohnt. Es gibt aber auch nicht viele
Communities der Aboriginal. Einige der ehemaligen Viehfarmen sind aufgegeben, teils
umgewandelt in Wilderness Camps oder ähnliche Einrichtungen für Touristen,
teils aufgegangen in Nationalparks. Auf diesem Hochplateau erheben sich jede
Menge Ranges, hügelige Bereiche, teils in Form von Ketten, wie die Napierrange,
teils in Form von rundlichen Hügeln, die wild verstreut sind wie die King
Leopold Ranges, wo die durchführende Straße, die Gibb River Road, auf 17 km als
kurvenreich gekennzeichnet ist, und weitere Plateaus, wie das Gardner Plateau
und das Mitchell Plateau. Es gibt eine Straße in Nordwestlicher Richtung,
nämlich die Gibb River Road. Von dieser gehen zwei Straßen, die Leopold Downs
Road und Tablelands Track nach Süden ab und die Kalumburu Road nach Norden.
Daneben gibt es noch zwei Tracks nach Norden, vorbei an den Stations Charnley
River, Mount Hart und Mount Elizabeth und einer nach Süden zu Mornington
Station. Diese Straßen und Tracks sind alle unbefestigt, unsealed, und je nach
Jahreszeit in mehr oder weniger gutem Zustand. Während der Regenzeit von
November bis März sind die Ansiedlungen in der Kimberley auf dem Landweg nicht
erreichbar, im Norden erfolgt die Versorgung wenn möglich noch mit Booten von
Wyndham aus, ansonsten ist man auf Flugzeuge angewiesen. Dafür soll, wie
bereits vorher erwähnt, die Regenzeit, der Sommer, die schönste Zeit hier sein,
gefolgt vom Herbst, wenn noch immer alles grün ist und nass.
Nach dem Frühstück spricht uns die junge
Frau aus dem kleinen Zelt an. Sie ist Deutsche, ist als "Work &
Travel" Teilnehmer in Australien und nach vier Monaten in Carnarvon auf
einer Paprikaplantage jetzt per Anhalter auf dem Weg nach Darwin, von wo aus
sie im November zurückfliegen wird. Ganz schön mutig, aber da wir in der
Gegenrichtung fahren, können wir sie nicht mitnehmen.
Mit unserer üblichen Gravelroad Geschwindigkeit
fahren wir weiter nach Westen und verlassen die Gibb River Road kurz nach dem
Passieren der Napier Range nach Süden auf der Fairfield Rd, die später zur
Leopold Downs Road wird - und direkt zur Geiki Gorge und nach Fitzroy Crossing
führt, womit der Kreis zum letzten Jahr geschlossen wäre. Aber bei Tunnel Creek
ist auf dieser Straße unser südlichster Punkt erreicht. Hier hat sich ein
Flüsschen seinen Weg quer durch die Napier Range gebahnt. Die Napier Range ist
eine Bergkette, die entstanden ist aus einem Devotian Reef, das hier vor etwa
380 Mio Jahren war. Die Ablagerungen dieses Reefs bildeten die Grundlage für
den Limestone, der sich im Laufe der zeit bildete. Später wurde die
darüberliegende Schicht aus Erde abgetragen und so kam das Reef wieder zum Vorschein.
Viele Fossilien sind hier zu finden. Das besondere an Tunnel Range ist
allerdings, dass das Flüsschen sich einen Weg untendurch gebahnt und so einen Tunnel geformt hat. Daher der Name. In
der Trockenzeit kann man die etwa 1 km lange Strecke durchwandern, man braucht
allerdings eine Taschenlampe, den nur zu Anfang, in der Mitte und wieder am
Ende steht Licht zur Verfügung - und der Weg des Flüsschens ist nicht gerade.
Weil wir nicht genau wissen, was uns erwartet, wie tief das Wasser sein wird, durch
das wir gehen müssen, nehmen wir nur die kleine Kamera mit. Prompt gibt am
anderen Ende die Batterie ihren Geist auf. Ausgerechnet jetzt sind dort vier
(!) "blue winged Kookaburra" und lassen sich auch nicht von uns
stören. Als wüssten sie, dass ich nicht fotografieren kann! Schade, aber nicht
zu ändern.
Zur Übernachtung fahren wir zurück zur
Windjana Gorge, dort ist ein Camp Ground etwa so, wie der in Silent Grove. Als
wir uns gerade eingerichtet haben, entwickelt sich auf dem Platz eine Windhose.
Es ist beeindruckend, wie hoch Sand, Blätter und selbst kleine Zweige von
diesem Wind getragen werden. Genauso schnell, wie er entstanden ist, bricht der
Wirbel wieder in sich zusammen. Gestern sahen wir unterwegs eine wesentlich
größere Windhose. Jetzt kann ich mir schon eher vorstellen, wie es angesichts
eines Tornados sein muss.
Bei Nationalparks ist der Unterschied
zwischen NT und WA am meisten zu spüren: In beiden Staaten sind sie etwa gleich
gut gepflegt, die Camp Grounds ähnlich angelegt und durchweg gut in Schuss
gehalten. Aber NT verlangt keinen Eintritt und pro Person und Nacht zwischen 0
(ohne Einrichtungen), 3,30 $ (nur Toiletten) oder 6,60 $ (mit Dusche) pro
Person und Nacht. In WA bezahlt man für den Zutritt zum Park pro Auto 12 $ und
für die Übernachtung pro Person 6 $, 10 $ bzw. 12 $. Den Zutritt kann man sich
sparen, indem man einen Monats- oder Jahrespass kauft. Wir haben einen
Jahrespass.
Windjana Gorge ist eine Schlucht quer durch
die Napier Range, geformt von einem Fluss, der sich durch die Hügelkette
gegraben hat. In diesem Fall ist das umgebende Land aber fast auf dem gleichen
Niveau wie der Fluss, die Felswände aus Limestone ragen darüber hinaus.
Schwarze Felswände zu beiden Seiten mit eingelagerten Fossilien (wohl dem, der
sie sehen kann), ein fast ausgetrockneter Fluss und große Sandbänke. Dazu ein
großes Wasserloch, in dem wir aber nicht schwimmen können: Es ist gut besetzt
von Süßwasserkrokodilen. In dieser Menge sind sie dann doch nicht ungefährlich,
wenn sie sich gestört fühlen. Abends kommen Fruitbats aus ihrer Höhle und
nehmen genau hier einen Schluck Wasser auf. Darauf haben die Crocs nur
gewartet. Aber die Chance, eine Fruitbat im Flug zu erwischen, ist selbst für
ein schnelles Krokodil sehr klein. Mit dem letzten Rest an Tageslicht kommen
wir zum Landcruiser zurück. Noch immer sind nur die Pointer, also Alpha und
Beta Centauri, zu sehen, das eigentliche
Kreuz des Südens ist unter dem Horizont bzw. der Wolkenbank, die im Süden
direkt über dem Horizont steht.
Donnerstag, 9. Oktober
Gegen morgen reift in mir die Idee, zuerst
wieder zurückzufahren zu "Over the Range Tyre Repairs" und den
Ersatzreifen flicken zu lassen. Wie es dann weiter geht, das werden wir sehen.
Die Holländer fahren auch entgegen der
ursprünglichen Planung bereits heute nach Derby, sie haben Probleme mit der
Stromversorgung, die Hausbatterie ist fast leer und der Kühlschrank deshalb
relativ warm, obwohl sie jeden Tag gefahren sind. Eventuell treffen wir uns
dann morgen in Windjana, denn ich tendiere dazu, heute Abend wieder hier in
Silent Grove zu übernachten. Er, der Holländer, meint, der mensch von
"Over the Range Tyre Repairs" arbeite nur nachmittags, weshalb ich
vorher anrufen soll. Also werden wir bei Imintji einen Zwischenstopp einlegen.
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| ziemlich später Hinweis |
Es ist dann natürlich anders. Als wir bei
Imintji sagen, dass wir einen platten Reifen haben, werden wir sofort an
Neville "dort drüben" verwiesen. Er ist nämlich gerade da. Des
Rätsels Lösung: Neville hatte seinen Job bis Beginn dieser Saison bei Imintji
und hat ihn verlegt, 50 km weiter nach
Osten. Dort ist er am Nachmittag und inzwischen sind dort all seine
Arbeitsgrundlagen. In Imintji räumt er "nur" noch auf, heute ist die
letzte Fuhre. Und deshalb kann er Reifenreparaturen nur am Nachmittag machen.Er
schlägt vor, wir sollten uns die Zeit bei Galvan's Gorge oder an Adcock Gorge
verbringen. Bei Adcock waren wir noch nicht und das liegt auf dem Weg. "By
midday, but give us up to half an hour." Und um an die Gorge zu kommen:
"Think left" - was wir denn auch tun. Dieser Hinweis war wichtig,
denn die entscheidende Weggabelung ist nicht ausgeschildert. Wir können bis
etwa 500 m an die Gorge heranfahren, den Rest geht es über ziemlich raues
Gelände zu Fuß weiter. Aber dort ist alles gut. Wir sind alleine mit der Natur,
sulphur crested cockatoos, ein Kormoran, mindestens eine Wasserschildkröte,
möglicherweise ein Freshwatercrocodile - und wir mittendrin. Da wir ziemlich
ruhig im Schatten sitzen bleiben, werden wir mehr oder weniger akzeptiert. Auch
als ich zwischendurch ins Wasser gehe, stört das die Natur nicht weiter.
Dann ist es Zeit zum Aufbruch.
Neville und John kommen 20 Minuten nach
uns, also "in time".
Der Rest ist schnell erledigt: Zwischen
Reifen und Schlauch war wohl ein Sandkörnchen und das hat in den Schlauch, der
bereits mal geflickt war, ein Loch gerieben und da ist die Luft entwichen. Wir
bekommen einen neuen Schlauch, Neville macht gewissenhaft alles sauber und baut
es zusammen, John schraubt den Reifen hinten aufs Auto, wir bezahlen, unterhalten
uns des längeren mit den beiden, wobei wir ein paar Tipps für Exmouth und Coral
Bay bekommen und fahren wir weiter, gen
Westen. Zum dritten Mal halten wir beim Imintji Shop, diesmal um zu tanken.
Durch die heutige Exkursion würde es knapp bis Derby und hier ist die letzte
Tankstelle auf unserem Weg.
Bei Silent Grove ist noch alles frei, nur
zwei Zelte stehen auf dem Platz. Später kommtnoch ein Wagen mit Caravan, fährt
aber hinüber zur Generator Area.
Nach dem Abendessen machen wir einen
Spaziergang am Silent Grove Creek entlang, sehen auch ein paar Vögel und zwei
Kängurus, aber zum Fotografieren ist es bereits zu dunkel.
Zum Mondaufgang sind die Wolken weitgehend
verschwunden, kommen zwar noch mal kurz hoch, aber damit hat es sich auch.
Prompt ist es heute Nacht nicht ganz so warm, ich brauche gegen morgen wieder
den Schlafsack.
Mittwoch, 8. Oktober
Weil ich während des Frühstücks versuche,
Lorikeets zu fotografieren, sind wir insgesamt später dran. Das macht aber
deshalb nichts, weil wir nicht sehr weit nach Westen wollen.
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| Galvan's Gorge |
Als wir von einem Walk mit Swim in Galvan's
Gorge - Brigitte ist wegen ihrer komischen Hautstellen nicht ins Wasser, sie
hat den Arm zum Schutz vor der Sonne mit Toilettenpapier umwickelt -
zurückkommen zum Auto, steht die Mutter mit den drei Kindern da. Sie sieht
Brigittes Hand und ist gleich sehr besorgt. Sie ist von Beruf Krankenschwester,
sieht sich die Stellen an und meint, dass das sehr wohl Bisse eines Insekts
sein können, sehr viel eher sogar, als die von uns vermuteten Wasserlebewesen.
Sie verbindet Arm und Bein richtig mit einem Betadine-Verband. Betadine ist ein
Antiseptikum. Außerdem verordnet sie Brigitte, die nächste Zeit nicht ins
Wasser zu gehen.
Im Imintji Shop gibt es diese Salbe nicht,
so müssen wir bis Derby oder Broome warten. Wenig später sind wir an der
Abzweigung zu Bell Gorge, in Silent Grove checken wir für heute Nacht ein, dann
fahren wir weiter und nehmen den Bell Gorge Trail und den sich anschließenden Bell
Falls Trail unter die Füße.
Letzte Nacht stand neben uns ein Paar in
unserem Alter, sie sind heute morgen aufgebrochen in Richtung Manning Gorge und
noch vor unserer Abfahrt zurückgekommen. An Galvan's Gorge kamen sie auch
angefahren und fragten, ob alles in Ordnung sei, wohl weil ich etwas quer
stand. Auch beim Imintji Store waren sie da, wir fahren vor ihnen weiter. Und
als wir gerade eingecheckt hatten an Silent Grove, kamen sie angefahren. Ich:
"Australia's big, but not big enough." Er: "Yes". Witz nicht
verstanden, oder vielleicht war es kein Witz.
Der Weg ist schön. Der erste Teil geht nach
einem Einstieg über mittelgroße Steine ein schattiges Tal an einem kleinen Bach
entlang. Dann sind wir oberhalb des Falls und müssen um an den Pool zu kommen,
zuerst über ein felsiges Plateau steigen und dann eine ebenso felsige natürlich
Treppe hinabsteigen. Aber der Pool unten entschädigt für den Anmarsch. Brigitte
muss leider draußen bleiben, sie setzt sich an den Rand und badet wenigstens
die Füße.
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| Tyre Puncture No. 2 |
Auf dem Rückweg treffen wir die beiden
wieder. Es ist zu heiß für sie, deshalb haben sie den Walk abgebrochen, ebenso
wie heute früh den zu Manning's Gorge. Sie sind Holländer und sind nicht ganz
zufrieden, weil so Vieles bereits geschlossen hat. Deshalb sind sie auch ihrem
Reiseplan gegenüber bereits zu weit, sie wollten erst in einer Woche in Broome
sein, wo sie sich mit ihrer Tochter treffen und mit ihr nach Perth fahren
wollen. Gemeinsam gehen wir zurück zum Carpark. Und da ist das Déjavu: Der
linke Vorderreifen ist platt. Das ist jetzt schon ein Schlag. Klar, der reifen
ist schnell gewechselt, das wird ja schon zur Routine, aber wieder stehen wir
ohne Spare, also ohne Ersatz da. Diesmal lass ich es aber drauf ankommen und
setze unsere Reise so fort, wie wir es vorhatten. Also morgen Windjana Gorge,
übermorgen Tunnel Creek und nach Derby. Bis auf den Abstecher zum Tunnel Creek
bleibt uns eh nichts anderes übrig, der nächste Reifenservice ist erst in
Derby. Und es ist ärgerlich. Außerdem ist der Effekt des Bads im Pool von Bell
Falls wieder weg, weshalb ich in Silent Grove zuerst mal eine Dusche nehme. Die
beiden Holländer stehen neben uns, auf der anderen Seite ist eine Gruppe junger
Franzosen, jeder mit seinem eigenen Zelt. Sie fahren alle weg Richtung Bell
Gorge, bisschen spät nach meinem Gefühl.
Heute ist Vollmond. Wegen einer Wolkenbank
im osten sehen wir ihn nicht aufgehen und als er die Wolken überbrückt hat, ist
er nur ganz schmal und meistens rot - Mondfinsternis. Das scheint hier außer
uns niemand zur Kenntnis zu nehmen oder zu interessieren. Gerade, als der
letzte Teil des Mondes im Kernschatten ist, kommen die Wolken näher - aus ist's
mit dem Schauspiel.
Erst nach mehr als einer Stunde geben die
Wolken die Sicht auf den Mond wieder frei, da fehlt ihm nur noch ein Stückchen
am oberen Rand. Doch auch diese angefressene Stelle ist kurz nach acht wieder
verschwunden, der Mond ist rund und hell wie es in einer Vollmondnacht sein soll.
Heute ist die bisher wärmste Nacht.
Dienstag, 7. Oktober
Wie verabredet sind wir um Viertel nach
sieben an der Station, um unseren Reifen in Empfang zu nehmen. Bei jedem
Treffen ist der Mensch an der Station, ein Angestellter - er bleibt noch einige
Tage länger als die Owner, die diese Woche abreisen wollen, wie uns John
erzählte - freundlicher, heute war er fast schon leutselig.
Einem Rat von Les folgend, halten wir am
Gibb River Crossing an. Das Paar aus Freemantle, das wir schon oben in
Kalumburu getroffen haben (sie sind dann an den Strand umgezogen, er macht
morgens Yoga am Strand), hat die letzte Nacht hier verbracht, sie wollen heute
weiter, Richtung Osten. Ich schwimme ein paar Züge, dann fahren wir weiter.
Brigitte hat sich einen komischen Ausschlag geholt. Für mich sind das keine
Stiche, denn Stiche bilden keine Blasen. Vielleicht ist sie im Meer oder an
Land mit irgendwelchen Nesseltragenden Lebewesen zusammengetroffen. Deshalb mag
sie nicht in den Gibb River eintauchen.
An Barnett Gorge, die Zufahrt ist vom
Kaliber des Old Telegraph Track im Mai 13, ist kein Wasser, nur ein
beeindruckendes Flusstal voller riesiger Boulder. Wenn der Regen stark genug
gefallen ist, muss es hier unglaublich schön sein.
An Barnett Station bezahlen wir den Camping
Permit für heute Nacht an der Manning Gorge. Es ist ein sehr schöner,
großzügiger Platz mit Duschen. Am Rand ist ein kleiner See. Wenn man, wie wir,
zu Manning Falls wandern will, der liegt 2,5 km entfernt, muss man entweder
über diesen See schwimmen, oder sich mit einem kleinen Boot auf die andere
Seite ziehen. Wegen Videokamera und Kleidern ziehen wir die zweite Möglichkeit
vor. Natürlich ist es eigentlich viel zu warm, um jetzt diesen Weg zu gehen.
Aber man soll bereits um drei mit dem Rückweg beginnen, da bleibt uns wenig
Alternative. Mit ausreichend Wasser und gelegentlichen Pausen an den spärlichen
schattigen Stellen schaffen wir es. Der
Wasserfall ist trocken, aber ein schöner Plonge Pool mit ausreichend Wasser zum
Schwimmen entschädigt uns für den Weg hierher.
Die Videokamera haben wir umsonst hergetragen:
Der Speicher ist voll, keine Aufnahme ist möglich. Pech gehabt.
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| Manning Gorge Waterfall Walk Beginning |
Ein deutsches Pärchen ist schon da, sie
sprechen uns an und wollen Tipps für die Weiterfahrt, sie sind auf dem Weg nach
Darwin. Dort wollen sie bereits am 14. abfliegen, da bleibt nicht mehr viel
Zeit. Wir raten ihnen ab, zu Barnett River Gorge zu fahren und raten auch vom
Kakadu National Park ab. Aber das wird wahrscheinlich nichts nutzen. Für heute
Nacht empfehlen wir den Gibb River Crossing oder alternativ den Parkplatz am
Turnoff der Kalumburu Road nach Norden.
Auf dem Rückweg fährt Brigitte alleine mit
dem Boot hinüber, ich folge schwimmend. Weil ich vergessen habe, ihr meine
Crocs mitzugeben, muss ich sie in der Hand halten, was das Schwimmen etwas
beeinträchtigt.
Die Mutter mit den drei Mädchen, die
gestern Nachmittag bei Miner's Pool eingetroffen sind und dort übernachtet
haben, sind eben hier eingetroffen. Wir haben ein längeres Gespräch über dies
und das, besonders aber über die Schönheit des Nordens. Dann fordern die
Mädchen ihr Recht, sie wollen ins Wasser.
Die "Green Season" beginnt: Zwei
der vielen Boabs hier auf dem Platz zeigen die ersten zarten Blätter.
Auch hier merken wir, dass die Saison zu
Ende geht: Es sind nur sieben Parteien auf dem Platz, der sicherlich Platz für
50 hat. Uns soll es recht sein.
Ich sitze nur mit Badehose bekleidet bis
halb zehn vor dem Auto, dann gehe ich ins Bett. Gegen vier wache ich auf, es
ist Schlafsacktemperatur.
Montag, 6. Oktober
Ein fast perfekter Tag.
Nach dem Frühstück und den üblichen
Reisevorbereitungen gehen wir rüber zur Helikopterstation. Kurz vorher
verabschiedet sich der Tasmanier auf den Walk zu den Falls. Wir fliegen zum
Mitchell Falls. Brigitte hat ein bisschen Angst, für mich ist es große Vorfreude.
Nachdem wir (in bar, der Kartenleser funktioniert nicht mehr) bezahlt haben,
gibt uns der Pilot eine kurze Einweisung in das richtige Verhalten der
Passagiere und dann geht es los. Der Hubschrauber hat hinten keine Tür und so
haben wir freien Blick. Ganz langsam hebt der Heli ab und steigt ein wenig,
dann gibt der Pilot verhalten Gas und wir steigen. Die Strecke ist nur kurz,
sechs Flugminuten, und schon sind wir über den Fällen. Nach zwei Runden über
dem Grund unseres ersten Helifluges landen wir direkt oberhalb der Fälle mitten
in dem Gebiet, das in einigen Wochen wieder überschwemmt sein wird. Jetzt haben
wir eine gute Stunde Zeit, uns umzusehen und zu schwimmen. Es ist kaum zu
glauben: Seit dem letzten Regen sind sieben zumindest aus unserer Sicht überwiegend
heiße Monate ins Land gegangen und dennoch hat der Mitchell River so viel
Wasser, dass es reicht, alle vier Fälle zu speisen. Und oberhalb der Fälle ist
ein wunderbarer Pool mit tiefem, klarem Wasser, umgeben von Felsen, aus denen
hie und da Bäume sprießen. Das Wasser ist angenehm warm und der Pool so tief,
dass wir nirgendwo Angst haben müssen, unversehens anzustoßen. Und da taucht
auch der Tasmanier auf, er hat den Weg gefunden und das auch noch in einer
Zeit, die für uns nicht machbar gewesen wäre. Viel zu schnell ist die Stunde
vorbei. Auf dem Rückflug, den der Pilot etwas schneller angeht, drehen wir
wieder zwei oder drei Runden über den Fällen, dann zeigt er uns unser gestriges
Ziel, den Little Mertens Fall, von oben und schon sind wir wieder auf dem
Boden.
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| Boab Tree in Boab Country |
Der Ranger, John aus Darwin, kann bei
unserem Reifen nichts machen, "if it's on the side you can do
nothing" und empfiehlt, vorsichtig nach Drysdale River zu fahren, dort
gäbe es Ersatz. Genau das hatten wir ohnehin schon vor, denn dass bei unserem
Reifen nichts mehr zu machen ist, war mir schon fast klar. Dazu sind die
Flanken der Reifen zu dünn. Zum dritten Mal sehen wir den Tasmanier: Er kommt
gerade an, als wir dabei sind, uns von John zu verabschieden.
Und so machen wir uns auf den Weg nach
Süden, fahren wieder 70 km lang durch wunderschönen, lichten Mischwald aus
Livingstona Palmen und Woolybutt Eukalypten, kommen wieder an der Aboriginal
Art Site vorbei, wo die schönen Felszeichnungen zu bewundern sind und kommen
zurück auf die Kalumburu Road. 103 km später sind wir bei der Station, es gibt
einen Ersatzreifen (wir holen ihn morgen früh ab), der Main-Tank ist wieder
gefüllt, wir haben also wieder rund 800 km Reichweite, und an Miner's Pool sind
wir vorläufig alleine, später, kurz vor Sonnenuntergang, kommt noch eine Frau
mit drei kleinen Mädchen. Das Wasser im Fluss ist angenehm warm und unverändert
sauber. Allmählich verliere ich das ungute Gefühl beim Schwimmen in freien
Gewässern.
Warum also nur "fast"?
Ich habe mir heute Vormittag den zweiten
Zeh des linken Fußes an einem Felsen geprellt, gestaucht, gebrochen - wie auch
immer, er ist jetzt rotblau unterlaufen und tut ein wenig weh, nicht sehr, aber
permanent spürbar. Das beeinträchtigt. Immerhin, die gute Nachricht ist, dass
er nicht angeschwollen ist, also ist es wohl kein Bruch.
Sonntag, 5. Oktober
Weil wir wieder mit der Sonne aufstehen,
sind wir um10 nach sieben unterwegs. In Kalumburu ist noch niemand auf der
Straße, die Geschäfte sind noch zu, kein Wunder heute am Sonntag. Auf der Fahrt
nach Süden halten wir bei einer der Herden wilder Pferde, die es hier gibt, ein
Hengst mit drei Stuten mit je einem Fohlen, das Jüngste dürfte nur wenige Tage
alt sein. Carson Station und eine andere Farm hier oben wurden vor ein paar
Jahren aufgegeben, deshalb gibt es hier in der Gegend wilde Pferde und wilde
Rindviecher. Die Tiere brechen irgendwann aus den Umzäunungen aus und werden
bei Musterings nicht mehr erfasst - oder es gibt überhaupt kein Mustering mehr.
Dann leben sie frei und vermehren sich auf natürliche Weise.
Wir haben uns entschlossen, einen Abstecher
in den Mitchell River National Park zu machen. Der ist zwar seit letzten
Dienstag geschlossen, aber eben doch nicht ganz, denn die Ranger müssen noch
aufräumen und den Park für die Regenzeit vorbereiten, den Camp Ground richten
für die nächste Touristensaison und so ist das Gate noch offen bis 11. Oktober,
der Camp Ground noch nutzbar. Aber der Walk zum Mitchell Fall ist bereits nicht
mehr markiert und wir sollen/dürfen ihn nicht gehen. Auf der Straße nach Westen
zu diesem Park hat unser linker Vorderreifen eine unliebsame und nachhaltige
Begegnung mit einem am Rand liegenden scharfkantigen Stein: Er schneidet sich
die Seite auf und ist schlagartig platt. Dumm gelaufen. Der Stein liegt so,
dass ich keine Chance hatte auszuweichen, weil ich gerade in einer Sandspur
gefangen war. Schon wahr, ich bin die ganze Zeit ziemlich scharf links
gefahren, um wenigstens mit den linken Rädern der "Wellblechstraße",
der Corrugation, auszuweichen.
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| Tyre Puncture No. 1 |
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Und den Steinen vorher bin ich auch immer
ausgewichen, nur diesmal hat es nicht mehr geklappt. Grundsätzlich ist so eine
Reifenpanne kein Problem: Werkzeug vorkramen, Auto aufbocken, Reifen runter,
Ersatzreifen von der Hecktür holen, kaputten Reifen an die Hecktür platzieren,
neuen Reifen montieren, Luftdruck anpassen, Werkzeug und Wagenheber verstauen,
fertig. Aber zum einen bin ich jetzt durch den Staub auf der Straße und an
beiden Reifen ziemlich schmutzig und zum anderen total verschwitzt, ohne eine
Chance mich wirklich waschen zu können. Und ganz blöd ist - das macht Brigitte
am meisten zu schaffen - dass wir jetzt keinen Ersatzreifen mehr haben, falls
wieder was passiert.
Zwei Kragenechsen sitzen auf der Straße, beide
jeweils an der Innenseite einer Linkskurve. Die erste zeigt noch ihren
grellorangenen Kragen, bevor sie in dem von unsrem Vorderrad aufgewirbe
lten
Staub verschwindet. Dann ist sie weg. Die zweite läuft gleich davon, noch bevor
wir ihr zu nahe kommen. Schade, ich hätte gerne mal eine aus der Nähe gesehen.
Im NP ist wirklich alles in den letzten
Zügen. Der Camp Ground ist auf ein Minimum reduziert, der Walk wirklich nur
noch auf den ersten zwei Kilometern markiert, das ist für uns ein echtes
"no go". Aber immerhin, bis zum Little Mertens Fall und dem
zugehörigen Plonge Pool können wir gehen und schwimmen eine Runde. Auf dem
Rückweg besprechen wir in der Helikopterstation - auch die ist nur noch bis 10.
Oktober besetzt und die Mitarbeiter räumen bereits alles weg in höher stehende
Container - einen Flug zum Mitchell Fall morgen früh. Wir sollen um Viertel
nach Sieben da sein.
Als wir gerade mit dem Abendessen fertig
sind, kommt noch ein Auto mit einem Camper angefahren. Er will den Walk morgen
früh gehen. Er ist aus Tasmanien, arbeitet aber acht Monate im Norden von
Queensland und hat zur Zeit Urlaub
Samstag, 4. Oktober
Ruhetag, der Motor bleibt heute aus.
Wir lassen es ruhig angehen, stehen kurz
nach der Sonne auf und gehen erstmal an den Strand runter. Nein, kein Bad,
obwohl es schon verlockend ist. Irgendwie ist das mit dem Wissen, dass es hier
Crocs gibt, nicht mehr ganz so angenehm. Mit Lesen, Rumdösen, Baden und ganz
wenig Schwimmen und einem längeren Gespräch mit dem Platzbesitzer vergeht der
Tag letztendlich viel zu schnell.
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| The Green Season begins, the Boabs get Leafes |
Der Platzbesitzer hat den Platz vor zwei
Jahren von seinem Großvater, einem einheimischen Traditional Owner, übernommen,
vor einem Jahr hat er eine Frau aus Queensland geheiratet (sie war
Vegetarierin, aber er hat ihr klargemacht, dass das hier nicht funktioniert.
Jetzt isst sie Fisch) und seit vier Wochen haben sie ein Baby. Ich stelle viele
Fragen, zu der Wet Season, zu den Lebensbedingungen hier oben, zur Natur. Die
Politik lasse ich aus, dabei interessiert mich die natürlich auch, aber ich
will nicht an wunde Stellen rühren. So erfahre ich, dass bis zum Beginn der
Regenzeit noch mindestens fünf Wochen ins Land gehen, dass der Aufbau der
Regenfälle noch nicht mal angefangen hat. Und wenn es denn beginnt, dann
handelt es sich zu Beginn mehr um Schauer, etwa einstündige Regenfälle, nach
denen es wieder aufklart und abtrocknet. Die Monsunregen - tagelange und starke
Regenfälle, die das Land unter Wasser setzen und die Verbindung von Kalumburu
nach Süden und tageweise die von hier nach Kalumburu unterbrechen - setzen erst
Mitte Januar bis Anfang Februar ein. Außerdem scheint sich die Regenzeit
insgesamt nach hinten zu verschieben. Seiner Meinung nach ist die Wet Season
die schönste Zeit hier im Norden. Die Natur explodiert geradezu, alles grünt
und blüht und steht in vollem Saft. Das Wasser fängt jetzt erst an, sich
aufzuwärmen! Im Winter wird es kalt, 20 bis 24 Grad Tiefsttemperaturen. :-)
Die Kalumburu Road ist seit zwei Jahren
nicht mehr instand gesetzt worden, deshalb ihr eher schlechter Zustand.
Später kommt er vorbei und bringt mir eine
Schüssel Fisch, selbst gefangen hier aus dem Meer, selbst ausgenommen, paniert
und zubereitet, köstlich. Sogar Brigitte probiert ein Stück und findet es gut.
Um sechs ist es dunkel, die Sterne erscheinen.
Interessant: In Kununurra haben die Mangos
in den Plantagen geblüht, hier sind die Früchte bereits fast reif. Sie sind
zwar noch grün, haben aber bereits mehr Geschmack als die, die bei uns verkauft
werden und die vermutlich auf der Reise reifen sollten. Wir haben eine vom Baum
gefallene Mango probiert, deshalb weiß ich, wie gut sie bereits sind.
Freitag, 3. Oktober
Die Landschaft setzt sich gerade so fort,
wie sie gestern den Tag über war: Middle Woodland. Dazwischen tauchen immer mal
wieder größere Flächen mit Palmen der Gattung Livinstona auf, unvermutet, und
aus meiner Sicht auch ohne besonderen Anlass. Sogar Padanus spiralicus sind zu
sehen.
Die Stations, auch die, die keine
Übernachtungsmöglichkeiten anbieten, wollen kein Camping auf ihrem Gelände,
zumindest die beiden, Doongan und Theda,
nicht, die ein Schild an ihrer Südgrenze aufgehängt haben. Allerdings
gibt es auch keinen Grund hier zu campen, denn es gibt zugängliche Campgrounds in
der Nähe außer vielleicht um Geld zu sparen. Die Straße ist, zumindest bis zur
Abzweigung zum Mitchell River NP, recht gut, das lässt dann aber deutlich nach.
Für die letzten 60 Kilometer bis Kalumburu brauchen wir beinahe 2 Stunden,
dabei ist die Straße als "major road, unsealed" klassifiziert.
Kalumburu ist eine reine Aboriginal Community, es gibt zwar Weiße, aber die
sind deutlich in der Unterzahl und sind Lehrer, Manager, Ärzte und
Pflegepersonal (alle Angaben sind, no offence meant, ohne Ansehen des
Geschlechts gemeint), also die Bereiche, in denen die "Traditional
Owner" - das ist offensichtlich der derzeit gültige offizielle Ausdruck
für die Ureinwohner - noch erheblichen Nachholbedarf haben. Hier oben im Norden
sind die TO ganz anders als weiter unten im Süden: Zwar ähnlich dunkel von der
Hautfarbe und ähnlich faltenreich, aber viel aufgeschlossener und freundlicher.
Vermutlich auch, aus weißer Sicht, besser integriert, aber darüber, ob das gut
ist oder nicht, kann man geteilter Meinung sein. Warum integrieren sich nicht
die Weißen als Einwanderer in die Aboriginal-Kultur?
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| Greetings from Little Corella above |
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In Kalumburu kaufen wir uns den Permit und
vervollständigen unsere Vorräte, dann suchen - und finden, wenn auch mit
Schwierigkeiten - wir den von uns bereits vorher ausgesuchten Campingplatz an
der Honeymoon Bay, knapp 30 km nördlich von Kalumburu. Damit haben wir den
nördlichsten Punkt in Westaustralien unserer diesjährigen Schmetterlingstour
erreicht, von nun an geht's nicht nur nach Westen, sondern auch nach Süden -
von Ausnahmen abgesehen. Honeymoon Bay
ist, zumindest nach unserer Karte, der nördlichste Punkt in Western Australia,
der mit dem Auto angefahren werden kann.
Trotz Krokodilen in der Umgebung - sagen
die Custodians, aber Spuren sind keine auszumachen - gönnen wir uns ein Bad im
Meer. Das Wasser ist so warm, dass es sich trotz der warmen Luft beim Verlassen
des Wassers kühl anfühlt. Um ehrlich zu sein, dieses Gefühl hält nur ganz kurz
an und existiert wohl auch nur wegen des Windes.
Heute gibt es keine Wolken, zum Glück. Denn
wenn es jetzt anfängt zu regnen, sind wir bis auf weiteres in der Kimberley
gefangen. Aber wahrscheinlich sehe ich das viel zu eng, geboren aus den
Erfahrungen von 2010.
Donnerstag, 2. Oktober 2014
Mit der Überquerung des Pentecost River -
die Furt ist an dieser Stelle etwa 50 m breit und das Wasser 20 cm tief -
bleiben die eindrucksvollen Berge der Durack Range hinter uns zurück. Die
Steppe fällt hier unter die Kategorie "Low Woodland", niedrige
Waldlandschaft, maximal 10 m hohe Bäume wie die Eukalypten Woolybutt, Ironwood
und Hardwood sowie verschiedene Akazien stehen in lockerem Abstand über einer
mit Spinifex bewachsenen Ebene. Die Gräser sind etwa 1 m hoch und gelb, die
Regenzeit steht an. Und so bleibt es dann für die nächsten etwa 200 km, auf die
Dauer doch etwas eintönig, vor allem, da derzeit von der sonst eher reichen
Vogelwelt der Low Woodlands nichts zu sehen und im Auto natürlich auch nichts
zu hören ist (nicht mal bei gelegentlichen Stopps). Bei einem dieser Stopps
treffen wir eine australische Familie aus Victoria, sie sind mit ihren beiden
Kindern auf einer sechsmonatigen Campingreise durch Australien.
Bei Ellenbrae Station, nach eigener Aussage
die kleinste Homestead in der Kimberley, machen wir Mittagspause und lassen uns
Scones backen. Die Aussicht auf frische Scones war es, die uns die fünf
Kilometer von der Gibb River Road weggelockt hat. Und wen treffen wir: Besagte
Familie. Ellenbrae Station ist eine Viehstation, 4000 Rinder leben auf ebenso
vielen Quadratkilometern, offensichtlich haben die Kühe diesen Platzbedarf, um
ausreichend Futter zu finden. Die wenigen, die wir zu Gesicht bekommen, sehen
hier wohlgenährt aus, im Gegensatz zu den Northern Territories, wo die Kühe,
besonders die Muttertiere, sehr mager waren.
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| Miner's Camp am Drysdale River |
70 km später verlassen wir die Gibb River
Road für ein paar Tage und biegen nach rechts ab auf die Kalumburu Road. Die
Bäume werden höher, Die Akazien verschwinden und ebenso die niedrigeren der
Eukalypten, wir fahren durch reine Eukalyptuswälder mittlerer Höhe über
niedrigen Büschen und kaum noch Gras. Und weitere 60 km weiter im Norden
beziehen wir unser heutiges Nachtlager im Miner's Camp am Ufer des Drysdale
Rivers. In dem können wir schwimmen, es gibt hier "nur ein paar kleine Süßwasserkrokodile".
Bei der Ausfahrt aus dem Keep River
National Park, kurz vor dem Grenzübertritt, hat uns ein Australier sein
"Geheimrezept" gegen Bremsen, hier werden sie Marsh Flys genannt,
verraten: Babyöl gemischt mit Dettol (der australischen Variante von Sagrotan).
Und wirklich, es hilft, wie wir hier feststellen, denn durch die Nähe des
stehenden Flusses gibt es hier wieder mal diese unangenehmen Fluginsekten.
Wahrscheinlich überdeckt der Geruch des Dettol die von uns Menschen
ausgesandten Pheromone und das Babyöl bewahrt die Haut vor dem Austrocknen
durch den Wirkstoff im Dettol.
Mittwoch, 1. Oktober
Ich wiederhole mich: Wir kommen nicht weit,
heute sind es aber immerhin 133 km. Aber wie soll es auch schnell vorwärts
gehen, wenn wir an einem Tag in vier verschiedenen Flüssen baden? Außerdem
haben wir ja wirklich genug Zeit.
Den Anfang macht The Grotto, rund 50 km
südlich von Wyndham. Das ist ein 40 m hoher Wasserfall - derzeit ohne Wasser -
an dessen Grund ein angeblich 100 m tiefer Plonge Pool ist - und der hat
Wasser. Das Wasser ist ziemlich klar, aber wegen der Tiefe ganz dunkel, und hat
eine angenehme Temperatur.
Der Anfang der Gibb River Road ist noch
asphaltiert, so kommen wir schnell voran und sind bald an der Abzweigung zur
Station El Questro. Wir biegen ab, kaufen uns einen Day Pass, um das Gelände
befahren zu dürfen und besuchen zuerst Zebedee Springs, eine Quelle mit 32 - 35
Grad warmem Wasser. Dort können wir zwar nicht schwimmen, aber wenigstens
baden. Amelia Gorge und Moonshine Springs mit ihren Zufahrten sind gesperrt
wegen eines Buschbrandes letzte Woche. Ausläufer davon haben auch den Zugang zu
Zebedee Springs und El Questro Gorge getroffen, dort aber sieht es aus wie nach
einem "normalen" Burning, vermutlich wegen des vielen Wassers. Es
schließt sich ein Walk an zum El Questro Gorge, einer besonders für
australische Verhältnisse tiefen Schlucht, durch die sich ein Bach windet. Auf
der Zufahrt zum Parkplatz müssen wir eine stellenweise 60 cm tiefe und 100 m
lange Furt durchqueren. Der Wanderweg führt mal am rechten, mal am linken Ufer
entlang. "In time" erreichen wir den Half Way Pool, ein Becken mit
ganz klarem Wasser, zu Anfang nur etwa knietief, aber auch mit einem Bereich,
in dem wir wirklich schwimmen können. Dort wissen wir nicht, wie es weitergehen
soll, denn wir finden kein Hinweiszeichen und ein Weg oder Pfad ist nicht zu
erkennen. Nun, ganz einfach, der Weg führt durch den Pool hindurch und auf der
anderen Seite über einen etwa drei Meter hohen Felsen. Direkt vor dem
potentiellen Aufstieg reicht mir das Wasser bis zur Brust, Sachen, die im
Rucksack sind, würden also nass. Eine "adventure"-Reisegruppe
(hauptsächlich Franzosen unseres Alters, aber auch drei junge Australier) kommt
vorbei und macht vor, wie es geht. Ich probiere es, allerdings ohne Gepäck und
Kamera, und komme oben an, aber für Brigitte wird es schon schwierig und wie
ich die Kamera hinüberbringen soll, ist mir völlig unklar. Außerdem wird der
weitere Weg wohl ziemlich schwierig und ist nur für fitte Leute empfohlen. Also
kehren wir nach einer ausgiebigen Schwimmpause um.
Auf dem Campingplatz der Station mieten wir
uns ein und gehen in einem Nebenflüsschen des Pentecost River, der gegen
Krokodile abgesperrt ist, zum vierten Mal heute schwimmen. Auf der anderen
Seite des Geländes verlässt der Cambridge River seine Gorge, die Wände werden
auch hier aus den eindrucksvollen roten Felsen der Kimberley Region gebildet.
Auf eine Bootfahrt durch die Gorge verzichten wir.
Dienstag, 30. September
Bei Sonnenaufgang ist alles in Watte
getaucht: Nebel in Nordwestaustralien. Damit hatte ich nie gerechnet, schon gar
nicht jetzt, am Ende der Trockenzeit. Aber vermutlich sind das die ersten
Vorboten der kommenden wet season, der Regenzeit. Nur 30 Minuten später ist der
Spuk vorbei.
Die Känguru, kurz hier im Land Roo
genannt, auf dem Platz sind sogar jetzt
sehr furchtsam, sie lassen mich kaum auf Fotografierentfernung an sich heran.
Wenigstens die Boab und die Blumen laufen nicht davon, es gibt hier sehr schöne
Boab-Exemplare.
Auf dem Weg nach Wyndham steht wieder ein
Spaziergang an, einmal rund um Telegraph Hill. Hier wurde 1914 eine
Telegrafenstation aufgebaut, war im Krieg von Abwehrspezialisten besetzt, die einen
Teil zur Versenkung der "Emden" durch HMS Sydney beitrugen. 1921 wurde
die Station wieder aufgegeben, weil es zu starke statische Aufladungen gab, die
zu unvollständigen und falschen Übertragungen führten. Heute sind nur noch die
Fundamente zu sehen, interessanterweise sind diese aus Beton.
Der Zugang zum letzten Teil der Gravel Road
nach Wyndham Port bleibt unseren Augen verborgen, so müssen wir den Great North
Western Highway benutzen. Später erfahren wir, dass die Strecke seit der
letzten Regenzeit bis auf weiteres gesperrt ist. Doch vorher biegen wir noch ab
ins Tal des King River und sehen uns dort ein paar interessante Dinge an:
Aboriginal Art an einer richtig gut als Unterstand geeigneten Höhle über einem
Billabong. Im Billabong wachsen die hier üblichen waterlilies, die übrigens
auch zur Ernährung der Aboriginals beitrugen: Wurzelknollen und Blütenböden
sind essbar, die Samen können wie so vieles zu Mehl zermahlen werden. Die
Brolga, die sich hier an den Wasserpflanzen gütlich tun, bewegen sich
gemessenen Schrittes, aber zielstrebig von uns weg, kommen wir dennoch zu nahe,
ziehen sie es vor, wegzufliegen. Schade, diese fast zwei Meter großen Kraniche
sind sehr schön, grau und schwarz, mit rotem Kopf und schwarzem Gesicht und
Schnabel. Sie haben einen ganz besonderen Hochzeitstanz, zu dem es viele
Geschichten der Aboriginal gibt.
Ein Nebenfluss des King River ist hier oben
aufgestaut als Teil der Wasserversorgung für Wyndham. Das King River Crossing
besteht nur aus trockenen, etwa kopfgroßen Steinen, in der Regenzeit muss das
schon sehr beeindruckend sein, denn dann ist der Fluss vermutlich auch richtig
reißend.
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| The Kiss |
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Auf der anderen Seite beginnt der Karunjie
Trail, eine "ungazetted and unmaintained" Zufahrt zur Gibb River
Road. "Use it on your own risk". Wir fahren die ersten Kilometer
rein, der Track ist in einem guten Zustand, obwohl er nicht (regelmäßig)
gewartet wird. Das ist ein gutes Zeichen
für die Gibb River Road. Und dann findet sich hier auch ein Prison Tree, ein
hohler Boab, in dessen Innerem - ich bin reingeklettert, um das Ganze auch von
Innen gesehen zu haben - sicherlich drei
oder vier Männer mehr oder weniger bequem sitzen können. Der Eingang ist in
etwa 1 Meter Höhe, von oben kommt durch drei Astlöcher Licht herein - bei Regen
wird es allerdings auch nass im Innern. Ob der Baum seinen Namen daher hat,
dass er benutzt wurde, um zusammengetriebene Aboriginal zu verwahren, bevor sie
als Sklaven missbraucht wurden?
In Wyndham - hier ist der Diesel billiger
als in Kununurra mit Coles-Discount - sehen wir uns den Hafen und die große
Roadtrainbeladungsstation an (ähnlich wie in Bing Bong), bewundern und
fotografieren den "Big Croc", wesentlich größer als Krys in
Normanton, dafür gibt aber auch niemand vor, es sei ein Replika eines einst
lebenden Exemplars, fahren zum "Five Rivers Lookout", von wo aus man
einen wunderbaren Blick auf den Cambridge Golf und die fünf einmündenden Flüsse
Forrest River, Durack River, Pentecost River, King River und Lower Ord River
hat, kaufen mal wieder ein, tanken und quartieren uns auf dem Campingplatz ein.
Das Office hat geschlossen "cupla hours, but you`re welcome to settle
up", was wir dann auch tun. Mal sehen, ob es nachher Einwände gibt gegen
unsere Platzwahl. Auf dem Gelände des Platzes steht auch ein Boab, der als
angeblich größter in bebautem Gebiet sogar in der Karte eingezeichnet ist.
Gegen den Prison Tree kann er zwar an, sein Umfang scheint mir etwas größer zu
sein, aber er besteht im Grunde aus drei Bäumen, was bei Boabs relativ häufig
vorzukommen scheint. Außerdem läuft
Fuzzy the donkey, der allerdings ein Maultier ist, frei hier herum und sucht
sich Futter. Während der Vorbereitungen fürs Abendessen wird er aufdringlich
und wirft meinen Stuhl um, aber die Paprikaabfälle, die ihm Brigitte anbietet,
sind doch nicht nach seinem Geschmack.
Montag, 29. September
Weit kommen wir heute nicht und dabei ist
schon das geplante Ziel Wyndham nicht sehr weit von Kununurra entfernt, nur
etwa 100 km.
Alles läuft wie üblich, Viertel vor acht
brechen wir auf und finden auch auf Anhieb den Abzweig auf die Parry Creek
Road. Valentine Springs ist unterwegs nicht ausgezeichnet, dafür biegen wir ab
in Richtung Middle Springs. Ein kurzer Spaziergang bringt uns an das (vermutlich)
permanente Wasserloch an einer Felswand. Ob es eine Quelle ist? Ich denke
nicht. Wenige Kilometer später gilt es schon wieder von der Hauptrichtung
abzuzweigen, um zum Black Rock Falls zu fahren. Im Tiefsand bleiben wir
stecken, doch mit Vierradantrieb im Low-Betrieb kommen wir wieder aus eigener
Kraft frei und auch bis zum "Car park", also einer Wegverbreiterung
ohne anderen Ausgang. Wieder heißt es klettern. Meine Ferse, an die ich mir
beider Tour im Keep River eine Blase gelaufen habe, die dann im Mirima National
Park aufgegangen ist, tut ziemlich weh, die noch junge Haut ist aufgeplatzt.
Aber die Kletterei lohnt sich, wir kommen an die immens hohe und beeindruckende
schwarze Felswand. Natürlich gibt es jetzt keinen Wasserfall, wo sollte das
Wasser auch herkommen, aber der Plonge Pool ist noch gut gefüllt. Also auch ein
permanentes Wasserloch, ein Billabong. Den Wasserfall selbst kann man
vermutlich nur eine ganz kurze Zeit im Jahr besuchen, nämlich dann, wenn die
Regenfälle aufgehört haben und die Strecke einigermaßen abgetrocknet ist, aber
noch genug Wasser vorhanden ist, im den Wasserfall zu versorgen. Dann muss er
sehr beeindruckend und vermutlich sehr laut sein.
Die Cane Toads haben es offensichtlich auch
schon nach Western Australia geschafft, wir finden einige Leichen hier
herumliegen.
Beim Rückweg macht der Sand keine
Schwierigkeiten, weil ich gedanklich auf die Herausforderung eingerichtet bin.
Dann halten wir an Buttons Crossing, da kann man aber nicht mehr rüber über den
Lower Ord, dafür ist der zu tief und das gegenüberliegende Ufer viel zu steil.
Bei Mambi Island ist eine Boat Ramp, dort stehen neben einem Allrad mit
Bootanhänger auch ein Hilux und ein Caravan, die Bewohner sind aber
offensichtlich mit dem Boot unterwegs (denn das ist nicht da, wie man am Auto
sieht, haben sie aber eines dabei). Ich schrecke beim Herumstreifen im
ufernahem Unterholz einige Känguru auf und werde vom Geschrei misstrauischer
Corellas begleitet.
Und dann stehen wir an der Abzweigung zur
Parry Creek Farm. Das ist ein Tourist Resort, es gibt Cabins, ein Restaurant
(das allerings bereits geschlossen hat, die Saison ist zu Ende), einen Pool und
einen großen Campingplatz. Daneben ist eine Lagune, die sehr idyllisch
aussieht. Wegen der vielen Vögel und Kängurus entschließen wir uns, erst morgen
weiterzufahren und den Tag hier zu verbringen.
Es wird ein schöner Nachmittag: Schwimmen
im Pool (in der Lagune wohnt ein 12 Fuß Salty, etwa dreieinhalb Meter lang, da
empfiehlt es sich, ausreichend Abstand zu halten), Vögeln zuhören, denn zum
Beobachten sind sie zu weit weg oder verstecken sich zu gut oder fliegen sofort
weg, wenn ich näher komme, Lesen und immer wieder schwimmen.
Zwei Kinder, die zum Baden herkommen,
freuen sich über Brigittes "Noodle", weil sie nicht wissen, dass die
nicht zum Pool gehört und sie ohne Bedenken sofort mit Beschlag belegen. Eine
Noodle ist eine der modernen Schwimmhilfen, ein Rohr aus Polypropylen, das
einen gewaltigen Auftrieb verleiht.
Diesmal fangen wir früh genug mit den
Abendessenvorbereitungen an, so dass wir noch bei Tageslicht essen können. Das
ist hier schon deshalb wichtig, weil es nur wenig künstliches Licht gibt.
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| Lagune with Boardwalks |
Die Cabins sind alle auf Pfählen, ob des
jährlichen Hochwassers oder der Crocs wegen weiß ich nicht, und sie sind durch
einen "Boardwalk" in etwa 3 m Höhe verbunden. Dort gehen wir nach
Einbruch der Dunkelheit hin, croc spotting. Wir sind erfolgreich, immer wieder
können wir eines oder zwei Augen des Croc mit unseren Taschenlampen zum
Aufleuchten bringen.
Sonntag, 28. September
Das frühe Aufstehen passend zum
Sonnenaufgang wird zur Routine, wir sind jetzt wirklich "hier". Wenig
später brechen die ersten bereits auf, da sind wir noch dabei, unser Frühstück
zu richten. Ungefähr um halb acht brechen auch wir auf, aber wir bleiben hier
in Kununurra. Unser Ziel ist ein Nationalpark direkt neben der Stadt, dort gibt
es ein paar Walks, die wir uns für heute vorgenommen haben.
Es lohnt sich, die Umgebung mit den
rotschwarzen Sandsteinfelsen der Kimberleys und sehr viel Grün trotz der
anhaltenden Trockenheit ist schön. Und um diese Zeit ist die Temperatur auch
für körperliche Betätigung sehr angenehm. Als wir alles abgegangen sind, ist es
schon merklich wärmer.
Den Rest des Tages verbringen wir auf dem
Campingplatz, immer mal wieder mit einem kurzen Swim im Pool gewürzt. Viel zu
schnell vergeht der Tag, schon ist wieder Zeit ans Abendessen zu denken und mit
dem Kochen zu beginnen. Momentan haben wir noch frische Sachen in großer
Auswahl, in den nächsten Tagen wird sich das ändern. Morgen geht es ab nach Wyndham
und dann weiter nach Westen auf die Gibb River Road mit ihren vielen
Seitenwegen und -Zielen. Da werden wir vermutlich auch nicht online sein
können. Und ab morgen werden wir für einige Tage nicht aus dem
Vierradantriebsmodus herauskommen, auch wenn das einen erhöhten
Kraftstoffverbrauch zur Folge hat. Aber wir wollen es ja so. Mal sehen, wie es
wird, die einen sagen so, die anderen so.