Samstag, 25. Oktober 2014

Samstag, 25. Oktober, Port Hedland, WA



Samstag, 25. Oktober

Nach einem erneuten Strandbesuch direkt nach dem Duschen - einige weitere Schildkröten haben diese Nacht ihre Eier bei der Böschung abgelegt - und einem gemütlichen Frühstück machen wir uns fertig zur Weiterfahrt. Das flache Land setzt sich weiter fort. Auffällig, und dennoch merke ich es bewusst erst jetzt, ist, dass es hier keine Termiten zu geben scheint, zumindest sind die sonst so markanten Hügel nicht zu sehen. Und gerade bei diesem flachen Land mit seinem niederen Bewuchs sollten sie sofort sichtbar sein. Kühe sieht man ja auch weit im Voraus, zum Glück, denn sonst wären wir gestern an den Brolgas vorbeigefahren. Immer wieder mal kommen Bereiche mit niedrigen Bäumen, bis etwa fünf Meter hoch, Low Woodland. Und dann wieder reine Grassteppe oder Bush. Am Degrey River ist ein 24h-Rastplatz direkt am Ufer des DeGrey River. Wir sehen ihn uns an, kommen dabei mit zwei Paaren aus Broome ins Gespräch. Smalltalk natürlich, aber immerhin, wir verstehen einander, und das ist ja auch schon was. Offensichtlich hat sich unser Akzent etwas abgeflacht, die Leute erkennen nicht mehr sofort, dass wir Deutsche sind. Auf der anderen Seite des Flusses bietet sich ein neues Bild: Hügelige Landschaft, die Straße hat tatsächlich Kurven, neben der Straße wachsen hohe Bäume. Aber schon zwanzig Kilometer später weitet sich die Landschaft wieder, die Hügel werden weniger, ebenso die Bäume. Dafür tauchen die ersten Anzeichen von Mining-Aktivitäten auf: Nebenstraßen mit dem Hinweis Mine Site, gesperrte Seitenwege, die im Besitz von BHP oder Atlas sind und deshalb nicht frei befahren werden dürfen.
Port Hedland at night, seen from East
Und dann sind wir in Port Hedland. 1882 legte Peter Hedland in einer von Mangroven gesäumten Bucht an, sieben Jahre später wurde Port Hedland als Ansiedlung veröffentlicht. Der Namen sagt es schon, der Ort diente als Versorgungshafen für das Hinterland, das Pilbara. In der besagten Bucht konnten kleinere Schoner anlegen, was die Versorgung deutlich vereinfachte. Produkte der Gegend wie Muscheln, Perlen, Wolle und Fleisch, Gold, Kupfer und kleinere Mengen Eisenerz  konnten auf dem Seeweg viel schneller in die größeren Hafenstädte im Süden gelangen. Heute ist Port Hedland einer der größten Häfen in Australien, aber mit einem sehr eingeschränkten Angebot: Salz und Eisenerz werden von hier verschifft. Jeden Tag treffen hier in Port Hedland 24 Züge mit Eisenerz ein, 12 kommen von der Yarrie Mine im Osten, 12 aus Newman im Süden. Jeder der Züge aus Yarrie hat 90 Waggons mit je 125 Tonnen Eisenerz, die aus Newman sind länger, sie haben 210 Waggons. Damit kommen pro Stunde 37.500 to Eisenerz in Port Hedland an und werden umgehend verschifft. 90 % davon gehen nach China! Entsprechend groß ist der Hafen er wurde vor Jahren extra erweitert für die größte Kategorie der Erzfrachter mit 425.000 BRT Kapazität. Als wir am Hafen ankommen, läuft gerade einer dieser Riesenfrachter ein, leider sind wir etwas zu spät dran, um ihn gebührend bewundern zu können.
In Port Hedland erzeugt Rio Tinto Minerals jährlich rund drei Millionen  Tonnen Kochsalz (mit Solarenergie), auch dieses Produkt kommt auf dem Seeweg zu den Weiterverarbeitern.
Wir bleiben heute Nacht hier in Port Hedland auf einem Campingplatz an Cooke Point.
Immer wieder treffen wir Reisende, mit denen wir schon früher auf der Schmetterlingstour Kontakt hatten.

Freitag, 24. Oktober

Hier an Eighty Mile Beach ist das bevorzugte Nistgebiet der seltenen und unter Naturschutz stehenden Flatback Marine Turtles, einer großen Seeschildkröte. Jetzt in diesen Wochen kommen die Weibchen am Abend aus dem Wasser, um im Sand am Rande des Strands ihre Nester zu bauen und die Eier zu legen. Die ersten Grabarbeiten erfolgen mit den Vorderbeinen, das Ausheben der eigentlichen Eikammer dagegen mit den Hinterbeinen. Das Gelege wird mit Sand bedeckt und das Nest getarnt, damit ist die Arbeit der Schildkröte getan, sie kehrt zurück ins Wasser. Der gesamte Vorgang dauert rund zwei Stunden. Wird eine Schildkröte in den Phasen vor der Eiablage gestört, kann es sein, dass sie das Nest verlässt und den Versuch abbricht. Um sie möglichst wenig zu stören, soll man nach 23 Uhr nicht mehr an den Strand gehen und auch vorher schon am Strand keine Taschenlampen verwenden. Man soll allerdings auch nicht mit dem Auto auf den Strand fahren, was aber nicht verboten ist, also dennoch gemacht wird.
Wir gehen mit dem ersten Licht an den Strand, und siehe da, mindestens sechs dieser großen Echsen haben heute Nacht ein Gelege gebaut. Die Spuren sind nicht zu übersehen, immerhin sind sie etwa einen Meter breit.
Wir bleiben den Tag hier und folglich auch die kommende Nacht hier in Eighty Mile Beach. Diesen Strand müssen wir einfach ausnutzen und wieder einen großen Spaziergang machen. Hunderte Seevögel, Möwen, Sandläufer, Plover, Austernfischer und andere sind am Strand verteilt, das Wasser hat etwa 30 Grad, die Wellen sind etwa 50 cm hoch, alles ist wunderbar. Wenn wir uns den Seevögeln nähern trippeln sie vor uns her. Irgendwann kommen wir ihnen dann doch zu nahe, dann fliegen sie unter wüstem Protestgeschrei  ab und meist um uns herum. Außerdem gibt es hier - im Gegensatz zu Broome - jede Menge Muscheln und Schnecken, teils sehr schöne Exemplare.
Shells
Direkt am Ufer treiben sich Fische herum, etwa 1 m lang, sandfarben. Wenn sie mich entdecken, schalten sie sozusagen den Turbo ein und verschwinden im tieferen Wasser. Auf einen trete ich versehentlich, in der Brandung ist er nicht zu sehen gewesen. Mit ihrem flachem Bauch, zwei Rückenflossen und einer starken Schwanzflosse sind sie gemacht für den bodennahen Aufenthalt im flachen Wasser, ansonsten sehen sie aus wie Haie. Es sind vermutlich Flatheads, Flachköpfe, sie sind ess- und genießbar. Auch mindestens einen Hai, ein stattliches Exemplar, schwimmt die Küste entlang, das erfahre ich allerdings erst nachdem ich im seichten Wasser gebadet habe. So nahe ans Ufer kommen diese Raubtiere, wenn es denn eines war, aber auch nicht.

Donnerstag, 23. Oktober

Ein letztes Mal müssen wir zu Coles, Chinatown, denn wir haben nur noch sehr wenig Brot. Brigitte wollte gestern welches in dem Shop am Platz kaufen, aber da war es aus. Montag sagte jemand zu uns, dass er festgestellt hat, dass er in Broome keine Karte mehr braucht, also sei es Zeit, den Ort zu verlassen und weiterzuziehen. Wenn es danach ginge, müssten wir noch hierbleiben, denn die Werkstatt in Guy St habe ich gestern nur mit Karte gefunden, obwohl ich schon mal dort war.
An diesem einen Tag heute fahren wir mehr als an den 12 Tagen zuvor in der Summe, 370 km sind es, bis wir bei Eighty Mile Beach auf einem schattigen Platz stehen.
Die Strecke von Broome nach Südwesten führt durch eine Steppe am Rande der "Great Sandy Desert". Die grasbewachsene Ebene wird gelegentlich unterbrochen von buschbestandenen Bereichen, Bäume sind eher selten anzutreffen. Auch der Verkehr hält sich sehr in Grenzen, mich wundert, dass der Great Northern Highway überhaupt "sealed" ist. Vermutlich sind das Auswirkungen der zunehmenden Minentätigkeit hier in Northern Western Australia. Ab und zu sehen wir einen Wegweiser zu einer Station, auch davon gibt es nicht viele. Zwei Rastplätze sind für 24h-Aufenthalte vorgesehen, das bezeugt, dass es wenig Möglichkeiten gibt, neben der Straße zu übernachten.
Unterwegs "müssen" wir eine Pause einlegen, weil an einem Wasserloch neben der Straße mehrere Dutzend Brolgas stehen. Ich fahre so nahe hin wie möglich, woraufhin ein Teil der Gruppe abfliegt, aber nur wenig später wieder landet, sie schaffen so etwas mehr Fluchtweg zwischen sich und uns und überfliegen dabei außerdem noch einen Zaun. Einige bleiben. Wir beobachten sie, sie beobachten uns. Dann entspannt sich die Lage, immer mehr dieser schönen Kraniche kehren auf dem Luftweg zurück. Beim Landeanflug sind sie allerdings nicht zu elegant wie beim Flug oder beim Herumlaufen, da sehen sie eher unbeholfen aus.
Auch beim Sandfire Roadhouse halten wir an und sehen uns die Displays mit den Zeitungsausschnitten aus der Zeit der Entstehung an. Damals, 1970, wurde der 50 jährige Gründer des Roadhouses von Vielen für verrückt erklärt, hierher in diese "sunbaked sandy country" zu gehen und sich dort mit seiner Familie niederzulassen. Aber er hatte wohl genügend Weitsicht um die Notwendigkeit eines Roadhouses hier zwischen Broome und Pt Hedland zu sehen zu einer Zeit, als es nur wenig Verkehr gab an der Nordküste.
Low Tide on  Eighty Mile Beach
Kurze Zeit später war eine Bohrung nach Wasser erfolgreich und drei Wochen danach ging das Roadhouse mit einer ersten Tankfüllung von  44l Diesel in Betrieb. Es ist noch heute in Familienbesitz. Oft von Zyklonen getroffen und jedes Mal teilweise zerstört, ist es 2004 restlos abgebrannt (nach zwei Tagen ging der Betrieb weiter, unter offenem Himmel mit Hilfspumpen für Fuel und Wasser) und 2009 zum vorläufig letzten Mal von einem Zyklon getroffen worden. Da blieb nur das Hauptgebäude erhalten, alles andere war "plattgemacht" -wie gut, wenn man mit Wellblech baut. Der 2009er Sturm hat übrigens auch die drei umliegenden Farmen und die Anlage hier an Eighty Mile Beach zunichte gemacht.

Mittwoch, 22. Oktober

Morgen wird es endgültig weitergehen Richtung Perth. Von Darwin nach Perth sind es laut Karte 1.850 km - cum grano salis -, wir haben 5.000 draus gemacht. Da vor uns auf direktem Weg noch 2.366 km liegen, gehe ich mal davon aus, dass wir noch rund 7.000 km fahren werden. Aber das hängt auch vom Wetter ab.
Heute ist also der Vorbereitungstag: Waschen, Einkaufen, Tanken, Auto reisefertig machen … Dazwischen natürlich immer wieder Schwimmen im Pool, Lesen, Nichtstun.
Monument for the Women involved in the Pearling Business
Diese letzten Tage sind wie im Flug an uns vorbeigezogen, geblieben ist der Eindruck von Schönheit, Lebensqualität, angenehmer Wärme.
Zum ersten Mal seit fast einer Woche, naja, seit fünf Tagen, sind heute Abend wieder einzelne Wolken am Himmel. Aber noch immer ist es nicht richtig schwül, die Luftfeuchtigkeit liegt bei 60 %, die Temperaturen schwanken zwischen 22° in der Nacht und 35° am Tag. Heute hatte es "nur" 33° wegen eines mittelstarken Nordwindes. Sehr komisch.
Auf dem Platz "hinter" uns ist ein britisches Paar eingezogen, small talk, während ich ihm dabei helfe, sein Vorzelt aufzubauen. Gegenüber, auf 121, kommt Wasser aus der Erde. Eine neue Quelle? Vermutlich nicht undda ich ohnehin zum Büro muss, um meine Gatecard abzugeben, "melde" ich das gleich. 10 Minuten später fangen zwei Mann an, ein Loch auszuheben. Die Wasserleitung, knapp 50 cm tief im Boden, hat zwei Löcher. Das Problem ist die Lokalisierung, denn da, wo das Wasser austritt, muss ja nicht die Schadensstelle sein. In diesem Fall waren die biden Stellen aber relativ dicht beieinander, nur etwa 50 cm getrennt. Nach einer guten Stunde ist das Loch wieder zu, von dem Schaden zeugt nur noch die feuchte Stelle auf dem Fahrweg. Die wird noch länger zu sehen sein, denn das Wasser hat roten Sand mitgebracht.

Dienstag, 21. Oktober

Mit dem ersten Bus fahren wir zu Gantheaume Point. Dieser erste Bus ist der einzige, der hinfährt, denn später ist es zum Zurücklaufen zu warm. So groß ist der Unterschied wahrscheinlich nicht. Wir halten uns wieder eine Weile bei den Klippen am Leuchtturm auf, bevor wir uns auf den Rückweg machen. Acht Kilometer Strandspaziergang, sogar hier im besiedelten Broome sind wir fast alleine, die Leute, die uns begegnen, kann man an zwei Händen abzählen. Ab und z überrascht mich eine Welle und so habe ich schon nach kurzer Zeit nasse Hosenbeine. Die Sonne trocknet sie wieder, zurück bleibt ein salzgetränkter Stoff.
Ebenfalls mit dem Bus fahren wir über Mittag zu Kimberley Outdoor Supply und kaufen Zeltschnüre und einen Plastikhammer, um das Vorzelt besser aufbauen zu können. Ich kann nicht davon ausgehen, dass ich jedes Mal ein passendes Holzstück oder einen faustgroßen Stein finde, wenn ich die Markise aufbauen will. Die Schnüre mit den Stahlfedern sind für unsere Campingausrüstung in Deutschland.
Zwischen den verschiedenen Busfahrten - wir haben wieder einen Day Pass - vertreiben wir uns die Zeit mit Schwimmen im Pool und Lesen. Schon lange kam ich nicht mehr so viel zum Lesen wie hier, auch das ist richtig angenehm.
Gantheaume Point
Wieder essen wir bei Matso's zu Abend, dort sitzt man gut, das Essen ist gut und das Bier ist süffig, auch wenn es für deutsche Geschmäcker zu wenig Alkohol hat (im Schnitt 4,5 %). Besonders beeindruckt uns das Gingerbeer, ein ganz helles Bier mit einem Ingweranteil, der sehr erfrischend ist und eine leichte Schärfe in das Bier bringt. Wohl wissend, dass ich dann schlecht schlafen werde, gönne ich mir drei Biere, ein "Hit the Toad", ein Ginger Beer und einen "Smokey Bishop". Zum Essen entscheide ich mich für das Tandoori aus der Curryhut mit frischem Naanbrot.

Montag, 20. Oktober

Wieder, wie im letzten Jahr, gehen wir zu dem Buddhatempel. Nur geht es diesmal schneller, weil wir wissen, wo wir hinmüssen. Mehrere Frauen praktizieren Yoga in der Halle, das ist ok, aber eine hat sich ihren Platz direkt bei der Statue ausgesucht. Das finde ich nicht wirklich angebracht, kann es aber natürlich nicht ändern. Wir genießen die Stille, sehen den Vögeln zu und den Schmetterlingen, ab und zu mache ich ein Foto.
Der Rückweg gestaltet sich länger, weil wir noch die Umgebung ansehen. Offensichtlich sollen hier weitere Wohnungen, Sanctuaries oder Feriensiedlungen entstehen, es gibt einige Grundstücke zu kaufen "to develope". Das bedeutet nicht zur Eigennutzung. Eines hat 40.000 qm, ein anderes 10.000 qm und das dritte 8.000 qm, alles eigentlich angepasste Grundstücksgrößen für ein Einfamilienhaus mit Shed und Dreifachgarage. Das drittgenannte und kleinste Grundstück ist bebaut, das darauf stehende Haus sieht nicht mal so schlecht aus.
Sunset at famous CableBeach
Relaxing am Pool, Brigitte traut sich trotz ihrer Schrammen am Schienbein ins Wasser, bleibt nur die Hoffnung, dass es nicht gerade jetzt zu einer Entzündung kommt (was ich nicht erwarte, but you never know).
Schon um vier mache ich mich an die Vorbereitungen fürs Abendessen, dabei gibt es heute Bratkartoffeln, da ist außer zwei Zwiebeln, Knoblauch und den zwei Tomaten nichts zu schnippeln. Ich koche auf dem Barbeque, da ist es gut, wenn wir früh dran sind, dann ist noch alles "fleischfrei". Der eigentliche Grund ist aber, dass wir zum Sonnenuntergang am Strand sein wollen. Das ist dann überhaupt kein Problem, der Sonnenuntergang ist schön, stimmungsvoll, genial.
20 Minuten nachdem die Sonne im Meer verschwunden ist, ist es so dunkel, dass die ersten Sterne zu sehen sind und dass alle Autos mit Licht fahren. Auch tauchen bereits die ersten Taschenlampen im Gebrauch auf. Aber richtig dunkel ist es erst etwa eine Stunde nach Sonnenuntergang.

Sonntag, 19. Oktober

… einfach, weil es dort richtig schön ist.
Noch vor dem Frühstück machen wir einen etwa 8 Kilometer langen Trail und beobachten, was es zu beobachten gibt: Tracks auf dem Weg von Kängurus, Schlangen, Vögeln, Eidechsen, Kühen, Blumen und Bäume und natürlich Vögel. Das wird besonders gut, als wir am Strand angekommen sind. Hier an der Nordseite der Roebuck Bay ist das Ufer extrem flach, ideale Voraussetzungen für Mangroven, die sich hier angesiedelt haben. In den Mangroven leben jede Menge Vögel, sie ernähren sich von Insekten, Krustentieren, Amphibien, kleinen Fischen und Schlangen. Dazu kommen die vielen Seevögel, die man hier zu sehen bekommt: Möwen, Sandpiper, Strandläufer, Austernfischer, Ibisse, Reiher,… Außerdem ist die Gegend hier das Sommerquartier und Brutstätte für viele Zugvögel aus dem asiatischen Raum bis hoch nach Sibirien. Sogar Vögel aus Alaska kommen zum Brüten hierher an die Küste der Kimberley.
In Broome besuchen wir den Poo Pond, denn dort sind Whistling Ducks zu sehen. Tatsächlich, sie sind da, und weil sie hier zwar in Freiheit, aber hinter einem Zaun leben, haben sie auch keine ganz so große Fluchtdistanz, wir können bis auf Fotografierentfernung an sie heran.
Und dann stehen wir wieder im Palm Grove Caravan Resort, zwei Stellplätze weg von unserem alten Platz. Neben dem steht, als sei er nicht weg gewesen, der Wohnwagen des Amerikaners. Aber auch jetzt kann ich ihn nicht antreffen. Später kommt er bei uns vorbei.
Crested Pigeon
Nach Abendessen und Spülen gehen wir zum Strand. Im Grunde ist es zu spät, denn der Sonnenuntergang ist lange vorbei. Aber ein Spektakel ist es dennoch. Dutzende von 4WDs kommen von Norden den Strand herunter, schlängeln sich durch "The Rocks" und verlassen den Strand. Normaler Verkehr an einem Sonntagabend? Nicht ausgeschlossen. Als diese Show vorbei ist, ist es wirklich stockdunkel und wir gehen zurück. Im Süden leuchtet alle 10 Sekunden das Leuchtfeuer von Cape Gantheaume auf, darüber strahlen die Sterne, auch ohne Kreuz des Südens ein unglaublicher und - hoffentlich - unvergesslicher Anblick.



Sonntag, 19. Oktober 2014

Sonntag, 19. Oktober, zurück in Broome



Samstag, 18. Oktober

Bis wir mit dem Frühstück fertig sind, sind bereits drei Autos hier vorbeigefahren, es wird Zeit zu gehen. Etwa 5 km südlich von unserem Camp ist ebenfalls eine gute Stelle zum Übernachten, allerdings ist der Strand lange nicht so schön, überwiegend felsig. Die Hütte bei  James Price Point ist nicht mehr verlassen, zwei Männer sitzen im Schatten und grüßen, als wir neugierig heranfahren. Ohne das Gespräch zu suchen, kehren wir um und fahren weiter. Der Amerikaner, den wir in Broome getroffen haben und dessen Frau inzwischen in Adelaide weilt, steht noch an Quondong Point, er scheint aber nicht im Wohnwagen zu sein, zumindest kommt er nicht raus, als wir vorbeikommen um "Good Day" zu sagen. Also fahren wir weiter. Am Barred Creek Camp Ground ist alles verlassen, obwohl der Camp Ground gut aussieht. Allerdings gibt es hier Mangroven, und wo Mangroven sind, sind - zumindest zu Zeiten höherer Tiden - auch Sandfliegen mit ihren hässlichen Bissen. Also halten wir uns besser fern.
Barred Creek, Dampier Peninsula

Dann sind wir am Broome Hwy, fahren aber gleich geradeaus weiter zum Broome Bird Observatory, wo wir eine Nacht bleiben wollen. Es klingt nach Stress: Um 18.30 Uhr treffen sich alle im Shadehouse - das ist die Camp Kitchen - um über die Beobachtungen des Tages zu berichten. Da fällt mir wieder auf, dass ich ja eigentlich ein schlechter Vogelbeobachter bin, denn im Allgemeinen sehe ich sie ja nicht, sondern höre sie nur. Am Strand ist das anders, aber da sitzen die Vögel ja nicht hinter Blättern ;-).
Nachmittags sitzen wir über eine Stunde im Birdhide, dort kann man die Vögel direkt beobachten, wie sie sich am Wasser laben. Das meiste sind Tauben. Sogar ein Kite, ein Raubvogel, kommt vorbei, aber er schaut nur. Wenn die Bowerbirds kommen, es sind ihrer drei, gehen alle anderen Vögel auf Distanz, die großen Vögel scheinen recht aggressiv zu sein. Sie sind andererseits die einzigen, die sich vom Geräusch meiner Kamera gestört fühlen und jedes Mal zusammenzucken, wenn ich ein Bild mache. Die Rainbow Bee Eater sind sehr schnell, aber gelegentlich bleiben sie doch auf einem Ast sitzen. Auch ein  Red Backed  Kingfisher schaut vorbei, das ist ein kleiner Verwandter des Kookaburra.
An die abendliche Zusammenkunft im Shadehouse schließt sich ein längeres Gespräch an, der eine Gesprächspartner ist aus den Niederlanden, der andere vor 42 Jahren aus Dänemark eingewandert. Für einen Vogelbeobachter hat er ein enormes Mitteilungsbedürfnis. Gerüchteweise regnet es in Katherine bereits, ich kann es mir nicht wirklich vorstellen.
Und morgen geht's zurück nach Broome...

Freitag, 17. Oktober

Nach dem Frühstück kommen zwei Autos angefahren, je zwei Mann steigen aus, verringern den Reifendruck, ziehen sich langärmelige Hemden statt der T-Shirts an, steigen wieder ein, fahren runter zum Strand und daran entlang nach Norden. Schnell sind sie den Blicken entschwunden. Vermutlich gehen sie fischen. Sollte es wider Erwarten trotz der neuen Batterie Probleme mit dem Anlassen geben, ist Hilfe also nicht weit, denn die beiden kommen sicherlich gegen Abend wieder hier vorbei.
Unser Tag beginnt so, wie der gestrige geendet hat: Mit einem Strandspaziergang. Aber diesmal gehen wir nach links. Die Bucht auf dieser Seite hat etwas dunkleren Sand und dahinter, an der Landseite, rote Limestone-Klippen der gleichen Art, auf der wir stehen. Nur ist auf Höhe unseres Fahrzeugs in Nordrichtung das Ende der Klippen erreicht. Das gibt bei dem derzeit ablaufenden Wasser ganz tolle Zeichnungen im Sand: Roter Untergrund, darauf angeschwemmter bzw. von den Wellen mitgebrachter hellerer Sand mit schwarzen Ablagerungen. Die Natur malt Bilder auf den Sand von einer unglaublichen Schönheit und gleichzeitig einer großen Volatilität und Verletzlichkeit. Wir bleiben bis morgen früh hier. Das Aufbauen der Markise geht schon deutlich besser und schneller. Allerdings setzt der Westwind gerade erst ein.
Endless Beach
Am Nachmittag machen wir wieder einen Strandspaziergang, wieder starten wir Richtung Norden. Diesmal gehen wir bis zum nächsten Kap, nur um zu sehen, dass auf der anderen Seite wieder eine herrliche Sandbucht sich anschließt. Nach drei Stunden sind wir zurück. Da Brigitte am Strand deutlich schneller geht als im Gelände, waren das rund 15 km retour.
Insgesamt kommen heute, während wir beim Bushi sind, zehn Autos vorbei, die letzen zwei bereits eine Stunde nach Sonnenuntergang, da ist es schon stockdunkel. Auch sie fahren runter zum Strand und daran entlang nach Norden.
Gestern ein Auto, das in Sicht kam, heute 10 - wie soll das weitergehen? Naja, es ist Wochenende.

Donnerstag, 16. Oktober

Gemütlich fahren wir die Westseite der Dampier Peninsula hoch, halten hier und halten da und entschließen uns dann, an Cape Bertholet unser Camp aufzuschlagen. Etwa 10 m über dem Strand, auf einer roten Klippe mit dem Bug nach Westen steht unser Landcruiser, wir haben einen ollen Blick über die See und den Strand. Gegen die Sonne soll die Markise helfen, aber es gelingt mir nicht, sie ganz richtig aufzubauen und so muss ich immer wieder nachbessern. Der Wind ist ziemlich heftig und zerrt an der Plane. Beim ersten Versuch, sie in der Rinne festzumachen, bezahle ich mit einer abgerissenen Haut auf dem Zeigefinger, es blutet ziemlich stark. Die Markise scheint ganz neu zu sein und noch nie im Einsatz. Dann ist es besonders schwierig, sie bei Wind zu installieren, vor allem, da wir ein bisschen zu klein sind.
Langsam läuft die See auf, Hochwasser ist in Broome um 15.06 Uhr, mit nur noch 6,77 m, das wird hier nicht wesentlich anders sein, schließlich sind wir ja nur wenige Kilometer weiter nordöstlich.
Wir bauen die Markise ab und wieder auf, jetzt wird es schon besser.
Bush Camp $ Cape Bertholet, Dampier Peninsula
Doch dann kommt sie wieder weg und wird auch weggeräumt, weil wir zum Strand gehen. Ein zweistündiger Spaziergang an "unserem" rechten Strand entlang, dem mit den hellen Dünen an der Landseite zeigt uns die ganze Schönheit dieses Teils der Dampier Peninsula von Seeseite aus. Es gibt nahezu keine Muscheln am Strand, wahrscheinlich werden sie alle an den vorgelagerten Felsen zerschlagen. Genau rechtzeitig zum Kochen sind wir zurück und während des Abendessens geht die Sonne unter, schön, aber nicht spektakulär.
Nach dem Abendessen kippt Brigitte mit unserer Einstiegsmilchkiste um und schürft sich das Schienbein auf. Mist, das bedeutet wieder zwei Tage ohne Wasserkontakt für sie. Und das jetzt, wo die Stiche gerade richtig abgeheilt waren.

Mittwoch, 15. Oktober

Kurz vor acht stehen wir vor den Toren des Crocparks, aber der macht erst um 14.00 Uhr auf. Auch im Vogelpark möchten sie vor 11.00 Uhr keine Besucher empfangen. So fahren wir zum Broome Bird Observatory. Dort werden wir herzlich begrüßt, bekommen einen Wegeplan und eine Einweisung und dürfen dann auf eigene Faust losziehen. Von der Campkitchen aus - denn entgegen der Aussage der freundlichen Mitarbeiterin im Visitor Centre gibt es hier doch einen Caravan Park - haben wir einen wunderbaren Blick auf die Vogeltränken, die reichlich gut besucht sind. Auch ein Euro, ein kleines Känguru, stillt hier seinen Durst. Den 7 Kilometer langen Weg lassen wir angesichts der Wärme und der fortgeschrittenen Stunde lieber aus und gehen stattdessen die beiden kurzen Walks, jeweils etwa 1,5 km lang. Aber auch hier sind die Vögel bereits in irgendwelchen schattigen Unterkünften, von ihnen ist wenig zu hören und noch weniger zu sehen.
Im Birdhide sind wir nicht alleine, ein älterer Mann, gekleidet wie ein Großwildjäger aus dem vorletzten Jahrhundert, sitzt da und schaut den Vögeln zu, die sich hier im Schatten tummeln. Er ist eigens hier her gereist, um Vögel zu beobachten, das ist sein Hobby. Auch andere Leute wohnen derzeit auf dem Campingplatz.
Als wir gerade wieder am Broome Hwy ankommen, biegen schräg gegenüber Tina und William, die beiden Holländer von Silent Grove, von der Cape Leveque Road kommend auf den Hwy ein. Sie sind gestern morgen hochgefahren und jetzt wieder zurück in Broome, kein gutes Zeichen, denn eigentlich wollten sie sich mehr Zeit lassen. Und wirklich, ihr Kühlschrank macht Probleme, das ist wohl auch der Grund gewesen, warum ihre Hausbatterie so schnell den Geist aufgegeben hat.
Outbackway - not so smooth as it looks
Am Nachmittag gehen wir kurz an den Strand und genießen das warme Wasser mit seinen 29 Grad bei relativ starker Brandung. Es gibt keine Stinger- oder Haiwarnung, so können wir beruhigt ins Wasser gehen. Wir schwimmen nicht richtig, sondern genießen es, die Wellen auszutanzen und uns von ihnen an Land spülen zu lassen. Ja, Broome's the place to be.
Das Salz duschen wir schon am Strand wieder ab, gehen dann aber doch noch in den Pool auf dem Platz. Die Lufttemperatur liegt bei 35 Grad, das ist nicht wirklich sehr viel, aber die Luftfeuchtigkeit ist höher als an den letzten Tagen.
Für abends ist ein Gewitter angesagt, es bleibt aber bei einem ganz kurzen Schauer.
Als das Abendessen fast fertig ist, muss ich zum ersten Mal die Gasflasche wechseln, sie hat immerhin 30 volle Tage Kochen (also Frühstück und Dinner) durchgehalten, unglaublich.

Dienstag, 14. Oktober

Heute lassen wir das Auto stehen und fahren mit dem Bus. Aber zuerst muss ich noch nachbuchen für die nächsten zwei Übernachtungen. Und da das Büro erst um acht aufmacht, können wir erst um 08:52 Uhr mit dem Bus an der Haltestelle gegenüber des Parkeinganges losfahren. Den größten Teil unseres Stadtbesuchs verbringen wir in Chinatown. Von Chinesen ist hier allerdings nichts mehr zu sehen, nur noch Weiße betreiben die Geschäfte. Der Name stammt aus der Gründungszeit, als hier in Broome die Chinesen einen großen Anteil an der Bevölkerung hatten, weil Chinesen zwar nicht bei der Ernte der "Mother of Pearl"-Muscheln angestellt waren, aber für alle anderen niedrigen Arbeiten herangezogen wurden. Bis sie sich dann hochgearbeitet hatten und bei den großen Geschäften mitmischten.
Nach einem Abstecher zurück zum Caravanpark mit Abkühlung im Pool fahren wir ebenfalls mit dem Bus zu Matso's Broome Brewery zum Abendessen. Der letzte Bus zurück fährt um 18.27 Uhr, da ist es zwar schon dunkel, aber noch recht früh, wenn es ums Abendessen geht,  außerdem fährt nur ein Bus pro Stunde, und so sind wir bereits um 16.10 Uhr im Restaurant. Dinner gibt es aber erst ab halb 6. Und so essen wir halt von der Nachmittagskarte, das sind die Vorspeisen der Dinnerkarte und für uns völlig ausreichend.
Dinner at Matso's Broome Brewery
Wie der Name schon sagt, ist Matso's eine Brauerei, der Inhaber und Koch ist Deutscher, also gibt es neben einer langen Reihe hochklassiger (und hochpreisiger) Weine frisch gebrautes Bier. Die Biere sind natürlich auch nicht ganz billig, aber wirklich gut. Es gibt sie zum Probieren in einem Holzbrett mit fünf Gläsern zu je 0,1 l, in den üblichen 0,4 l Gläsern oder im 2-l-Mug, für Gruppen. Ich nehme erst einen "Smokey Bishop", ein dunkles Bier, dann ein Ingwerbier und zum Schluss ein stark gehopftes Lager, das "Hit the Toad".
Zum Nachtisch können wir auf die Dinnerkarte zurückgreifen und wählen ein Tiramisu, die Biskuits sind statt mit Marsalla mit "Smokey Bishop" getränkt.
Es gibt keine Probleme, den letzten Bus zu bekommen, wir sind auch nicht die Einzigen, die mit diesem Bus von hier zurückfahren, aber weil wir die Letzten sind, die im Bus sind, bringt uns die Fahrerin bis direkt vor den Caravanpark. 

Montag, 13. Oktober

Zu meiner großen Überraschung springt der Motor beim ersten Versuch an. Mag sein, dass das an unserer gestrigen Abendausfahrt lag, kann aber auch sein, dass der Motor und auch das Öl heute wärmer sind, die Haube steht seit einiger Zeit in der Sonne. Ich telefoniere mit Sydney, Chris meint, ich solle bei Repco, das ist ihre hiesige Vertragswerkstatt, die Batterie wechseln lassen.
Nachdem die Wäsche an der Leine hängt fahren wir los. Dort treffen wir die beiden Holländer , Tina und William, sie haben ihr Batterieproblem bereits gelöst und bekommen jetzt auch noch einen neuen "Stoßdämpfer" an die eine Klappe des Laderaums. Außerdem kommen dann auch noch unsere Nachbarn vom Campingplatz, er ist US-Amerikaner aus dem Staat Washington, sie ist Australierin. Sie halten sich immer ein halbes Jahr in Australien auf und dann wieder in den USA. Washington, nicht Washington DC, hat eines mit Australien gemeinsam, die geringe Bevölkerungsdichte. Aber sonst dürfte alles anders sein, besonders die Temperatur.
In dieser Werkstatt gibt es jede Menge Zubehör für Outbackfahrten, alles, was man sich vorstellen kann im Outback zu brauchen. Angefangen bei kleinen Einmann-Zelten und großen Gefriergeräten, die man an die Autobatterie hängen kann über alles, was man zum Ziehen eines Anhängers braucht bis zu Maxtracks und Winches ist alles da, ein Paradies für 4x4-Fahrer. Nur einfache Reifendruckmessgeräte sind aus.
Wie im Flug vergeht die Zeit und schon sind die Autos fertig, wir können weiter. Aus unserer jetzigen Sicht sind wir wieder für alles gerüstet. Bei dem lokalen Outdoor-Ausstatter bekomme ich doch noch einen Lederhut, außerdem schaffe ich es, mir ein Reifendruckmessgerät anzuschaffen. Mit dem kann man auch einfach und schnell Luft aus den Reifen lassen, wenn es nötig ist.
Frangipani
Gantheaume Point ist benannt nach einem französischen Admiral, der die nautische Leitung einer Erforschungsreise innehatte, die diesen Punkt 1802 entdeckte, aber nicht an Land ging und ihn für eine Insel hielt. Die eigentlichen Vermesser kamen fast 20 Jahre später, stellten den Irrtum fest und behielten den Namen bei, abgesehen davon, dass sie "Ile" durch "Point" ersetzten und die Reihenfolge der Wörter änderten. Dort an Gantheaume Point verbringen wir einige Zeit mit dem Betrachten des steigenden Meeres. Der Tidenhub beträgt hier an der Nordwestküste der Kimberley fast 10 Meter, in Derby waren es vorgestern 10,98 m, einem Tiefstand von nur 31 Zentimetern folgte rund sechs Stunden später ein Hochstand von 11,29 m. Die nächste Ebbe war dann bei 0,58 m, also schon mehr. Obwohl wir den Höchststand nicht abwarten (ich habe mich in der Zeit vertan und gemeint, er sei eine Sunde früher), bekommen wir einen guten Eindruck davon, wie es hier bei viel Wasser, einem frischen Wind und herrlichem Sonnenschein ist. Beim letzten Besuch hatten wir die Mantas im Wasser, dafür Wolken und weniger und ruhigeres Wasser. So wunderbar türkisfarben war es da aber auch. Übrigens nimmt die Flu mit jedem Tag ab und die Ebbe zu, so dass der Unterschied nächste Woche nur noch 1,50 m beträgt.  Dann wächst er wieder und so geht es auf und ab.
Wieder ersetzt der Swimmingpool auf dem Resort das Bad im Meer, dort müssten wir hinlaufen und wer weiß, ob es nicht doch Stingers oder ähnliches Ungetier gibt heute. Die Wellen sahen auch nicht so ganz "ohne" aus, unten an Point Gantheaume. Unten, weil weiter im Süden, also auf der Karte weiter unten (fünf Kilometer :-) ).

Sonntag, 12. Oktober

Heute gibt es zum Frühstück erstmals in diesem Urlaub Toast: Brigitte benutzt die tolle Camp Kitchen und röstet unser Frühstücksbrot an.
Diesmal ist die Batterie noch unfreundlicher: Das Überbrücken der Hausbatterie führt nur dazu, dass die auch nichts mehr hergibt. Also hängt der Nachbar, von dem ich das Kabel geliehen habe, seinen Swift an. Auch damit funktioniert das Starten erst nach etwa 10 Minuten Ladezeit. Aber dann ist alles gut.
In Broome stellen wir uns in der Visitor Information in der Schlange an, buchen eine Cameltour für heute Abend und fahren zum Check In auf dem Palm Grove Caravan Ressort, ausnahmsweise gleich zu Beginn für zwei Nächte. Ich mache mich an das Veröffentlichen meines Blogs, das Schwierigste dabei ist das Einbinden der Fotos. Aber auch das geht jetzt schon besser.
Individualized Bushi - volatile
Nach einem kurzen Bad im Swimming Pool brechen wir auf (mit dem Auto, um die Batterie am Laufen zu halten) an den Strand von Cable Beach, um dort die gebuchte Cameltour zu machen. Unser Veranstalter ist (noch) nicht da, auch niemand, der ihn vertritt. Also heißt es warten. Von Norden kommt ein Cameltrain, aber die haben rote Satteldecken, das ist ein anderer Veranstalter, Red Sun Camels. Doch dann kommen sie, zehn Dromedare mit gelben Satteldecken und drei Begleitern. Es dauert eine Weile, bis alle Dromedare dazu gebracht sind, sich in den Sand zu setzen. Der letzte in der Reihe ist erst unlängst aus der Freiheit in der Simpson Desert gekommen und ist noch ziemlich aufgeregt wegen des Wassers und der vielen Leute, er ist erst seit zwei Wochen im Training. Dann bekommen wir unsere Einweisung und schon geht es los. Von hinten nach vorne werden die Dromedare bestiegen, also das vorletzte zuerst, dann das vorvorletzte usw. Wir sind zusammen auf dem dritten Dromedar. Das Aufstehen des Tieres geht so flüssig, dass ich es kaum mitbekomme, wahrscheinlich bin ich zu aufgeregt.
Während des 4 Kilometer langen Weges gewöhnen wir uns an die Gangart, an das Schaukeln und die gelegentlichen Stöße, am Ende kann ich sogar freihändig reiten und meine Kamera mit beiden Händen bedienen. Aber das Ruhighalten des Objektivs ist wirklich schwierig. Es ist eine Sundownertour, die wir gebucht haben, und richtig, noch bevor wir wieder zurück sind, ist die Sonne verschwunden; nicht nur wegen der - heute viel dünneren - Wolkenbank am westlichen Horizont.
Zum ersten Mal auf dieser Reise sind wir nach Sonnenuntergang noch mit dem Auto unterwegs, zum ersten Mal fahren wir mit Licht. Denn schon bis wir an unserem Bushi angekommen sind, ist es dunkel. Auf der Promenade ist ziemlich viel los, der Parkplatz wieder gut gefüllt.
Und zum ersten Mal muss ich zum Kochen künstliches Licht in Anspruch nehmen. Im Baum über uns sind mindestens zwei Fruitbats und kommunizieren miteinander.

Sonntag, 12. Oktober 2014

12. Oktober 2014, Broome



Samstag, 11. Oktober

Magpielark in Derby
Der Tag fängt gut an, aber dann springt der Motor nicht an, die Batterie macht schlapp. Schon seit zwei Tagen klingt es etwas lahm beim Starten, heute ist es passiert. Aber warum? Die Hausbatterie ist noch gut. Und so kommen wir dann auch weg: Ein Nachbar hat ein Starthilfekabel, damit werden die beiden Batterien "kurzgeschlossen" und schon läuft der Motor. Und so kommen wir gut nach Derby und jetzt reicht die Ladung auch wieder für das übliche Starten. Öfter mal was Neues.
An der Jetty sieht es völlig anders aus als letztes Jahr, aber nicht, weil etwas umgebaut worden wäre, sondern weil jetzt gerade 11,29 m Hochwasser sind. Also Flut. Letztes Jhr war bei unserem Besuch der Höchststand, den wir nicht erlebt hatten, nur bei 9,50 m. Sogar das Vorland ist jetzt teilweise überspült.
Es wird immer kühler, das kann an dem auffrischenden Wind liegen. Die Wellen kommen auch recht heftig an, das Wasser ist ganz braun - aber die Ursache dafür ist die Beschaffenheit des Untergrundes.
Zurück am Platz kochen, dann Mails checken und seit 14 Tagen erstmals wieder nach Neuigkeiten schauen - es gibt nichts wirklich Wichtiges und das ist gut so.
Der Sonnenuntergang ist eher unspektakulär, weil die Sonne einfach in Wolken verschwindet, die aber so dicht sind, dass es nicht mal Abendrot gibt. Und wie gesagt, es wird immer kühler, so dass Brigitte schon kurz nach acht im Wagen verschwindet und ich ein Hemd anziehen muss. Es ist ganz ungewohnt, so viel künstliches Licht um mich herum zu haben. Aber die Ameisen beißen genauso wie im Outback, wenn sie in die Schuhe geklettert sind.

Freitag, 10. Oktober


Windjana Gorge von außen
690 km von Kununurra nach Derby - und wir werden 14 Tage dafür gebraucht haben. Aber wir werden etwas mehr gefahren sein, rund 2.200 km. Das kommt durch die ganzen Abstecher. 14 Tage Kimberley, aber es hätte auch noch mal so lange sein können, ohne dass wir etwas doppelt besucht hätten. So bleiben mehrere große Abstecher - wie z. B. Charnley River Station mit dem Track zum Bachsten Camp, Mornington mit dem King Leopold Conservation Park, Mount Hart mit Wegen in den Norden für den nächsten Besuch. 14 Tage Kimberley, das heißt aber auch 14 Tage ohne Handy und somit ohne Internet, ohne Nachrichten. Wir wissen nicht, was außerhalb unserer kleinen Sicht in der Welt passiert ist.
Die Kimberley, das ist ein Hochplateau (aus australischer Sicht) im Norden des Kontinents, ein Gebiet in einer Größe von etwa 400.000 qkm und von Weißen nahezu unbewohnt. Es gibt aber auch nicht viele Communities der Aboriginal. Einige der ehemaligen Viehfarmen sind aufgegeben, teils umgewandelt in Wilderness Camps oder ähnliche Einrichtungen für Touristen, teils aufgegangen in Nationalparks. Auf diesem Hochplateau erheben sich jede Menge Ranges, hügelige Bereiche, teils in Form von Ketten, wie die Napierrange, teils in Form von rundlichen Hügeln, die wild verstreut sind wie die King Leopold Ranges, wo die durchführende Straße, die Gibb River Road, auf 17 km als kurvenreich gekennzeichnet ist, und weitere Plateaus, wie das Gardner Plateau und das Mitchell Plateau. Es gibt eine Straße in Nordwestlicher Richtung, nämlich die Gibb River Road. Von dieser gehen zwei Straßen, die Leopold Downs Road und Tablelands Track nach Süden ab und die Kalumburu Road nach Norden. Daneben gibt es noch zwei Tracks nach Norden, vorbei an den Stations Charnley River, Mount Hart und Mount Elizabeth und einer nach Süden zu Mornington Station. Diese Straßen und Tracks sind alle unbefestigt, unsealed, und je nach Jahreszeit in mehr oder weniger gutem Zustand. Während der Regenzeit von November bis März sind die Ansiedlungen in der Kimberley auf dem Landweg nicht erreichbar, im Norden erfolgt die Versorgung wenn möglich noch mit Booten von Wyndham aus, ansonsten ist man auf Flugzeuge angewiesen. Dafür soll, wie bereits vorher erwähnt, die Regenzeit, der Sommer, die schönste Zeit hier sein, gefolgt vom Herbst, wenn noch immer alles grün ist und nass.
Nach dem Frühstück spricht uns die junge Frau aus dem kleinen Zelt an. Sie ist Deutsche, ist als "Work & Travel" Teilnehmer in Australien und nach vier Monaten in Carnarvon auf einer Paprikaplantage jetzt per Anhalter auf dem Weg nach Darwin, von wo aus sie im November zurückfliegen wird. Ganz schön mutig, aber da wir in der Gegenrichtung fahren, können wir sie nicht mitnehmen.
Mit unserer üblichen Gravelroad Geschwindigkeit fahren wir weiter nach Westen und verlassen die Gibb River Road kurz nach dem Passieren der Napier Range nach Süden auf der Fairfield Rd, die später zur Leopold Downs Road wird - und direkt zur Geiki Gorge und nach Fitzroy Crossing führt, womit der Kreis zum letzten Jahr geschlossen wäre. Aber bei Tunnel Creek ist auf dieser Straße unser südlichster Punkt erreicht. Hier hat sich ein Flüsschen seinen Weg quer durch die Napier Range gebahnt. Die Napier Range ist eine Bergkette, die entstanden ist aus einem Devotian Reef, das hier vor etwa 380 Mio Jahren war. Die Ablagerungen dieses Reefs bildeten die Grundlage für den Limestone, der sich im Laufe der zeit bildete. Später wurde die darüberliegende Schicht aus Erde abgetragen und so kam das Reef wieder zum Vorschein. Viele Fossilien sind hier zu finden. Das besondere an Tunnel Range ist allerdings, dass das Flüsschen sich einen Weg untendurch gebahnt und so  einen Tunnel geformt hat. Daher der Name. In der Trockenzeit kann man die etwa 1 km lange Strecke durchwandern, man braucht allerdings eine Taschenlampe, den nur zu Anfang, in der Mitte und wieder am Ende steht Licht zur Verfügung - und der Weg des Flüsschens ist nicht gerade. Weil wir nicht genau wissen, was uns erwartet, wie tief das Wasser sein wird, durch das wir gehen müssen, nehmen wir nur die kleine Kamera mit. Prompt gibt am anderen Ende die Batterie ihren Geist auf. Ausgerechnet jetzt sind dort vier (!) "blue winged Kookaburra" und lassen sich auch nicht von uns stören. Als wüssten sie, dass ich nicht fotografieren kann! Schade, aber nicht zu ändern.
Zur Übernachtung fahren wir zurück zur Windjana Gorge, dort ist ein Camp Ground etwa so, wie der in Silent Grove. Als wir uns gerade eingerichtet haben, entwickelt sich auf dem Platz eine Windhose. Es ist beeindruckend, wie hoch Sand, Blätter und selbst kleine Zweige von diesem Wind getragen werden. Genauso schnell, wie er entstanden ist, bricht der Wirbel wieder in sich zusammen. Gestern sahen wir unterwegs eine wesentlich größere Windhose. Jetzt kann ich mir schon eher vorstellen, wie es angesichts eines Tornados sein muss.
Bei Nationalparks ist der Unterschied zwischen NT und WA am meisten zu spüren: In beiden Staaten sind sie etwa gleich gut gepflegt, die Camp Grounds ähnlich angelegt und durchweg gut in Schuss gehalten. Aber NT verlangt keinen Eintritt und pro Person und Nacht zwischen 0 (ohne Einrichtungen), 3,30 $ (nur Toiletten) oder 6,60 $ (mit Dusche) pro Person und Nacht. In WA bezahlt man für den Zutritt zum Park pro Auto 12 $ und für die Übernachtung pro Person 6 $, 10 $ bzw. 12 $. Den Zutritt kann man sich sparen, indem man einen Monats- oder Jahrespass kauft. Wir haben einen Jahrespass.
Windjana Gorge ist eine Schlucht quer durch die Napier Range, geformt von einem Fluss, der sich durch die Hügelkette gegraben hat. In diesem Fall ist das umgebende Land aber fast auf dem gleichen Niveau wie der Fluss, die Felswände aus Limestone ragen darüber hinaus. Schwarze Felswände zu beiden Seiten mit eingelagerten Fossilien (wohl dem, der sie sehen kann), ein fast ausgetrockneter Fluss und große Sandbänke. Dazu ein großes Wasserloch, in dem wir aber nicht schwimmen können: Es ist gut besetzt von Süßwasserkrokodilen. In dieser Menge sind sie dann doch nicht ungefährlich, wenn sie sich gestört fühlen. Abends kommen Fruitbats aus ihrer Höhle und nehmen genau hier einen Schluck Wasser auf. Darauf haben die Crocs nur gewartet. Aber die Chance, eine Fruitbat im Flug zu erwischen, ist selbst für ein schnelles Krokodil sehr klein. Mit dem letzten Rest an Tageslicht kommen wir zum Landcruiser zurück. Noch immer sind nur die Pointer, also Alpha und Beta Centauri, zu sehen, das  eigentliche Kreuz des Südens ist unter dem Horizont bzw. der Wolkenbank, die im Süden direkt über dem Horizont steht.

Donnerstag, 9. Oktober

Gegen morgen reift in mir die Idee, zuerst wieder zurückzufahren zu "Over the Range Tyre Repairs" und den Ersatzreifen flicken zu lassen. Wie es dann weiter geht, das werden wir sehen.
Die Holländer fahren auch entgegen der ursprünglichen Planung bereits heute nach Derby, sie haben Probleme mit der Stromversorgung, die Hausbatterie ist fast leer und der Kühlschrank deshalb relativ warm, obwohl sie jeden Tag gefahren sind. Eventuell treffen wir uns dann morgen in Windjana, denn ich tendiere dazu, heute Abend wieder hier in Silent Grove zu übernachten. Er, der Holländer, meint, der mensch von "Over the Range Tyre Repairs" arbeite nur nachmittags, weshalb ich vorher anrufen soll. Also werden wir bei Imintji einen Zwischenstopp einlegen.
ziemlich später Hinweis
Es ist dann natürlich anders. Als wir bei Imintji sagen, dass wir einen platten Reifen haben, werden wir sofort an Neville "dort drüben" verwiesen. Er ist nämlich gerade da. Des Rätsels Lösung: Neville hatte seinen Job bis Beginn dieser Saison bei Imintji und hat ihn verlegt, 50 km weiter nach  Osten. Dort ist er am Nachmittag und inzwischen sind dort all seine Arbeitsgrundlagen. In Imintji räumt er "nur" noch auf, heute ist die letzte Fuhre. Und deshalb kann er Reifenreparaturen nur am Nachmittag machen.Er schlägt vor, wir sollten uns die Zeit bei Galvan's Gorge oder an Adcock Gorge verbringen. Bei Adcock waren wir noch nicht und das liegt auf dem Weg. "By midday, but give us up to half an hour." Und um an die Gorge zu kommen: "Think left" - was wir denn auch tun. Dieser Hinweis war wichtig, denn die entscheidende Weggabelung ist nicht ausgeschildert. Wir können bis etwa 500 m an die Gorge heranfahren, den Rest geht es über ziemlich raues Gelände zu Fuß weiter. Aber dort ist alles gut. Wir sind alleine mit der Natur, sulphur crested cockatoos, ein Kormoran, mindestens eine Wasserschildkröte, möglicherweise ein Freshwatercrocodile - und wir mittendrin. Da wir ziemlich ruhig im Schatten sitzen bleiben, werden wir mehr oder weniger akzeptiert. Auch als ich zwischendurch ins Wasser gehe, stört das die Natur nicht weiter.
Dann ist es Zeit zum Aufbruch.
Neville und John kommen 20 Minuten nach uns, also "in time".
Der Rest ist schnell erledigt: Zwischen Reifen und Schlauch war wohl ein Sandkörnchen und das hat in den Schlauch, der bereits mal geflickt war, ein Loch gerieben und da ist die Luft entwichen. Wir bekommen einen neuen Schlauch, Neville macht gewissenhaft alles sauber und baut es zusammen, John schraubt den Reifen hinten aufs Auto, wir bezahlen, unterhalten uns des längeren mit den beiden, wobei wir ein paar Tipps für Exmouth und Coral Bay bekommen und  fahren wir weiter, gen Westen. Zum dritten Mal halten wir beim Imintji Shop, diesmal um zu tanken. Durch die heutige Exkursion würde es knapp bis Derby und hier ist die letzte Tankstelle auf unserem Weg.
Bei Silent Grove ist noch alles frei, nur zwei Zelte stehen auf dem Platz. Später kommtnoch ein Wagen mit Caravan, fährt aber hinüber zur Generator Area.
Nach dem Abendessen machen wir einen Spaziergang am Silent Grove Creek entlang, sehen auch ein paar Vögel und zwei Kängurus, aber zum Fotografieren ist es bereits zu dunkel.
Zum Mondaufgang sind die Wolken weitgehend verschwunden, kommen zwar noch mal kurz hoch, aber damit hat es sich auch. Prompt ist es heute Nacht nicht ganz so warm, ich brauche gegen morgen wieder den Schlafsack.

Mittwoch, 8. Oktober

Weil ich während des Frühstücks versuche, Lorikeets zu fotografieren, sind wir insgesamt später dran. Das macht aber deshalb nichts, weil wir nicht sehr weit nach Westen wollen.
Galvan's Gorge
Als wir von einem Walk mit Swim in Galvan's Gorge - Brigitte ist wegen ihrer komischen Hautstellen nicht ins Wasser, sie hat den Arm zum Schutz vor der Sonne mit Toilettenpapier umwickelt - zurückkommen zum Auto, steht die Mutter mit den drei Kindern da. Sie sieht Brigittes Hand und ist gleich sehr besorgt. Sie ist von Beruf Krankenschwester, sieht sich die Stellen an und meint, dass das sehr wohl Bisse eines Insekts sein können, sehr viel eher sogar, als die von uns vermuteten Wasserlebewesen. Sie verbindet Arm und Bein richtig mit einem Betadine-Verband. Betadine ist ein Antiseptikum. Außerdem verordnet sie Brigitte, die nächste Zeit nicht ins Wasser zu gehen.
Im Imintji Shop gibt es diese Salbe nicht, so müssen wir bis Derby oder Broome warten. Wenig später sind wir an der Abzweigung zu Bell Gorge, in Silent Grove checken wir für heute Nacht ein, dann fahren wir weiter und nehmen den Bell Gorge Trail und den sich anschließenden Bell Falls Trail unter die Füße.
Letzte Nacht stand neben uns ein Paar in unserem Alter, sie sind heute morgen aufgebrochen in Richtung Manning Gorge und noch vor unserer Abfahrt zurückgekommen. An Galvan's Gorge kamen sie auch angefahren und fragten, ob alles in Ordnung sei, wohl weil ich etwas quer stand. Auch beim Imintji Store waren sie da, wir fahren vor ihnen weiter. Und als wir gerade eingecheckt hatten an Silent Grove, kamen sie angefahren. Ich: "Australia's big, but not big enough." Er: "Yes". Witz nicht verstanden, oder vielleicht war es kein Witz.
Der Weg ist schön. Der erste Teil geht nach einem Einstieg über mittelgroße Steine ein schattiges Tal an einem kleinen Bach entlang. Dann sind wir oberhalb des Falls und müssen um an den Pool zu kommen, zuerst über ein felsiges Plateau steigen und dann eine ebenso felsige natürlich Treppe hinabsteigen. Aber der Pool unten entschädigt für den Anmarsch. Brigitte muss leider draußen bleiben, sie setzt sich an den Rand und badet wenigstens die Füße.
Tyre Puncture No. 2
Auf dem Rückweg treffen wir die beiden wieder. Es ist zu heiß für sie, deshalb haben sie den Walk abgebrochen, ebenso wie heute früh den zu Manning's Gorge. Sie sind Holländer und sind nicht ganz zufrieden, weil so Vieles bereits geschlossen hat. Deshalb sind sie auch ihrem Reiseplan gegenüber bereits zu weit, sie wollten erst in einer Woche in Broome sein, wo sie sich mit ihrer Tochter treffen und mit ihr nach Perth fahren wollen. Gemeinsam gehen wir zurück zum Carpark. Und da ist das Déjavu: Der linke Vorderreifen ist platt. Das ist jetzt schon ein Schlag. Klar, der reifen ist schnell gewechselt, das wird ja schon zur Routine, aber wieder stehen wir ohne Spare, also ohne Ersatz da. Diesmal lass ich es aber drauf ankommen und setze unsere Reise so fort, wie wir es vorhatten. Also morgen Windjana Gorge, übermorgen Tunnel Creek und nach Derby. Bis auf den Abstecher zum Tunnel Creek bleibt uns eh nichts anderes übrig, der nächste Reifenservice ist erst in Derby. Und es ist ärgerlich. Außerdem ist der Effekt des Bads im Pool von Bell Falls wieder weg, weshalb ich in Silent Grove zuerst mal eine Dusche nehme. Die beiden Holländer stehen neben uns, auf der anderen Seite ist eine Gruppe junger Franzosen, jeder mit seinem eigenen Zelt. Sie fahren alle weg Richtung Bell Gorge, bisschen spät nach meinem Gefühl.
Heute ist Vollmond. Wegen einer Wolkenbank im osten sehen wir ihn nicht aufgehen und als er die Wolken überbrückt hat, ist er nur ganz schmal und meistens rot - Mondfinsternis. Das scheint hier außer uns niemand zur Kenntnis zu nehmen oder zu interessieren. Gerade, als der letzte Teil des Mondes im Kernschatten ist, kommen die Wolken näher - aus ist's mit dem Schauspiel.
Erst nach mehr als einer Stunde geben die Wolken die Sicht auf den Mond wieder frei, da fehlt ihm nur noch ein Stückchen am oberen Rand. Doch auch diese angefressene Stelle ist kurz nach acht wieder verschwunden, der Mond ist rund und hell wie es in einer  Vollmondnacht sein soll.
Heute ist die bisher wärmste Nacht.

Dienstag, 7. Oktober

Wie verabredet sind wir um Viertel nach sieben an der Station, um unseren Reifen in Empfang zu nehmen. Bei jedem Treffen ist der Mensch an der Station, ein Angestellter - er bleibt noch einige Tage länger als die Owner, die diese Woche abreisen wollen, wie uns John erzählte - freundlicher, heute war er fast schon leutselig.
Einem Rat von Les folgend, halten wir am Gibb River Crossing an. Das Paar aus Freemantle, das wir schon oben in Kalumburu getroffen haben (sie sind dann an den Strand umgezogen, er macht morgens Yoga am Strand), hat die letzte Nacht hier verbracht, sie wollen heute weiter, Richtung Osten. Ich schwimme ein paar Züge, dann fahren wir weiter. Brigitte hat sich einen komischen Ausschlag geholt. Für mich sind das keine Stiche, denn Stiche bilden keine Blasen. Vielleicht ist sie im Meer oder an Land mit irgendwelchen Nesseltragenden Lebewesen zusammengetroffen. Deshalb mag sie nicht in den Gibb River eintauchen.
An Barnett Gorge, die Zufahrt ist vom Kaliber des Old Telegraph Track im Mai 13, ist kein Wasser, nur ein beeindruckendes Flusstal voller riesiger Boulder. Wenn der Regen stark genug gefallen ist, muss es hier unglaublich schön sein.
An Barnett Station bezahlen wir den Camping Permit für heute Nacht an der Manning Gorge. Es ist ein sehr schöner, großzügiger Platz mit Duschen. Am Rand ist ein kleiner See. Wenn man, wie wir, zu Manning Falls wandern will, der liegt 2,5 km entfernt, muss man entweder über diesen See schwimmen, oder sich mit einem kleinen Boot auf die andere Seite ziehen. Wegen Videokamera und Kleidern ziehen wir die zweite Möglichkeit vor. Natürlich ist es eigentlich viel zu warm, um jetzt diesen Weg zu gehen. Aber man soll bereits um drei mit dem Rückweg beginnen, da bleibt uns wenig Alternative. Mit ausreichend Wasser und gelegentlichen Pausen an den spärlichen schattigen Stellen schaffen wir es.  Der Wasserfall ist trocken, aber ein schöner Plonge Pool mit ausreichend Wasser zum Schwimmen entschädigt uns für den Weg hierher.
Die Videokamera haben wir umsonst hergetragen: Der Speicher ist voll, keine Aufnahme ist möglich. Pech gehabt.
Manning Gorge Waterfall Walk Beginning
Ein deutsches Pärchen ist schon da, sie sprechen uns an und wollen Tipps für die Weiterfahrt, sie sind auf dem Weg nach Darwin. Dort wollen sie bereits am 14. abfliegen, da bleibt nicht mehr viel Zeit. Wir raten ihnen ab, zu Barnett River Gorge zu fahren und raten auch vom Kakadu National Park ab. Aber das wird wahrscheinlich nichts nutzen. Für heute Nacht empfehlen wir den Gibb River Crossing oder alternativ den Parkplatz am Turnoff der Kalumburu Road nach Norden.
Auf dem Rückweg fährt Brigitte alleine mit dem Boot hinüber, ich folge schwimmend. Weil ich vergessen habe, ihr meine Crocs mitzugeben, muss ich sie in der Hand halten, was das Schwimmen etwas beeinträchtigt.
Die Mutter mit den drei Mädchen, die gestern Nachmittag bei Miner's Pool eingetroffen sind und dort übernachtet haben, sind eben hier eingetroffen. Wir haben ein längeres Gespräch über dies und das, besonders aber über die Schönheit des Nordens. Dann fordern die Mädchen ihr Recht, sie wollen ins Wasser.
Die "Green Season" beginnt: Zwei der vielen Boabs hier auf dem Platz zeigen die ersten zarten Blätter.
Auch hier merken wir, dass die Saison zu Ende geht: Es sind nur sieben Parteien auf dem Platz, der sicherlich Platz für 50 hat. Uns soll es recht sein.
Ich sitze nur mit Badehose bekleidet bis halb zehn vor dem Auto, dann gehe ich ins Bett. Gegen vier wache ich auf, es ist Schlafsacktemperatur.

Montag, 6. Oktober

Ein fast perfekter Tag.
Nach dem Frühstück und den üblichen Reisevorbereitungen gehen wir rüber zur Helikopterstation. Kurz vorher verabschiedet sich der Tasmanier auf den Walk zu den Falls. Wir fliegen zum Mitchell Falls. Brigitte hat ein bisschen Angst, für mich ist es große Vorfreude. Nachdem wir (in bar, der Kartenleser funktioniert nicht mehr) bezahlt haben, gibt uns der Pilot eine kurze Einweisung in das richtige Verhalten der Passagiere und dann geht es los. Der Hubschrauber hat hinten keine Tür und so haben wir freien Blick. Ganz langsam hebt der Heli ab und steigt ein wenig, dann gibt der Pilot verhalten Gas und wir steigen. Die Strecke ist nur kurz, sechs Flugminuten, und schon sind wir über den Fällen. Nach zwei Runden über dem Grund unseres ersten Helifluges landen wir direkt oberhalb der Fälle mitten in dem Gebiet, das in einigen Wochen wieder überschwemmt sein wird. Jetzt haben wir eine gute Stunde Zeit, uns umzusehen und zu schwimmen. Es ist kaum zu glauben: Seit dem letzten Regen sind sieben zumindest aus unserer Sicht überwiegend heiße Monate ins Land gegangen und dennoch hat der Mitchell River so viel Wasser, dass es reicht, alle vier Fälle zu speisen. Und oberhalb der Fälle ist ein wunderbarer Pool mit tiefem, klarem Wasser, umgeben von Felsen, aus denen hie und da Bäume sprießen. Das Wasser ist angenehm warm und der Pool so tief, dass wir nirgendwo Angst haben müssen, unversehens anzustoßen. Und da taucht auch der Tasmanier auf, er hat den Weg gefunden und das auch noch in einer Zeit, die für uns nicht machbar gewesen wäre. Viel zu schnell ist die Stunde vorbei. Auf dem Rückflug, den der Pilot etwas schneller angeht, drehen wir wieder zwei oder drei Runden über den Fällen, dann zeigt er uns unser gestriges Ziel, den Little Mertens Fall, von oben und schon sind wir wieder auf dem Boden.
Boab Tree in Boab Country
Der Ranger, John aus Darwin, kann bei unserem Reifen nichts machen, "if it's on the side you can do nothing" und empfiehlt, vorsichtig nach Drysdale River zu fahren, dort gäbe es Ersatz. Genau das hatten wir ohnehin schon vor, denn dass bei unserem Reifen nichts mehr zu machen ist, war mir schon fast klar. Dazu sind die Flanken der Reifen zu dünn. Zum dritten Mal sehen wir den Tasmanier: Er kommt gerade an, als wir dabei sind, uns von John zu verabschieden.
Und so machen wir uns auf den Weg nach Süden, fahren wieder 70 km lang durch wunderschönen, lichten Mischwald aus Livingstona Palmen und Woolybutt Eukalypten, kommen wieder an der Aboriginal Art Site vorbei, wo die schönen Felszeichnungen zu bewundern sind und kommen zurück auf die Kalumburu Road. 103 km später sind wir bei der Station, es gibt einen Ersatzreifen (wir holen ihn morgen früh ab), der Main-Tank ist wieder gefüllt, wir haben also wieder rund 800 km Reichweite, und an Miner's Pool sind wir vorläufig alleine, später, kurz vor Sonnenuntergang, kommt noch eine Frau mit drei kleinen Mädchen. Das Wasser im Fluss ist angenehm warm und unverändert sauber. Allmählich verliere ich das ungute Gefühl beim Schwimmen in freien Gewässern.
Warum also nur "fast"?
Ich habe mir heute Vormittag den zweiten Zeh des linken Fußes an einem Felsen geprellt, gestaucht, gebrochen - wie auch immer, er ist jetzt rotblau unterlaufen und tut ein wenig weh, nicht sehr, aber permanent spürbar. Das beeinträchtigt. Immerhin, die gute Nachricht ist, dass er nicht angeschwollen ist, also ist es wohl kein Bruch.

Sonntag, 5. Oktober

Weil wir wieder mit der Sonne aufstehen, sind wir um10 nach sieben unterwegs. In Kalumburu ist noch niemand auf der Straße, die Geschäfte sind noch zu, kein Wunder heute am Sonntag. Auf der Fahrt nach Süden halten wir bei einer der Herden wilder Pferde, die es hier gibt, ein Hengst mit drei Stuten mit je einem Fohlen, das Jüngste dürfte nur wenige Tage alt sein. Carson Station und eine andere Farm hier oben wurden vor ein paar Jahren aufgegeben, deshalb gibt es hier in der Gegend wilde Pferde und wilde Rindviecher. Die Tiere brechen irgendwann aus den Umzäunungen aus und werden bei Musterings nicht mehr erfasst - oder es gibt überhaupt kein Mustering mehr. Dann leben sie frei und vermehren sich auf natürliche Weise.
Wir haben uns entschlossen, einen Abstecher in den Mitchell River National Park zu machen. Der ist zwar seit letzten Dienstag geschlossen, aber eben doch nicht ganz, denn die Ranger müssen noch aufräumen und den Park für die Regenzeit vorbereiten, den Camp Ground richten für die nächste Touristensaison und so ist das Gate noch offen bis 11. Oktober, der Camp Ground noch nutzbar. Aber der Walk zum Mitchell Fall ist bereits nicht mehr markiert und wir sollen/dürfen ihn nicht gehen. Auf der Straße nach Westen zu diesem Park hat unser linker Vorderreifen eine unliebsame und nachhaltige Begegnung mit einem am Rand liegenden scharfkantigen Stein: Er schneidet sich die Seite auf und ist schlagartig platt. Dumm gelaufen. Der Stein liegt so, dass ich keine Chance hatte auszuweichen, weil ich gerade in einer Sandspur gefangen war. Schon wahr, ich bin die ganze Zeit ziemlich scharf links gefahren, um wenigstens mit den linken Rädern der "Wellblechstraße", der Corrugation, auszuweichen.
Tyre Puncture No. 1
Und den Steinen vorher bin ich auch immer ausgewichen, nur diesmal hat es nicht mehr geklappt. Grundsätzlich ist so eine Reifenpanne kein Problem: Werkzeug vorkramen, Auto aufbocken, Reifen runter, Ersatzreifen von der Hecktür holen, kaputten Reifen an die Hecktür platzieren, neuen Reifen montieren, Luftdruck anpassen, Werkzeug und Wagenheber verstauen, fertig. Aber zum einen bin ich jetzt durch den Staub auf der Straße und an beiden Reifen ziemlich schmutzig und zum anderen total verschwitzt, ohne eine Chance mich wirklich waschen zu können. Und ganz blöd ist - das macht Brigitte am meisten zu schaffen - dass wir jetzt keinen Ersatzreifen mehr haben, falls wieder was passiert.
Zwei Kragenechsen sitzen auf der Straße, beide jeweils an der Innenseite einer Linkskurve. Die erste zeigt noch ihren grellorangenen Kragen, bevor sie in dem von unsrem Vorderrad aufgewirbe
lten Staub verschwindet. Dann ist sie weg. Die zweite läuft gleich davon, noch bevor wir ihr zu nahe kommen. Schade, ich hätte gerne mal eine aus der Nähe gesehen.
Im NP ist wirklich alles in den letzten Zügen. Der Camp Ground ist auf ein Minimum reduziert, der Walk wirklich nur noch auf den ersten zwei Kilometern markiert, das ist für uns ein echtes "no go". Aber immerhin, bis zum Little Mertens Fall und dem zugehörigen Plonge Pool können wir gehen und schwimmen eine Runde. Auf dem Rückweg besprechen wir in der Helikopterstation - auch die ist nur noch bis 10. Oktober besetzt und die Mitarbeiter räumen bereits alles weg in höher stehende Container - einen Flug zum Mitchell Fall morgen früh. Wir sollen um Viertel nach Sieben da sein.
Als wir gerade mit dem Abendessen fertig sind, kommt noch ein Auto mit einem Camper angefahren. Er will den Walk morgen früh gehen. Er ist aus Tasmanien, arbeitet aber acht Monate im Norden von Queensland und hat zur Zeit Urlaub

Samstag, 4. Oktober

Ruhetag, der Motor bleibt heute aus.
Wir lassen es ruhig angehen, stehen kurz nach der Sonne auf und gehen erstmal an den Strand runter. Nein, kein Bad, obwohl es schon verlockend ist. Irgendwie ist das mit dem Wissen, dass es hier Crocs gibt, nicht mehr ganz so angenehm. Mit Lesen, Rumdösen, Baden und ganz wenig Schwimmen und einem längeren Gespräch mit dem Platzbesitzer vergeht der Tag letztendlich viel zu schnell.
The Green Season begins, the Boabs get Leafes
Der Platzbesitzer hat den Platz vor zwei Jahren von seinem Großvater, einem einheimischen Traditional Owner, übernommen, vor einem Jahr hat er eine Frau aus Queensland geheiratet (sie war Vegetarierin, aber er hat ihr klargemacht, dass das hier nicht funktioniert. Jetzt isst sie Fisch) und seit vier Wochen haben sie ein Baby. Ich stelle viele Fragen, zu der Wet Season, zu den Lebensbedingungen hier oben, zur Natur. Die Politik lasse ich aus, dabei interessiert mich die natürlich auch, aber ich will nicht an wunde Stellen rühren. So erfahre ich, dass bis zum Beginn der Regenzeit noch mindestens fünf Wochen ins Land gehen, dass der Aufbau der Regenfälle noch nicht mal angefangen hat. Und wenn es denn beginnt, dann handelt es sich zu Beginn mehr um Schauer, etwa einstündige Regenfälle, nach denen es wieder aufklart und abtrocknet. Die Monsunregen - tagelange und starke Regenfälle, die das Land unter Wasser setzen und die Verbindung von Kalumburu nach Süden und tageweise die von hier nach Kalumburu unterbrechen - setzen erst Mitte Januar bis Anfang Februar ein. Außerdem scheint sich die Regenzeit insgesamt nach hinten zu verschieben. Seiner Meinung nach ist die Wet Season die schönste Zeit hier im Norden. Die Natur explodiert geradezu, alles grünt und blüht und steht in vollem Saft. Das Wasser fängt jetzt erst an, sich aufzuwärmen! Im Winter wird es kalt, 20 bis 24 Grad Tiefsttemperaturen. :-)
Die Kalumburu Road ist seit zwei Jahren nicht mehr instand gesetzt worden, deshalb ihr eher schlechter Zustand.
Später kommt er vorbei und bringt mir eine Schüssel Fisch, selbst gefangen hier aus dem Meer, selbst ausgenommen, paniert und zubereitet, köstlich. Sogar Brigitte probiert ein Stück und findet es gut. Um sechs ist es dunkel, die Sterne erscheinen.
Interessant: In Kununurra haben die Mangos in den Plantagen geblüht, hier sind die Früchte bereits fast reif. Sie sind zwar noch grün, haben aber bereits mehr Geschmack als die, die bei uns verkauft werden und die vermutlich auf der Reise reifen sollten. Wir haben eine vom Baum gefallene Mango probiert, deshalb weiß ich, wie gut sie bereits sind.

Freitag, 3. Oktober

Die Landschaft setzt sich gerade so fort, wie sie gestern den Tag über war: Middle Woodland. Dazwischen tauchen immer mal wieder größere Flächen mit Palmen der Gattung Livinstona auf, unvermutet, und aus meiner Sicht auch ohne besonderen Anlass. Sogar Padanus spiralicus sind zu sehen.
Die Stations, auch die, die keine Übernachtungsmöglichkeiten anbieten, wollen kein Camping auf ihrem Gelände, zumindest die beiden, Doongan und Theda,  nicht, die ein Schild an ihrer Südgrenze aufgehängt haben. Allerdings gibt es auch keinen Grund hier zu campen, denn es gibt zugängliche Campgrounds in der Nähe außer vielleicht um Geld zu sparen. Die Straße ist, zumindest bis zur Abzweigung zum Mitchell River NP, recht gut, das lässt dann aber deutlich nach. Für die letzten 60 Kilometer bis Kalumburu brauchen wir beinahe 2 Stunden, dabei ist die Straße als "major road, unsealed" klassifiziert. Kalumburu ist eine reine Aboriginal Community, es gibt zwar Weiße, aber die sind deutlich in der Unterzahl und sind Lehrer, Manager, Ärzte und Pflegepersonal (alle Angaben sind, no offence meant, ohne Ansehen des Geschlechts gemeint), also die Bereiche, in denen die "Traditional Owner" - das ist offensichtlich der derzeit gültige offizielle Ausdruck für die Ureinwohner - noch erheblichen Nachholbedarf haben. Hier oben im Norden sind die TO ganz anders als weiter unten im Süden: Zwar ähnlich dunkel von der Hautfarbe und ähnlich faltenreich, aber viel aufgeschlossener und freundlicher. Vermutlich auch, aus weißer Sicht, besser integriert, aber darüber, ob das gut ist oder nicht, kann man geteilter Meinung sein. Warum integrieren sich nicht die Weißen als Einwanderer in die Aboriginal-Kultur?
Greetings from Little Corella above
In Kalumburu kaufen wir uns den Permit und vervollständigen unsere Vorräte, dann suchen - und finden, wenn auch mit Schwierigkeiten - wir den von uns bereits vorher ausgesuchten Campingplatz an der Honeymoon Bay, knapp 30 km nördlich von Kalumburu. Damit haben wir den nördlichsten Punkt in Westaustralien unserer diesjährigen Schmetterlingstour erreicht, von nun an geht's nicht nur nach Westen, sondern auch nach Süden - von Ausnahmen abgesehen.  Honeymoon Bay ist, zumindest nach unserer Karte, der nördlichste Punkt in Western Australia, der mit dem Auto angefahren werden kann.
Trotz Krokodilen in der Umgebung - sagen die Custodians, aber Spuren sind keine auszumachen - gönnen wir uns ein Bad im Meer. Das Wasser ist so warm, dass es sich trotz der warmen Luft beim Verlassen des Wassers kühl anfühlt. Um ehrlich zu sein, dieses Gefühl hält nur ganz kurz an und existiert wohl auch nur wegen des Windes.
Heute gibt es keine Wolken, zum Glück. Denn wenn es jetzt anfängt zu regnen, sind wir bis auf weiteres in der Kimberley gefangen. Aber wahrscheinlich sehe ich das viel zu eng, geboren aus den Erfahrungen von 2010.

Donnerstag, 2. Oktober 2014

Mit der Überquerung des Pentecost River - die Furt ist an dieser Stelle etwa 50 m breit und das Wasser 20 cm tief - bleiben die eindrucksvollen Berge der Durack Range hinter uns zurück. Die Steppe fällt hier unter die Kategorie "Low Woodland", niedrige Waldlandschaft, maximal 10 m hohe Bäume wie die Eukalypten Woolybutt, Ironwood und Hardwood sowie verschiedene Akazien stehen in lockerem Abstand über einer mit Spinifex bewachsenen Ebene. Die Gräser sind etwa 1 m hoch und gelb, die Regenzeit steht an. Und so bleibt es dann für die nächsten etwa 200 km, auf die Dauer doch etwas eintönig, vor allem, da derzeit von der sonst eher reichen Vogelwelt der Low Woodlands nichts zu sehen und im Auto natürlich auch nichts zu hören ist (nicht mal bei gelegentlichen Stopps). Bei einem dieser Stopps treffen wir eine australische Familie aus Victoria, sie sind mit ihren beiden Kindern auf einer sechsmonatigen Campingreise durch Australien.
Bei Ellenbrae Station, nach eigener Aussage die kleinste Homestead in der Kimberley, machen wir Mittagspause und lassen uns Scones backen. Die Aussicht auf frische Scones war es, die uns die fünf Kilometer von der Gibb River Road weggelockt hat. Und wen treffen wir: Besagte Familie. Ellenbrae Station ist eine Viehstation, 4000 Rinder leben auf ebenso vielen Quadratkilometern, offensichtlich haben die Kühe diesen Platzbedarf, um ausreichend Futter zu finden. Die wenigen, die wir zu Gesicht bekommen, sehen hier wohlgenährt aus, im Gegensatz zu den Northern Territories, wo die Kühe, besonders die Muttertiere, sehr mager waren.
Miner's Camp am Drysdale River
70 km später verlassen wir die Gibb River Road für ein paar Tage und biegen nach rechts ab auf die Kalumburu Road. Die Bäume werden höher, Die Akazien verschwinden und ebenso die niedrigeren der Eukalypten, wir fahren durch reine Eukalyptuswälder mittlerer Höhe über niedrigen Büschen und kaum noch Gras. Und weitere 60 km weiter im Norden beziehen wir unser heutiges Nachtlager im Miner's Camp am Ufer des Drysdale Rivers. In dem können wir schwimmen, es gibt hier "nur ein paar kleine Süßwasserkrokodile".
Bei der Ausfahrt aus dem Keep River National Park, kurz vor dem Grenzübertritt, hat uns ein Australier sein "Geheimrezept" gegen Bremsen, hier werden sie Marsh Flys genannt, verraten: Babyöl gemischt mit Dettol (der australischen Variante von Sagrotan). Und wirklich, es hilft, wie wir hier feststellen, denn durch die Nähe des stehenden Flusses gibt es hier wieder mal diese unangenehmen Fluginsekten. Wahrscheinlich überdeckt der Geruch des Dettol die von uns Menschen ausgesandten Pheromone und das Babyöl bewahrt die Haut vor dem Austrocknen durch den Wirkstoff im Dettol.

Mittwoch, 1. Oktober

Ich wiederhole mich: Wir kommen nicht weit, heute sind es aber immerhin 133 km. Aber wie soll es auch schnell vorwärts gehen, wenn wir an einem Tag in vier verschiedenen Flüssen baden? Außerdem haben wir ja wirklich genug Zeit.
Den Anfang macht The Grotto, rund 50 km südlich von Wyndham. Das ist ein 40 m hoher Wasserfall - derzeit ohne Wasser - an dessen Grund ein angeblich 100 m tiefer Plonge Pool ist - und der hat Wasser. Das Wasser ist ziemlich klar, aber wegen der Tiefe ganz dunkel, und hat eine angenehme Temperatur.
Der Anfang der Gibb River Road ist noch asphaltiert, so kommen wir schnell voran und sind bald an der Abzweigung zur Station El Questro. Wir biegen ab, kaufen uns einen Day Pass, um das Gelände befahren zu dürfen und besuchen zuerst Zebedee Springs, eine Quelle mit 32 - 35 Grad warmem Wasser. Dort können wir zwar nicht schwimmen, aber wenigstens baden. Amelia Gorge und Moonshine Springs mit ihren Zufahrten sind gesperrt wegen eines Buschbrandes letzte Woche. Ausläufer davon haben auch den Zugang zu Zebedee Springs und El Questro Gorge getroffen, dort aber sieht es aus wie nach einem "normalen" Burning, vermutlich wegen des vielen Wassers. Es schließt sich ein Walk an zum El Questro Gorge, einer besonders für australische Verhältnisse tiefen Schlucht, durch die sich ein Bach windet. Auf der Zufahrt zum Parkplatz müssen wir eine stellenweise 60 cm tiefe und 100 m lange Furt durchqueren. Der Wanderweg führt mal am rechten, mal am linken Ufer entlang. "In time" erreichen wir den Half Way Pool, ein Becken mit ganz klarem Wasser, zu Anfang nur etwa knietief, aber auch mit einem Bereich, in dem wir wirklich schwimmen können. Dort wissen wir nicht, wie es weitergehen soll, denn wir finden kein Hinweiszeichen und ein Weg oder Pfad ist nicht zu erkennen. Nun, ganz einfach, der Weg führt durch den Pool hindurch und auf der anderen Seite über einen etwa drei Meter hohen Felsen. Direkt vor dem potentiellen Aufstieg reicht mir das Wasser bis zur Brust, Sachen, die im Rucksack sind, würden also nass. Eine "adventure"-Reisegruppe (hauptsächlich Franzosen unseres Alters, aber auch drei junge Australier) kommt vorbei und macht vor, wie es geht. Ich probiere es, allerdings ohne Gepäck und Kamera, und komme oben an, aber für Brigitte wird es schon schwierig und wie ich die Kamera hinüberbringen soll, ist mir völlig unklar. Außerdem wird der weitere Weg wohl ziemlich schwierig und ist nur für fitte Leute empfohlen. Also kehren wir nach einer ausgiebigen Schwimmpause um.
Auf dem Campingplatz der Station mieten wir uns ein und gehen in einem Nebenflüsschen des Pentecost River, der gegen Krokodile abgesperrt ist, zum vierten Mal heute schwimmen. Auf der anderen Seite des Geländes verlässt der Cambridge River seine Gorge, die Wände werden auch hier aus den eindrucksvollen roten Felsen der Kimberley Region gebildet. Auf eine Bootfahrt durch die Gorge verzichten wir.

Dienstag, 30. September

Bei Sonnenaufgang ist alles in Watte getaucht: Nebel in Nordwestaustralien. Damit hatte ich nie gerechnet, schon gar nicht jetzt, am Ende der Trockenzeit. Aber vermutlich sind das die ersten Vorboten der kommenden wet season, der Regenzeit. Nur 30 Minuten später ist der Spuk vorbei.
Die Känguru, kurz hier im Land Roo genannt,  auf dem Platz sind sogar jetzt sehr furchtsam, sie lassen mich kaum auf Fotografierentfernung an sich heran. Wenigstens die Boab und die Blumen laufen nicht davon, es gibt hier sehr schöne Boab-Exemplare.
Auf dem Weg nach Wyndham steht wieder ein Spaziergang an, einmal rund um Telegraph Hill. Hier wurde 1914 eine Telegrafenstation aufgebaut, war im Krieg von Abwehrspezialisten besetzt, die einen Teil zur Versenkung der "Emden" durch HMS Sydney beitrugen. 1921 wurde die Station wieder aufgegeben, weil es zu starke statische Aufladungen gab, die zu unvollständigen und falschen Übertragungen führten. Heute sind nur noch die Fundamente zu sehen, interessanterweise sind diese aus Beton.
Der Zugang zum letzten Teil der Gravel Road nach Wyndham Port bleibt unseren Augen verborgen, so müssen wir den Great North Western Highway benutzen. Später erfahren wir, dass die Strecke seit der letzten Regenzeit bis auf weiteres gesperrt ist. Doch vorher biegen wir noch ab ins Tal des King River und sehen uns dort ein paar interessante Dinge an: Aboriginal Art an einer richtig gut als Unterstand geeigneten Höhle über einem Billabong. Im Billabong wachsen die hier üblichen waterlilies, die übrigens auch zur Ernährung der Aboriginals beitrugen: Wurzelknollen und Blütenböden sind essbar, die Samen können wie so vieles zu Mehl zermahlen werden. Die Brolga, die sich hier an den Wasserpflanzen gütlich tun, bewegen sich gemessenen Schrittes, aber zielstrebig von uns weg, kommen wir dennoch zu nahe, ziehen sie es vor, wegzufliegen. Schade, diese fast zwei Meter großen Kraniche sind sehr schön, grau und schwarz, mit rotem Kopf und schwarzem Gesicht und Schnabel. Sie haben einen ganz besonderen Hochzeitstanz, zu dem es viele Geschichten der Aboriginal gibt.
Ein Nebenfluss des King River ist hier oben aufgestaut als Teil der Wasserversorgung für Wyndham. Das King River Crossing besteht nur aus trockenen, etwa kopfgroßen Steinen, in der Regenzeit muss das schon sehr beeindruckend sein, denn dann ist der Fluss vermutlich auch richtig reißend.
The Kiss
Auf der anderen Seite beginnt der Karunjie Trail, eine "ungazetted and unmaintained" Zufahrt zur Gibb River Road. "Use it on your own risk". Wir fahren die ersten Kilometer rein, der Track ist in einem guten Zustand, obwohl er nicht (regelmäßig) gewartet wird. Das  ist ein gutes Zeichen für die Gibb River Road. Und dann findet sich hier auch ein Prison Tree, ein hohler Boab, in dessen Innerem - ich bin reingeklettert, um das Ganze auch von Innen gesehen zu haben -  sicherlich drei oder vier Männer mehr oder weniger bequem sitzen können. Der Eingang ist in etwa 1 Meter Höhe, von oben kommt durch drei Astlöcher Licht herein - bei Regen wird es allerdings auch nass im Innern. Ob der Baum seinen Namen daher hat, dass er benutzt wurde, um zusammengetriebene Aboriginal zu verwahren, bevor sie als Sklaven missbraucht wurden?
In Wyndham - hier ist der Diesel billiger als in Kununurra mit Coles-Discount - sehen wir uns den Hafen und die große Roadtrainbeladungsstation an (ähnlich wie in Bing Bong), bewundern und fotografieren den "Big Croc", wesentlich größer als Krys in Normanton, dafür gibt aber auch niemand vor, es sei ein Replika eines einst lebenden Exemplars, fahren zum "Five Rivers Lookout", von wo aus man einen wunderbaren Blick auf den Cambridge Golf und die fünf einmündenden Flüsse Forrest River, Durack River, Pentecost River, King River und Lower Ord River hat, kaufen mal wieder ein, tanken und quartieren uns auf dem Campingplatz ein. Das Office hat geschlossen "cupla hours, but you`re welcome to settle up", was wir dann auch tun. Mal sehen, ob es nachher Einwände gibt gegen unsere Platzwahl. Auf dem Gelände des Platzes steht auch ein Boab, der als angeblich größter in bebautem Gebiet sogar in der Karte eingezeichnet ist. Gegen den Prison Tree kann er zwar an, sein Umfang scheint mir etwas größer zu sein, aber er besteht im Grunde aus drei Bäumen, was bei Boabs relativ häufig vorzukommen scheint.  Außerdem läuft Fuzzy the donkey, der allerdings ein Maultier ist, frei hier herum und sucht sich Futter. Während der Vorbereitungen fürs Abendessen wird er aufdringlich und wirft meinen Stuhl um, aber die Paprikaabfälle, die ihm Brigitte anbietet, sind doch nicht nach seinem Geschmack.

Montag, 29. September

Weit kommen wir heute nicht und dabei ist schon das geplante Ziel Wyndham nicht sehr weit von Kununurra entfernt, nur etwa 100 km.
Alles läuft wie üblich, Viertel vor acht brechen wir auf und finden auch auf Anhieb den Abzweig auf die Parry Creek Road. Valentine Springs ist unterwegs nicht ausgezeichnet, dafür biegen wir ab in Richtung Middle Springs. Ein kurzer Spaziergang bringt uns an das (vermutlich) permanente Wasserloch an einer Felswand. Ob es eine Quelle ist? Ich denke nicht. Wenige Kilometer später gilt es schon wieder von der Hauptrichtung abzuzweigen, um zum Black Rock Falls zu fahren. Im Tiefsand bleiben wir stecken, doch mit Vierradantrieb im Low-Betrieb kommen wir wieder aus eigener Kraft frei und auch bis zum "Car park", also einer Wegverbreiterung ohne anderen Ausgang. Wieder heißt es klettern. Meine Ferse, an die ich mir beider Tour im Keep River eine Blase gelaufen habe, die dann im Mirima National Park aufgegangen ist, tut ziemlich weh, die noch junge Haut ist aufgeplatzt. Aber die Kletterei lohnt sich, wir kommen an die immens hohe und beeindruckende schwarze Felswand. Natürlich gibt es jetzt keinen Wasserfall, wo sollte das Wasser auch herkommen, aber der Plonge Pool ist noch gut gefüllt. Also auch ein permanentes Wasserloch, ein Billabong. Den Wasserfall selbst kann man vermutlich nur eine ganz kurze Zeit im Jahr besuchen, nämlich dann, wenn die Regenfälle aufgehört haben und die Strecke einigermaßen abgetrocknet ist, aber noch genug Wasser vorhanden ist, im den Wasserfall zu versorgen. Dann muss er sehr beeindruckend und vermutlich sehr laut sein.
Die Cane Toads haben es offensichtlich auch schon nach Western Australia geschafft, wir finden einige Leichen hier herumliegen.
Beim Rückweg macht der Sand keine Schwierigkeiten, weil ich gedanklich auf die Herausforderung eingerichtet bin. Dann halten wir an Buttons Crossing, da kann man aber nicht mehr rüber über den Lower Ord, dafür ist der zu tief und das gegenüberliegende Ufer viel zu steil. Bei Mambi Island ist eine Boat Ramp, dort stehen neben einem Allrad mit Bootanhänger auch ein Hilux und ein Caravan, die Bewohner sind aber offensichtlich mit dem Boot unterwegs (denn das ist nicht da, wie man am Auto sieht, haben sie aber eines dabei). Ich schrecke beim Herumstreifen im ufernahem Unterholz einige Känguru auf und werde vom Geschrei misstrauischer Corellas begleitet.
Und dann stehen wir an der Abzweigung zur Parry Creek Farm. Das ist ein Tourist Resort, es gibt Cabins, ein Restaurant (das allerings bereits geschlossen hat, die Saison ist zu Ende), einen Pool und einen großen Campingplatz. Daneben ist eine Lagune, die sehr idyllisch aussieht. Wegen der vielen Vögel und Kängurus entschließen wir uns, erst morgen weiterzufahren und den Tag hier zu verbringen.
Es wird ein schöner Nachmittag: Schwimmen im Pool (in der Lagune wohnt ein 12 Fuß Salty, etwa dreieinhalb Meter lang, da empfiehlt es sich, ausreichend Abstand zu halten), Vögeln zuhören, denn zum Beobachten sind sie zu weit weg oder verstecken sich zu gut oder fliegen sofort weg, wenn ich näher komme, Lesen und immer wieder schwimmen.
Zwei Kinder, die zum Baden herkommen, freuen sich über Brigittes "Noodle", weil sie nicht wissen, dass die nicht zum Pool gehört und sie ohne Bedenken sofort mit Beschlag belegen. Eine Noodle ist eine der modernen Schwimmhilfen, ein Rohr aus Polypropylen, das einen gewaltigen Auftrieb verleiht.
Diesmal fangen wir früh genug mit den Abendessenvorbereitungen an, so dass wir noch bei Tageslicht essen können. Das ist hier schon deshalb wichtig, weil es nur wenig künstliches Licht gibt.
Lagune with Boardwalks
Die Cabins sind alle auf Pfählen, ob des jährlichen Hochwassers oder der Crocs wegen weiß ich nicht, und sie sind durch einen "Boardwalk" in etwa 3 m Höhe verbunden. Dort gehen wir nach Einbruch der Dunkelheit hin, croc spotting. Wir sind erfolgreich, immer wieder können wir eines oder zwei Augen des Croc mit unseren Taschenlampen zum Aufleuchten bringen.

Sonntag, 28. September

Das frühe Aufstehen passend zum Sonnenaufgang wird zur Routine, wir sind jetzt wirklich "hier". Wenig später brechen die ersten bereits auf, da sind wir noch dabei, unser Frühstück zu richten. Ungefähr um halb acht brechen auch wir auf, aber wir bleiben hier in Kununurra. Unser Ziel ist ein Nationalpark direkt neben der Stadt, dort gibt es ein paar Walks, die wir uns für heute vorgenommen haben.
Es lohnt sich, die Umgebung mit den rotschwarzen Sandsteinfelsen der Kimberleys und sehr viel Grün trotz der anhaltenden Trockenheit ist schön. Und um diese Zeit ist die Temperatur auch für körperliche Betätigung sehr angenehm. Als wir alles abgegangen sind, ist es schon merklich wärmer.
Den Rest des Tages verbringen wir auf dem Campingplatz, immer mal wieder mit einem kurzen Swim im Pool gewürzt. Viel zu schnell vergeht der Tag, schon ist wieder Zeit ans Abendessen zu denken und mit dem Kochen zu beginnen. Momentan haben wir noch frische Sachen in großer Auswahl, in den nächsten Tagen wird sich das ändern. Morgen geht es ab nach Wyndham und dann weiter nach Westen auf die Gibb River Road mit ihren vielen Seitenwegen und -Zielen. Da werden wir vermutlich auch nicht online sein können. Und ab morgen werden wir für einige Tage nicht aus dem Vierradantriebsmodus herauskommen, auch wenn das einen erhöhten Kraftstoffverbrauch zur Folge hat. Aber wir wollen es ja so. Mal sehen, wie es wird, die einen sagen so, die anderen so.